Einzelkritik: Rüdiger der Boss - zwei Verteidiger fallen ab

Die deutsche Nationalmannschaft pustet durch!

Nach der blamablen WM-Auftaktniederlage gegen Japan kämpfte sich die Auswahl von Bundestrainer Hansi Flick zu einem 1:1 gegen Spanien.

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Mann des Abends war Niclas Füllkrug, der nach seiner Einwechslung den Ausgleich erzielte. Hinten stach Antonio Rüdiger heraus, der auch im Offensivspiel Akzente setzen konnte.

Sorgen machte derweil Thilo Kehrer. Der 26-Jährige hatte große Probleme gegen Dani Olmo und Co. Die SPORT1-Einzelkritik.

MANUEL NEUER: Wackelte! Lenkte den Schuss von Olmo zu Beginn zwar an die Latte, einige neutrale Beobachter fragten sich aber, wieso der Bayern-Star so kompliziert übergriff (7.). Verschätzte sich zudem einmal beim Rauslaufen und spielte einen bösen Fehlpass (26.) – ging in beiden Fällen gut. Am Gegentor war der frühere Welttorhüter aber machtlos. SPORT1-Note: 4

Thilo Kehrer (Photo by Pablo Morano/BSR Agency/Getty Images)
Thilo Kehrer (Photo by Pablo Morano/BSR Agency/Getty Images)

Kehrer mit großen Problemen

THILO KEHRER (bis 70.): Rutschte in die Startelf und hatte große Probleme gegen Olmo und Co. Fast immer einen Schritt zu langsam. Wirkte überfordert und holte sich völlig zurecht die erste Gelbe Karte nach einem Foul gegen Torres (37.). Vor dem 0:1 übte er zu wenig Druck auf Flankengeber Jordi Alba aus. Ein bitterer Tag für den Profi von West Ham. SPORT1-Note: 5

LUKAS KLOSTERMANN (ab 70.): Der Leipziger kam zu seinem ersten WM-Einsatz, konnte nach vorne aber keine Akzente mehr setzen. Stand dafür hinten solide! Zu spät für eine Benotung.

NIKLAS SÜLE: Gegen Japan schwach, diesmal lange Zeit richtig stark! Man merkte, dass der BVB-Star diesmal auf seiner Stammposition in der Innenverteidigung spielte. Köpfte hinten viele Bälle weg, und räumte ab. Und trotzdem hing er beim 0:1-Gegentreffer mit drin. War einen Schritt zu spät gegen Joker Morata. SPORT1-Note: 3

ANTONIO RÜDIGER: War bis zum Gegentor der Abwehrchef, den viele in ihm sehen. Verteidigte richtig gut gegen Torres, ackerte und kämpfte. Schade, dass der Real-Star bei seinem Kopfballtor vor der Pause im Abseits stand (40.). Hatte zudem eine gute Dropkick-Chance vor der Pause. Wenn allerdings ein Abwehrspieler die gefährlichen Offensivaktionen hat, spricht das nicht gerade für die Angreifer. SPORT1-Note: 2

Niclas Füllkrug und Joshua Kimmich (Photo by Harry Langer/DeFodi Images via Getty Images)
Niclas Füllkrug und Joshua Kimmich (Photo by Harry Langer/DeFodi Images via Getty Images)

Kimmich als Antreiber

DAVID RAUM (bis 87.): Nach vorne konnte er seine Schnelligkeit diesmal kaum ausspielen. Defensiv zudem auch nicht der erhoffte Rückhalt. Wackelte immer mal und schlug zudem schlechte Standards. Rettete dafür einmal sehr stark gegen den einschussbereiten Torres (26.). SPORT1-Note: 5

NICO SCHLOTTERBECK (ab 87.): Der BVB-Profi saß nach seinem Abwehr-Patzer gegen Japan diesmal auf der Bank. Kam in der Schlussphase für Raum und half mit, das 1:1 über die Zeit zu bringen. Monster-Grätsche im Strafraum gegen Morata (90.). So will man ihn sehen! Dennoch zu spät für eine Benotung.

