Alles begann mit einer legendären Salzstreuer-Schlacht

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Alles begann mit einer legendären Salzstreuer-Schlacht
Alles begann mit einer legendären Salzstreuer-Schlacht

Während Thomas Tuchel bei einem gemeinsamen Dinner vor sechs Jahren noch den Verehrer von Pep Guardiola spielte, hat sich der deutsche Trainer längst zu einem ernsthaften Konkurrenten für den Spanier entwickelt.

Nun werden sich die Fußball-Fanatiker auch im Finale der Champions League gegenüberstehen. Am Mittwochabend folgte Tuchels FC Chelsea Guardiolas Manchester City in das Endspiel nach Istanbul. (Service: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

Beide Fachmänner kennen sich seit Jahren, schätzen und bewundern sich gegenseitig. Schon bei dem legendären Abendessen im Jahre 2015 tauschten sich die Taktik-Nerds untereinander aus, diskutierten mithilfe von Salz- und Pfefferstreuern verschiedene Aufstellungen und Spielabläufe. Einen besseren Beleg für die positive Fußball-Verrücktheit von Guardiola und Tuchel wird man wohl nicht finden.

Legendäres Treffen zwischen Tuchel und Guardiola

Damals war Guardiola Trainer des FC Bayern München, Tuchel gerade vereinslos. Wenig später übernahm der ehemalige Mainz-Coach Borussia Dortmund.

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"Ich war abends mit Thomas verabredet", erzählte Michael Reschke, der im Jahr 2015 als technischer Direktor beim FC Bayern arbeitete, im neuen SPORT1-Podcast Meine Bayern Woche im Gespräch mit Chefreporter Florian Plettenberg: "Nachmittags bin ich ins Büro von Pep gegangen und habe gesagt: 'Pass auf Pep, ich treffe mich heute Abend mit Thomas Tuchel. Hast du nicht Lust, dazuzukommen?'"

Guardiola willigte ein und der legendäre Abend nahm seinen Lauf.

"Was an dem Abend wirklich unglaublich war: Die haben über Spiele gesprochen, die fünf, sechs, sieben Jahre zurücklagen und wo Thomas die Formation, mit der Barcelona in der ersten Halbzeit gespielt hat, wirklich mit Weingläsern und Pfefferstreuern aufgestellt hat", erinnert sich Reschke: "Dann hat er zu Pep gesagt: So und so hast du gespielt. Da sind die Weingläser und Pfefferstreuer wirklich hin und hergeschoben worden. Ich habe da gesessen und dachte mir: 'Das kann nicht wahr sein.'"

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Danach gab es noch ein zweites Treffen in einem Restaurant, bei dem auch der Peter Hermann dabei war: "Der Peter hat mir danach gesagt: 'Michael, das kann nicht wahr sein. Ich dachte immer, dass ich viel vom Fußball verstehe, aber was die beiden für ein Wissen haben und wie die über die Spiele reden, das ist ja irre.'"

Guardiolas Freude über Tuchels Chelsea-Job

Guardiola wurde schnell zum Fan Tuchels. "Als ich mit Bayern München gegen ihn in Mainz und in Dortmund gespielt habe, hat er einen unglaublichen Job gemacht", erinnerte sich Guardiola an die gemeinsame Zeit in der Bundesliga.

Als Tuchel Ende Januar als neuer Cheftrainer des FC Chelsea bekannt gegeben wurde, wollte der Katalane seine Freude über ein Wiedersehen in der Premier League nicht verstecken. "Er ist ein außergewöhnlicher Trainer. Ich bin sicher, dass er Erfolg haben wird. Ich bin froh, ihn hier in diesem Land zu sehen", erklärte Guardiola. (Service: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)

Diese Freude des City-Coaches könnte nicht nur durch den gegenseitigen Respekt begründet gewesen sein. Guardiola weiß, wenn er auf Tuchel trifft, dann geht er meist als Sieger aus dem Duell hervor.

Tuchel mit schlechter Bilanz gegen Guardiola

Unter Berücksichtigung aller Trainer, gegen die Tuchel mindestens sechs Mal spielte, kann kein anderer Verantwortlicher eine bessere Bilanz gegen den Chelsea-Coach aufweisen als der Spanier. In den bisherigen Begegnungen gab es für Tuchel vier Niederlagen, ein Unentschieden und nur einen Sieg.

Diesen Erfolg fuhr der deutsche Trainer erst kürzlich im April, ausgerechnet beim erstmaligen Wiedersehen mit Guardiola, ein. Durch ein Tor von Hakim Ziyech siegten die Blue knapp im FA-Cup-Halbfinale mit 1:0 und vernichteten Manchester Citys Titelträume in dem prestigeträchtigen Wettbewerb.

In den vier Monaten seiner Amtszeit schlug Tuchel auch Zinedine Zidane, Jürgen Klopp, José Mourinho, Carlo Ancelotti und sogar zwei Mal Diego Simeone. Noch beeindruckender: In den Spielen gegen diese Welt-Trainer kassierte seine Mannschaft nur ein einziges Gegentor.

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Schon vor der Partie hatte Guardiola wieder einmal von Tuchel geschwärmt. "Er benötigte in der Vergangenheit nur ein oder zwei Spiele und sein Team spielte genauso, wie er es wollte. Ich wusste von Anfang an, dass er einen guten Job machen würde. Er weiß, wie sehr ich ihn bewundere und wie gut er als Trainer ist", stellte der Coach klar.

Tuchel wiederum gab vor der Partie zu, dass Pep für ihn ein "großer Einfluss" gewesen sei. "Als er Barcelona trainierte, habe ich mir fast jedes Spiel angeschaut und war sehr beeindruckt von seinem Stil - wie abenteuerlich und offensiv sie waren, aber auch wie sie verteidigten, wenn sie den Ball verloren."

Auf der Suche nach dem perfekten Spiel

Tatsächlich ließ sich ein Einfluss von Guardiolas Spielstil bereits in Tuchels taktischen Vorgaben beim BVB erkennen. Damals forderten beide Trainer von ihren jeweiligen Teams dominanten Ballbesitz-Fußball, welcher den generischen Mannschaften nicht den Hauch einer Chance lassen sollte.

Daneben sind Guardiola und Tuchel durch die ewige Suche nach der perfekten Aufstellung und dem perfekten Spiel geeint. Wohlwissend, dass es dieses nie geben wird. Im Vergleich zu einigen ihrer Kollegen scheint es, als beschäftigen sie sich ein bisschen mehr und ein bisschen radikaler mit Fußball - man denke nur an die erwähnte Salzstreuer-Taktikschlacht.

Auch an der der Seitenlinie stehen beide unter Strom. Über die gesamte Spieldauer agieren sowohl Tuchel als auch Guardiola lautstark und laufen wie ein zusätzlicher Mann am Spielfeldrand auf und ab.

Kampfansage vor dem Champions-League-Finale

Bevor Ende Mai das Finale in der Königsklasse steigt, treffen die Trainergrößen noch mal am Samstag in der Premier League aufeinander (18.30 Uhr: Manchester City - FC Chelsea im LIVETICKER). In beiden Spielen wird die Freundschaft aber ruhen.

Schon unmittelbar nach dem Sieg im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid zeigte sich Tuchel in Angriffslaune: "Wir werden nach Istanbul reisen, um das Spiel zu gewinnen."

Womöglich verrückte der Chelsea-Trainer dabei gedanklich schon wieder die Salz- und Pfefferstreuer in seinem Kopf.

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