Einzelkritik: Deutschland 2:0 Ukraine - Boateng räumt ab, Götze verschwindet

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Die deutsche Abwehr schwamm zwar vor allem zum Ende des ersten Durchgangs, doch auf einen Mann in der Defensive konnte sich der Bundestrainer verlassen. Die Einzelkritik.

Einzelkritik: Deutschland 2:0 Ukraine - Boateng räumt ab, Götze verschwindet

Die deutsche Abwehr schwamm zwar vor allem zum Ende des ersten Durchgangs, doch auf einen Mann in der Defensive konnte sich der Bundestrainer verlassen. Die Einzelkritik.

DEUTSCHLAND

MANUEL NEUER (Tor, Wertung 4/5): Musste gleich zu Beginn beim Schuss von Konoplyanka ran und parierte stark (4.). Auch beim Kopfball von Khacheridi auf dem Posten (26.). Zwei Top-Paraden, die ganz wichtig waren. In der zweiten Hälfte nur noch seltener gefordert, aber immer auf der Höhe.

BENEDIKT HÖWEDES (Abwehr, Wertung 2,5/5): Bei Ballbesitz schob der Rechtsverteidiger weit nach vorne, ohne dort allerdings Akzente setzen zu können. Gegen den energischen Shevchuk und den abgezockten Konoplyanka bekam er defensiv seine Seite nicht immer zu. Nach der Pause sah das besser aus, weil die Ukrainer auch nicht mehr viel machten.

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JEROME BOATENG (Abwehr, Wertung 4/5): Eine überragende Rettungsaktion bei der Ukraine-Großchance in der 37. Minute, als er den Ball von der Linie kratzte. Warf sich immer wieder in die Bälle und war noch – wie erwartet – der sicherste deutsche Abwehrspieler. Seine langen Pässe kamen in der ersten Hälfte nicht immer an, wurden aber im Laufe des Spiels besser.

SHKODRAN MUSTAFI (Abwehr, Wertung  3,5/5): Mit seinem frühen Ballverlust leitete er die Großchance für Konoplyanka ein (4.). Sammelte danach viel Selbstbewusstsein durch sein erstes Länderspiel-Tor – das wichtige 1:0, das er mit einem wuchtigen Kopfball machte. Ordentlich in der Defensive und bissig in den Zweikämpfen, wenn auch mit dem Nachsehen beim Kopfball von Khacheridi und einem Abstimmungsfehler beim Rückpass auf Neuer (88.).  

JONAS HECTOR (Abwehr, Wertung 3/5): Besser als Höwedes auf der anderen Seite. Schaltete sich konstruktiv in die Angriffe ein und holte im Duell mit Yarmolenko ein Unentschieden heraus.

SAMI KHEDIRA (Mittelfeld, Wertung 3/5): Mit einer Großchance vor dem Seitenwechsel (29.). War viel zwischen den Linien unterwegs und versuchte, auf der halbrechten Seite anspielbar zu sein.

TONI KROOS (Mittelfeld, Wertung 4/5): Ganz starker Freistoß als Vorbereitung für das 1:0 von Mustafi und ebenfalls überragend beim Pass auf Khedira bei dessen Möglichkeit (29.). War der Aufbau-Spieler, der die Kugel von hinten in Schwung brachte. Nach der Pause streifte sein Distanzschuss die Latte (52.). Der dominierende Spieler bei der DFB-Elf.

THOMAS MÜLLER (Mittelfeld, Wertung 2/5): Hielt die rechte Seite zunächst konsequent, was ihm die bekannte Gefahr nahm. Versuchte es mit Flanken, die oft nichts einbrachten. Erst als er sich freier bewegte, nahm er mehr am Spiel teil. Mit einem Abschluss aus der Entfernung (76.).  

MESUT ÖZIL (Mittelfeld, Wertung 2,5/5): Konnte im ersten Durchgang keine Akzente setzen. War nur bei den Kurzpass-Kombinationen am Ball, entscheidend waren andere Spieler. Auch nach Seitenwechsel nur wenig involviert – bis er in der 87. Minute die Großchance zum 2:0 hatte und schließlich in der 92. Minute das 2:0 für Schweinsteiger mit seiner Flanke vorbereitete.