JOSHUA KIMMICH: Flick setzte ihn wieder im Mittelfeld-Zentrum ein. Dort gefiel der Bayern-Star als Antreiber. Verteidigte gut und erkämpfte sich viele Bälle. Fast hätte er das 1:0 erzielt, nachdem er sich den Ball vor dem spanischen Strafraum selbst zurückerobert hatte, schoss allerdings links am Tor vorbei (57.). Schade! SPORT1-Note: 3

LEON GORETZKA: Durfte wie bei Bayern an der Seite von Kimmich ran und tat dem deutschen Spiel mit seiner Physis gut. Gewann viele Zweikämpfe, arbeitete fleißig nach hinten. Offensiv kam jedoch sehr wenig von Goretzka, der in der 10. lediglich eine gute Umschaltaktion einleitete, aber etwas zu spät auf Gnabry spielte – Abseits! SPORT1-Note: 2,5

Serge Gnabry  (Photo by Pablo Morano/BSR Agency/Getty Images)
Serge Gnabry (Photo by Pablo Morano/BSR Agency/Getty Images)

Gnabry wieder schwach

SERGE GNABRY: Wieder eine schwache Leistung des Bayern-Stars, der zwar bemüht in die Partie startete, aber sehr schludrig agierte, wenn er an den Ball gelangte. Man hat das Gefühl: Wenn Gnabry das Deutschland-Trikot überstreift, verlässt ihn der Mut. SPORT1-Note: 4

Ab 85. JONAS HOFMANN: Der Gladbacher kam in der Schlussphase, konnte aber nicht mehr für große Impulse setzen. Half mit, das Remis über die Zeit zu bringen. Auch seine Einwechslung war zu spät für eine Benotung.

ILKAY GÜNDOGAN (bis 70.): Rückte wegen Goretzkas Hereinnahme auf die Zehner-Position, entwickelte dort aber so gut wie keine Bindung zum Spiel und kam zu keinem gefährlichen Abschluss. Gewann immerhin alle fünf Zweikämpfe, die er führte. SPORT1-Note: 4

LEROY SANÉ (ab 70.): Der am Knie verletzte Flügelspieler wurde in der Schlussphase noch mal gebracht. War am erlösenden 1:1-Ausgleich beteiligt, sorgte auch sonst für viel Wirbel. Kurz vor Schluss vergab er eine große Möglichkeit. SPORT1-Note: 2

Jamal Musiala (Photo by Simon Stacpoole/Offside/Offside via Getty Images)
Jamal Musiala (Photo by Simon Stacpoole/Offside/Offside via Getty Images)

Musiala der auffälligste Deutsche

JAMAL MUSIALA: Auffälligster Deutscher! Brachte das Publikum im Al Bayt Stadion mit seinen blitzschnellen Aktionen einige Male zum Staunen. Vergab aber wie schon gegen Japan eine Riesenchance aus sehr guter Position (74.). Bereitete dafür den wichtigen Ausgleichstreffer durch Edeljoker Füllkrug vor (83.). SPORT1-Note: 2

THOMAS MÜLLER (bis 70.): Durfte ganz vorne ran - eine Position, die ihm noch nie wirklich lag. Und das wurde auch gegen Spanien wieder deutlich. Müller dirigierte und lief zwar viel, präsentierte sich spielerisch aber eher glücklos. SPORT1-Note: 4

NICLAS FÜLLKRUG (ab 70.): Flick versuchte es nochmal mit der Brechstange und brachte den Bremer Torjäger. Der Neu-Nationalspieler war gleich nach seiner Einwechslung an zwei guten Chancen beteiligt (73./74.) – und erlöste wenig später mit seinem strammen Schuss in der 83. Minute eine ganze Fußball-Nation! Retter Füllkrug hält Deutschland im Turnier - DANKE! SPORT1-Note: 1