Ducati: Italienische Fahrer zu haben, "ist nicht so wichtig"

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

In der MotoGP-Saison 2020 bleibt Ducati seinem Fahrerduo mit Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci treu. Doch schon jetzt wirft die "Silly Season" ihre Schatten voraus. Ende des Jahres laufen alle großen Fahrerverträge aus, so auch die der beiden Italiener. Die Werksplätze sind heiß umkämpft.

Es ist davon auszugehen, dass die ersten Entscheidungen bereits in der Vorsaison fallen könnten, da am Rande der anstehenden Tests über mögliche Verlängerungen und Wechsel verhandelt wird. In Bezug auf Ducati kursierten Gerüchte über den Weggang von Dovizioso und ein Interesse an Maverick Vinales.

Bei der Enthüllung der neuen Desmosedici GP20 vor wenigen Tagen wollte oder konnte sich Ducati-CEO Claudio Domenicali dazu nicht äußern. "Wir haben eine offizielle Richtlinie, die besagt, dass wir nur über das Jahr 2020 sprechen. Das ist ein klein wenig lachhaft, aber wir würden uns gerne darauf konzentrieren."

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Ducati-CEO: Nationalität egal, Hauptsache schnell

Auf die Frage, wie wichtig es für den Hersteller sei, eine rein italienische Besetzung an den Start zu bringen, antwortete Domenicali wiederum offen und ehrlich: "Das ist nicht so wichtig. Wir wollen schnelle Fahrer, insofern haben wir Glück, denn wir haben schnelle italienische Fahrer. Das ist also eine positive Sache."

Das bedeute aber nicht, dass das in Zukunft so bleiben müsse. Der Ducati-Geschäftsführer erinnert daran: "Wir haben unsere Geschichte mit australischen Fahrern, italienischen Fahrern und britischen Fahrern aufgebaut - Carl Fogarty (in der Superbike-WM; Anm. d. R.) war ein fantastisches Stück Geschichte (für Ducati)."

Es sei also nicht so, dass die Nationalität eine übergeordnete Rolle spiele, auch wenn Domenicali betont, wie glücklich man sich mit der aktuellen Konstellation schätze. "Wir haben eine fantastische Geschichte mit Andrea, der eine unglaubliche Anzahl von Siegen mit uns errungen hat", lobt der Italiener.

MotoGP-Fahrermarkt 2020: Kandidaten für Ducati

"Er ist drei Jahre in Folge der Vize-Meister geworden, was mit (Marc) Marquez hier (in der MotoGP) eine ziemliche Leistung ist." Freilich wollen Dovizioso und Ducati mehr, sind sich aber auch der Stärken ihrer Gegner bewusst, die sich 2020 nicht nur auf Marquez konzentrieren, wie "Dovi" jüngst betonte.

Auch an ihm bekundete Ducati bereits Interesse. Den Weltmeister von Honda wegzulocken, dürfte jedoch schwierig werden. Aus den eigenen Reihen käme Pramac-Pilot Jack Miller für eine Beförderung ins Werksteam in Frage. Avintia-Neuzugang Johann Zarco hat sich diese für 2021 ebenfalls als Ziel gesetzt.

Mit Bildmaterial von Ducati.

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