Wetter-Chaos! Biathlon-Einzel mit Dahlmeier abgesagt

Sport1
Laura Dahlmeier kann am Mittwoch keine Medaille holen
Laura Dahlmeier kann am Mittwoch keine Medaille holen

Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier muss mindestens einen weiteren Tag auf ihren dritten Start bei den Winterspielen in Pyeongchang warten.

Wegen zu starken Windes wurde der für Mittwoch (20.05 Uhr OZ/12.05 Uhr MEZ) angesetzte Klassiker über 15 km abgesagt. Das Rennen wird, sofern es die äußeren Bedingungen zulassen, am Donnerstag um 17.15 Uhr OZ/9.15 Uhr MEZ ausgetragen. Dahlmeier hatte im Sprint und im Verfolger Gold gewonnen.

Insgesamt soll die Windsituation im Biathlon-Stadion ähnlich sein wie vor den bisherigen Rennen, aber "da die Windsituation sich natürlich für den Einzelwettkampf mit pro Fehlschuss einer Strafminute deutlich härter auswirkt, und wir morgen vor allen Dingen eine sehr gute Wetterprognose haben, hat sich die Jury entschieden, den Wettkampf heute zu canceln und morgen unter vermeintlich sehr guten, fairen Bedingungen für alle Starterinnen dann zwei Einzel durchzuführen", erklärte Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig

Der 59-Jährige ist selbst Mitglied der Jury, war zum Zeitpunkt der Absage jedoch noch nicht am Wettkampfort. "So wie mir die Situation geschildert worden ist, habe ich diese Entscheidung aber eindeutig mitgetragen", erklärte Hönig.

 

Durch die Neuansetzung des Frauen-Rennens verschiebt sich auch das Einzelrennen der Männer am Donnerstag von 20 Uhr auf 20.20 Uhr OZ/12.20 Uhr MEZ.

Hildebrand enttäuscht von Absage

"Ich habe mich eigentlich morgen auf einen schönen freien Tag gefreut, weil man an so einem Wettkampftag eh die ganze Zeit unter Spannung ist und genau weiß: Am Abend geht es los!", meinte eine enttäuschte Franziska Hildebrand: "Jetzt fällt diese ganze Anspannung ab und ich habe dieses ganze Prozedere morgen wieder."

So richtig erklären konnte sich die 30-Jährige die Absage zunächst nicht: "Insgesamt haben die, die schon draußen waren, gesagt, dass es gute Bedingungen waren am Schießstand." Für den späteren Abend waren allerdings stärkere Winde angekündigt.

Von den südkoreanischen Behörden wurden im Laufe des Mittwochs sogar mehrere Notfallhinweise via Smartphone verschickt, in denen wegen starker Winde zu erhöhter Vorsicht aufgerufen wird.

Neben Dahlmeier und Hildebrand, für die es jeweils das dritte Rennen in Pyeongchang sein wird, hat Bundestrainer Hönig für das Einzel erstmals Franziska Preuß und Maren Hammerschmidt nominiert. Dafür bekommen Vanessa Hinz und Denise Herrmann nach ihren Starts in Sprint und Verfolgungsrennen eine Pause.

Auch Slalom abgesagt

Zuvor war bereits der Slalom der Frauen mit Topfavoritin Mikaela Shiffrin aus den USA in Yongpyong verschoben worden. Das Rennen soll nun am Freitag (10.00/13.15 Uhr OZ, 2.00/5.15 Uhr MEZ) stattfinden. Dann ist in Jeongseon auch der Super-G der Männer geplant.

Mit Lena Dürr (Startnummer 8), Christina Geiger (12) und Marina Wallner (16) gehen dann auch drei deutsche Damen an den Start.

Dem Wind waren schon die Männer-Abfahrt am Sonntag und der Frauen-Riesenslalom am Montag zum Opfer gefallen. Beide Rennen sollen am "Super-Donnerstag" stattfinden.

Logistisches Chaos droht

Weitere Absagen wären aus mehreren Gründen problematisch. Zwar gibt es am Montag und Dienstag zwei Tage ohne Wettkämpfe - dort ist aber jeweils ein Abfahrtstraining der Frauen angesetzt. Außerdem steht nach dem Super-G der Männer am Freitag im einzigen Hotel am Fuße der Abfahrtsstrecke von Jeongseon der Bettenwechsel an: die Männer ziehen aus, die Frauen ein.

"Die Abfahrer müssen an dem Tag noch raus und nach Seoul runter, die fliegen am 17. (Samstag) weg, und die Mädels müssen einziehen, weil sie am nächsten Tag schon wieder Super-G haben", sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier. Für die Techniker stehen am Sonntag (18. Februar) der Riesenslalom und am Donnerstag (22.) der Slalom an, jeweils in Yongyong.

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