Einzelkritik: Neuhaus und ein Debütant sammeln Pluspunkte

Florian Plettenberg
·Lesedauer: 4 Min.

Deutschlands neuformierte Nationalmannschaft schlägt Tschechien 1:0.

Ein Debütant überzeugt nachhaltig, ebenso Florian Neuhaus im Mittelfeld. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Das DFB-Tea in der SPORT1-Einzelkritik.

KEVIN TRAPP: Viel Zwingendes bekam Trapp nicht auf seinen Kasten. Dafür waren die Tschechen zu schwach und seine Vorderleute meistens zur Stelle. Bärenstark vereitelte er aber Vydras Kopfball aus kurzer Distanz (82.). Es war die größte Tschechen-Chance. SPORT1-Note: 2

PHILIPP MAX (bis 68.): Gutes DFB-Debüt vom Eindhoven-Neuzugang! Mit einer scharfen Hereingabe bereitete er das 1:0 von Waldschmidt vor (13.), eine weitere gefährliche flache Flanke folgte (26.). Vorne umtriebig, hinten dichtgehalten, dazu gutes Pressingverhalten: Max hinterließ einen guten Eindruck. In der zweiten Hälfte baute er aber etwas ab. SPORT1-Note: 2

ANTONIO RÜDIGER: Das 1:0 leitete er mit einem traumhaften Diagonalpass auf Baku ein. Hinten stand er sicher, wurde aber auch selten in Bedrängnis gebracht. War in Hälfte zwei Kapitän. Sein Passspiel hatte erneut Höhen und Tiefen. SPORT1-Note: 3

ROBIN KOCH: Im Zentrum der Dreierkette sorgte der England-Legionär für Stabilität. Stark wie er im Eins gegen Eins eine große Chance der Tschechen vereitelte (12.). Mit flachen Pässen überspielte er immer wieder ein bis zwei Linien und leitete Angriffe ein. SPORT1-Note: 2

JONATHAN TAH: Wie seine Nebenleute zumeist sicher. Tah brachte viele Pässe an den Mann. Ein Stellungsfehler führte allerdings zu einer Torchance der Tschechen (45.). Mit einem Weitschuss prüfte er Bremen-Keeper Pavlenka. SPORT1-Note: 3

RIDLE BAKU: Von Löw nachnominiert stand der Neu-Wolfsburger direkt in der Startelf und spielte richtig selbstbewusst und effizient – vor allem in Halbzeit eins. Von der rechten Seite brachte er immer wieder gute Bälle in den Tschechen-Strafraum. Mit einem Rückpass auf Neuhaus war auch Baku am 1:0 beteiligt. Einziger Fehler: Ein Fehlpass in die Füße von Krmencik (22.). Dessen Schuss hielt Trapp aber sicher. Mit einer Schussflanke traf er fast selbst (29.). Defensiv nachlässiger ab Minute 70. SPORT1-Note: 3

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FLORIAN NEUHAUS: Stärkster Deutscher! Neuhaus riss im Mittelfeld das Spiel an sich, spielte viele kluge Pässe und suchte selbst immer wieder den Abschluss. Sein strammer und von Pavlenka nicht gut geklärter Schuss leitete das 1:0 ein. Auch in der zweiten Halbzeit enorm fleißig. Schade, dass sein Volley-Knaller aus 17 Metern nur den Torwinkel traf. SPORT1-Note: 1,5

ILKAY GÜNDOGAN (bis 45.): In seinem 39. Länderspiel war Gündogan Kapitän und regulierte das Tempo der DFB-Elf. Mit einfachen Pässen beruhigte er das Spiel, wenn es sein musste. Insgesamt fehlerfrei. Eine gute Chance ließ er ungenutzt (29.). Löw schonte ihn in den zweiten 45 Minuten für das Ukraine-Spiel am Samstag. SPORT1-Note: 2,5

JONAS HOFMANN (bis 20.): Mit einer Oberschenkelverletzung (hinten rechts) musste Hofmann früh vom Feld. In der 10. Minute hätte er gut postiert alleine abschließen müssen. Stattdessen entschied er sich für einen Pass, der beim Gegenspieler landete. SPORT1-Note: Ohne Benotung

LUCAS WALDSCHMIDT: Der Neu-Lissaboner wird zum Löw-Knipser. Nach Max‘ Flanke stand Waldschmidt goldrichtig und traf zum 1:0 (13.). Zweites Tor im fünften Länderspiel! Viel zu sehen war danach aber nicht von ihm. SPORT1-Note: 3

JULIAN BRANDT: Träge in der Anfangsphase wurde Brandt danach kurzzeitig agiler. Einen tollen Pass spielte er auf Hofmann (10.), dafür ließ er eine hundertprozentige Chance liegen, weil er den Ball aus 14 Metern übers Tor knallte (32.). Löw konnte es nicht fassen. Viele Fehlpässe in Halbzeit zwei. SPORT1-Note: 4

NADIEM AMIRI (ab 20.): Der Leverkusener kam früh für den verletzten Hofmann und spielte anfangs zu verhalten. Eine großartige Doppelchance ließ er ungenutzt (42.), zweimal konnte Pavlenka parieren. Von Amiri muss mehr kommen, wenn er es zur EM schaffen will. SPORT1-Note: 4

MAHMOUD DAHOUD (ab 46.): Der Dortmunder kam in der Halbzeit für Gündogan. Nach einer schönen Einzelaktion an der Strafraumgrenze verpasste sein Schuss das Tschechen-Tor nur knapp. Dahoud spielte auffällig. SPORT1-Note: 3

NICO SCHULZ (ab 68.): Durfte sich für Max beweisen, konnte dem DFB-Spiel aber keine Impulse mehr verleihen. Beim Vydra-Kopfball kam er zu spät. SPORT1: 4