JULIAN DRAXLER (Mittelfeld, Wertung 3/5): Mit Aktionen auf links, mit Flanken, mit Einsatz. Gar nicht schlecht. Zu Beginn der zweiten Hälfte mit einem starken Abschluss (48.) und einer weiterhin ordentlichen Leistung.

MARIO GÖTZE (Angriff, Wertung 1,5/5): Begann das Spiel mit einem schönen Solo (3.) – und danach war von ihm im ersten Durchgang außer einer Abseitsposition nichts mehr zu sehen. Ein abgefälschter Schuss (74.) war sein Arbeitsnachweis im zweiten Durchgang. Das war zu wenig.

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ANDRE SCHÜRRLE (Mittelfeld, Wertung 3/5): Wurde nach 78 Minuten für Draxler eingewechselt und hatte nach 82 Minuten eine gute Chance, als er rechts am Tor vorbei zielte. Auch sonst sorgte er für einigen Schwung.

BASTIAN SCHWEINSTEIGER (Mittelfeld, Wertung 3/5): Kam in der 90. Minute in die Partie – und schlug beim Konter gleich zu und machte das 2:0.

 

UKRAINE

ANDRIY PYATOV (Tor, Wertung 3,5/5): Beim 0:1 ohne jede Chance. Rettete stark gegen Khedira, als der alleine vor ihm auftauchte (29.) und auch, als der Juve-Mann aus der Distanz abzog (61.).  

ARTEM FEDETSKIY (Abwehr, Wertung 2,5/5): In zähen Duellen mit Draxler auf seiner Seite. Hatte dabei einige Male das Nachsehen.

YEVHEN KHACHERIDI (Abwehr, Wertung 2,5/5): Scheiterte mit seinem Kopfball an Neuer (26.), als er sich im Kopfball gegen Mustafi durchsetzen konnte. In der Abwehrzentrale ohne größere Probleme mit Götze.

YAROSLAV RAKITSKIY (Abwehr, Wertung 3/5): Solide Partie in der Defensivmitte. Sachlich und abgeklärt. Im Angriff sogar mit einem gefährlichen Freistoß (57.).

VYACHESLAV SHEVCHUK (Abwehr, Wertung 3,5/5): Mit enormem Einsatz auf links. Spulte sein Pensum in Abwehr und Angriff ab.

SERHIY SYDORCHUK (Mittelfeld, Wertung 2/5): Beim 0:1 für Mustafi zugeteilt, aber von Anfang an einen Schritt zu spät, sodass er nichts mehr retten konnte. Konnte bei den Spielverlagerungen der Deutschen nicht immer alle Lücken stopfen.

TARAS STEPANENKO (Mittelfeld, Wertung 2,5/5): Mit viel Laufarbeit, im Pressing beteiligt. Der bessere der beiden Sechser im defensiven Mittelfeld der Ukrainer.

ANDRIY YARMOLENKO (Mittelfeld, Wertung 3/5): Starkes Spiel auf der rechten Offensivseite. Mit überragender Vorarbeit bei der Konoplyanka-Chance (39.). Baute im zweiten Durchgang stark ab.

VIKTOR KOVALENKO (Mittelfeld, Wertung 2,5/5): Wollte viel zeigen und das gelang ihm zumindest, was den Einsatz und den Arbeitseifer anlangt.

YEVHEN KONOPLYANKA (Mittelfeld, Wertung 3/5): Hatte die erste Gelegenheit der Partie, als er direkt abzog und Neuer zu einer Parade zwang (4.). Seine zweite Chance war sogar noch größer, als er Boateng fast zum Eigentor trieb (39.). Auf der linken Seite zunächst allerdings nicht so oft eingebunden wie Yarmolenko auf der anderen. Ließ nach dem Seitenwechsel nach.   

ROMAN ZOZULYA (Angriff, Wertung 1,5/5): Keine Szenen für den Stürmer vor der Pause. Die Stars sind die Männer aus dem offensiven Mittelfeld – und das spürte der Angreifer über lange Zeit.

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YEVHEN SELEZNYOV (Angriff, Wertung 2,5/5): Durfte nach 66 Minuten für Zozulya ran und rannte sich beim Pressing die Lunge aus dem Leib. Einen Abschluss hatte er nicht.

OLEXANDR ZINCHENKO (Angriff, Wertung 2,5/5): Wurde in der 74. Minute eingewechselt und fiel nicht mehr großartig auf.

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