Ecclestone rechnet ab: Scharfe Kritik an Liberty Media und Chase Carey

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Es ist kein Geheimnis, dass das Verhältnis zwischen Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und seinem Nachfolger Chase Carey nicht das beste ist. Nachdem die Königsklasse sich zuletzt öffentlich von Ecclestone distanzierte, nutzt der 89-Jährige diese Möglichkeit, um noch einmal heftig gegen Liberty Media und auch Carey persönlich zu schießen.

Nach kontroversen Aussagen in einem Interview mit 'CNN' hatte die Königsklasse in einem öffentlichen Statement erklärt, dass Ecclestone keine Verbindung zur Formel 1 mehr habe und er auch bereits seit Januar nicht mehr Ehrenvorsitzender der Königsklasse sei. Diesen Titel hatte er 2017 erhalten, nachdem ihn Carey an der Spitze abgelöst hatte.

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Gegenüber der 'Mail on Sunday' erklärt Ecclestone nun: "Ich bin froh, dass er gesagt hat, dass ich nicht mehr in die Formel 1 involviert bin. So kann man mich auch nicht mit all den Dingen in Verbindung bringen, die sie nicht gemacht haben. Sie sind wegen der Vorfälle in Amerika plötzlich auf diese Rassismus-Sache aufgesprungen."

Ecclestone: Corona willkommene Ausrede für Carey

Die Formel 1 engagiert sich aktuell für mehr Diversität im Sport und unterstützt Lewis Hamilton bei dessen Kampf für mehr Gleichberechtigung. Ecclestone deutet an, dass Carey, der unter anderem eine Million US-Dollar aus eigener Tasche zahlte, um eine neue Stiftung in Gang zu bringen, so nur von anderen Verfehlungen ablenken wolle.

"Vielleicht sollte er sich darauf konzentrieren, das zu machen, was die Aktionäre wollen", sagt Ecclestone und behauptet: "COVID war gut für ihn. Das konnte er für alles verantwortlich machen, was er nicht erreicht hat." Das Coronavirus sorgte dafür, dass die Zahlen der Formel 1 in der ersten Jahreshälfte 2020 dramatisch eingebrochen sind.

Deswegen sei es ihm auch egal, dass er nicht länger Ehrenvorsitzender der Formel 1 sei. "Als Chase mich [2017] bat, zurückzutreten, machte er eine große Sache daraus, wie wichtig der Titel sei, den er mir gab. Er sagte mir, Leute in Amerika würden dafür töten", sagt Ecclestone und verrät: "Mir war das egal. Titel bedeuten mir nichts."

Hausverbot? Ecclestone droht Formel 1

"Eine Universität in England verlieh mir vor 20 Jahren [ehrenhalber] einen Doktortitel. Aber ich laufe nicht herum und nenne mich 'Doktor Ecclestone'", zockt er die Schultern. Nach der öffentlichen Distanzierung von Ecclestone wurde sogar darüber spekuliert, Liberty könne dem 89-Jährigen in Zukunft den Zutritt zu Formel-1-Events verwehren.

Der hat dafür aber nur ein müdes Lächeln übrig. "Das würde ich ihnen nicht raten", schickt er eine kleine Drohung in Richtung Liberty und ergänzt in Anspielung auf seine gute Beziehung zu Staatspräsident Wladimir Putin: "Sie können das ja mal in Russland versuchen. Ich denke, ich würde wahrscheinlich einen [Paddock-]Pass bekommen."

Beim Saisonauftakt in Spielberg wird Ecclestone allerdings trotzdem nicht dabei sein. "Ich war schon bei vielen Rennen, aber ich habe noch nie einen Sohn bekommen", verrät der 89-Jährige, dessen Frau Fabiana aktuell den ersten gemeinsamen Sohn der beiden erwartet. "In Ungarn oder Monza werde ich sicher dabei sein", kündigt Ecclestone an.

Das könnte zu der ein oder anderen interessanten Begegnung führen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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