Eisdiele schließt wieder trotz Corona-Nöten – wegen Kundenpöbeleien

Sandra AlterFreiberufliche Journalistin
Yahoo Finanzen

Nur einen Tag nach der langersehnten Wiedereröffnung schließt der Besitzer einer Eisdiele sein Geschäft wieder. Grund: Frustrierte Kunden beleidigten eine Mitarbeiterin so sehr, dass sie kündigte.

(Bild: Getty)
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Die Entbehrungen während der Corona-Pandemie machen den meisten Menschen schwer zu schaffen. Umso größer war die Freude bei vielen, dass es wieder Lockerungen gibt. Endlich dürfen auch Eisdielen passend zum guten Wetter wieder ihre Leckereien verkaufen.

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Doch Mark Lawrence, der Besitzer der „Polar Cave Eisdiele“ in Massachusetts, machte nur einen Tag nach der Wiedereröffnung wieder dicht. Lawrence betreibt seit 19 Jahren seine Eisdiele in der Kleinstadt Mashpee auf der Halbinsel Cape Cod.

Nach dem Corona-Lockdown durften in Massachusetts pünktlich zum Muttertagswochenende die Eisdielen wieder öffnen. Doch für das kleine Unternehmen von Lawrence geriet die heiß ersehnte Wiedereröffnung am vergangenen Freitag zum Desaster.

Kunden hatten eine junge Mitarbeiterin so sehr beleidigt, dass sie nicht mehr für die Eisdiele arbeiten wollte. „Eine meiner besten Angestellten kündigte zum Ende ihrer Schicht“, sagte Lawrence gegenüber Boston 25 News.

 „Den Tonfall und die Ausdrücke, die für sie benutzt wurden, würde man nicht mal in einem Umkleideraum für Männer sagen. Und so mit einem 17-jährigen Kind zu reden, sie sollten sich schämen.“

Wartezeiten führten zu Anfeindungen

Grund für die extremen Anfeindungen waren offensichtlich die Wartezeiten, die aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen und des hohen Ansturms entstanden waren. Wie überall, war auch die Wiedereröffnung der Eisdiele in Mashpee nur unter bestimmten Vorgaben zulässig.

Im Rahmen der neuen Vorschriften, um die Sicherheit von Kunden und Mitarbeitern zu gewährleisten, gab Lawrence auf seiner Facebookseite bekannt, dass alle Bestellungen eine Stunde im Voraus aufgegeben werden müssten.

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Laut dem Unternehmer hielten sich aber viele Kunden nicht an die Regelung, tauchten direkt am Laden auf und seien dann über die langen Wartezeiten frustriert gewesen. „Die Menschen haben in den sechs oder sieben Wochen, in denen sie zu Hause eingesperrt waren, vergessen, wie sie andere behandeln sollen. Sie haben keine Ahnung, wie man andere Menschen respektiert“, sagte er dem Nachrichtenmagazin.

Lawrence gab an, den Laden erst wieder öffnen zu wollen, wenn er einen neuen Plan für den Betrieb habe. Am Samstag nahm die Eisdiele nur noch begrenzt Bestellungen an. In den Stunden nachdem er entschieden hatte, die Eisdiele für die breite Öffentlichkeit wieder zu schließen, bekam er im Internet hunderte Nachrichten von Menschen, die ihm Zuspruch leisteten und sich für die Geduld und Freundlichkeit seiner Mitarbeiter bedankten.

Für seine 17-jährige Mitarbeiterin, die in den vergangenen drei Jahren in der Eisdiele arbeitete, um Geld fürs College zu sparen, hat Mark Lawrence nun eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Mehr als 1.300 US-Dollar kamen bereits zusammen. So soll der jungen Frau doch noch ein guter College-Start im Herbst ermöglicht werden.

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