Wie die Eintracht einen Megaflop verhindern will

Leihen nach Belgien verliefen für Eintracht Frankfurt in den vergangenen Jahren äußerst erfolgreich. Daichi Kamada und Tuta sammelten viel Selbstvertrauen und kamen gestärkt zurück, sind inzwischen Schlüsselspieler.

Jens Petter Hauge sollte bei KAA Gent einen ähnlichen Weg gehen, seine Qualitäten unter Beweis stellen und zeigen, weshalb er im Sommer 2021 für ein Gesamtpaket von rund elf bis zwölf Millionen Euro vom AC Mailand zur Eintracht wechselte. Teurer waren in der langen Historie des Vereins nur Djibril Sow und Luka Jovic. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Hauge-Leihe in Gent wird wohl beendet

Dieses Vorhaben ging allerdings bislang schief. Nach nur 18 Partien, in denen der Norweger sechsmal in der Startelf stand (kein Tor, fünf Assists), droht das Ende der Zusammenarbeit. Gent-Trainer Hein Vanhaezebrouck kündigte an: „Es wird eine Lösung für ihn geben.“ (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Bereits im Oktober sagte der Coach: „Man kann aufgrund seiner Vergangenheit und seines Namens etwas erzwingen, und er hat am Anfang auch Spielminuten bekommen, aber man muss es auch im Training zeigen. Jens Petter muss noch den Schalter umlegen und zeigen, wozu er fähig ist.“ (DATEN: Spielplan der Bundesliga)

Eintracht droht ein Megaflop

Hauge konnte Vanhaezebrouck nicht von sich überzeugen, in den vergangenen Ligabegegnungen stand der 23-Jährige nicht mehr im Kader. Da der Nationalspieler in dieser Saison bislang nur für Gent auflief, darf er in der Rückserie noch bei einem anderen Klub mitwirken. Einfach ist die Situation nicht, schließlich hatten sich alle Parteien bewusst für diesen Schritt entschieden.

Sportvorstand Markus Krösche ist zwar weiterhin überzeugt von Hauges fußballerischen Qualitäten. Er will den Offensivmann nicht aufgeben, kämpfte er damals doch intensiv um ihn. Hauge droht in aktueller Verfassung allerdings ein Megaflop zu werden.

Der Marktwert ist gesunken, ohne Selbstvertrauen und Glauben in die eigene Stärke kann er nur schwer performen. Gerade Spieler wie Hauge, die von ihren Fähigkeiten in Eins-gegen-Eins-Duellen leben, benötigen viel (Selbst-)Vertrauen. Solch ein Rückschlag schmerzt!

Öffnet sich ein Türchen bei Bodo Glimt?

Gerüchte, der FC Schalke 04 bemühe sich um eine Leihe, kann SPORT1 nicht bestätigen. Ob der raue Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga für Hauge aktuell der richtige Ort wäre, um zu revitalisieren, ist fraglich.

Möglicherweise öffnet sich bei Stammverein Bodo Glimt ein Türchen. Ola Solbakken, den auch die Eintracht im Blick hatte, wechselte in die Serie A nach Rom. Im 4-3-3-System könnte Hauge in vertrauter Umgebung auf seiner angestammten Position Rechtsaußen zur alten Form zurückfinden.

In 117 Begegnungen für den norwegischen Spitzenklub war er an 75 Treffern beteiligt und fand so den Weg auf die Liste der Mailänder. Seit rund zwei Jahren zeigt die Formkurve jedoch nach unten. Einen Fehlgriff in dieser Dimension kann sich die Eintracht kaum leisten.

Eine Leihe zum richtigen Klub, sie ist in dieser Causa unumgänglich. Ohne eine deutliche Leistungssteigerung wird Hauge bei allem Potenzial trotz Vertrags bis 2026 keine Chance mehr erhalten, seine bisherige Statistik in Frankfurt (drei Tore, zwei Vorlagen in 38 Spielen) aufzumöbeln. Der Traum vom Durchbruch in einer europäischen Topliga wäre dann nur noch ganz schwer zu erfüllen.