Ecclestone rechnet mit F1-Bossen ab: Habe Profit gemacht

Eric Böhm
·Lesedauer: 3 Min.
Ecclestone rechnet mit F1-Bossen ab: Habe Profit gemacht
Ecclestone rechnet mit F1-Bossen ab: Habe Profit gemacht

So ganz hat Bernie Ecclestone den Verlust seines beruflichen Lebens noch nicht verwunden.

Im AvD Motor & Sport Magazin auf SPORT1 ließ es sich der 90-Jährige nehmen, einige Seitenhiebe auf die jetzigen Bosse der Formel 1 loszulassen.

"Als Vorsitzender war es mein Job, dass es der Firma gut geht und man Profit macht. Das ist gelungen. In den letzten drei Jahren ist das nicht passiert, was den Gewinn angeht", sagte Ecclestone.

Fast schon beiläufig ließ er auch fallen, warum er seinen Hut nehmen musste.

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Ecclestone: Deshalb wurde ich gefeuert

Ende Januar 2017 setzten ihn die neuen Eigentümer von Liberty Media als CEO der Formel 1 ab. Der amerikanische Mediengigant hatte die Königsklasse ein Jahr zuvor für acht Milliarden Dollar übernommen.

Nach 40 Jahren an der Spitze der Formel 1 tat Ecclestone der Abschied sehr weh.

"Ich musste mich vor niemandem rechtfertigen. Ich hatte auch keine Angst, gefeuert zu werden. Ich wurde nur gefeuert, weil die Amerikaner dachten, sie könnten einen besseren Job machen - und vielleicht haben sie das auch", sagte er süffisant.

Formel 1 leidet unter Problemen

Seither ließ Ecclestone selten eine Gelegenheit aus, über die Entwicklung der Formel 1 die Nase zu rümpfen. (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

"Ich habe bestimmt viele Fehler in der Vergangenheit gemacht. Aber sobald ich das bemerkt hatte, habe ich diese Fehler korrigiert. Ich habe nicht darauf gewartet, dass mich jemand daran erinnert. Ich habe das sofort selbst in die Hand genommen. Ich glaube, das ist der Unterschied", sagte Ecclestone.

Tatsächlich leidet die Formel 1 nach wie vor unter den Problemen aus Ecclestones später Phase: zu hohe Kosten, nachlassender Fanzuspruch und mangelnde Spannung.

Seit 2000 vier dominante Teams

Seit 2000 teilten sich ganze vier Teams alle Weltmeistertitel - mit Ausnahme von Lewis Hamilton 2008 (McLaren Mercedes) und Jenson Button 2009 (Brawn Mercedes).

Michael Schumachers sieben Ferrari-Titeln folgten zweimal Fernando Alonso für Renault, Kimi Räikkönen wieder für Ferrari und nach Hamilton und Button viermal Sebastian Vettel für Red Bull. Seit 2014 fährt Mercedes quasi in einer eigenen Liga.

"Die ganze Welt hat sich dermaßen verändert – und das unglaublich schnell. Wir hätten vielleicht nicht die heutigen Probleme, wenn damals einiges anders gelaufen wäre. Vieles hat sich auf eine Art verändert, wie ich es nie verändert hätte", sagt Ecclestone.

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"Hoffe, dass es die Formel 1 dann noch gibt"

Die aktuellen Bosse setzen ihre Hoffnungen auf die Regeländerungen 2022, um endlich mehr Spannung zu kreieren, auch über den Modus des Qualifyings oder Sprintrennen wird nachgedacht.

Für den Ex-Chef ist das Haupt-Problem dagegen die fehlenden Typen: "Menschen wie Niki Lauda oder Nelson Piquet werden heute nicht mehr geboren. Heute ist alles etwas mehr angepasst – bezüglich der Teams, was die Sponsoren von einem denken. Wir haben das alles verloren. Wir sind wieder da, wo wir vor 80, 90 Jahren waren – bei den Gentleman-Drivern. Das Problem ist, sie sind keine Gentlemen mehr."

Aktuell konzentriert sich Ecclestone auf seine Vater-Tätigkeit, aber selbst bei einem Satz über seinen Sohn kann er sich eine Spitze gegen die aktuelle Formel 1 nicht verkneifen: "Wenn er alt genug ist, dann hoffe ich, dass es die Formel 1 noch gibt. Aber da steht noch ein Fragezeichen dahinter." (Rennkalender der Formel 1 2021)