Eishockey: Dritte WM im "Henkelmännchen"

Wenn die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ab Freitag dem Traum vom WM-Viertelfinale nachjagt, atmet Stefan Löcher tief durch. Der Geschäftsführer der Lanxess Arena und sein Team rüsteten Deutschlands bestbesuchte Multifunktionshalle in den vergangenen Wochen mit Hochdruck für die bereits dritte Austragung einer Eishockey-Weltmeisterschaft in Köln. Die 17-tägige Veranstaltung bringt große Herausforderungen mit sich.

Wenn die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ab Freitag dem Traum vom WM-Viertelfinale nachjagt, atmet Stefan Löcher tief durch. Der Geschäftsführer der Lanxess Arena und sein Team rüsteten Deutschlands bestbesuchte Multifunktionshalle in den vergangenen Wochen mit Hochdruck für die bereits dritte Austragung einer Eishockey-Weltmeisterschaft in Köln. Die 17-tägige Veranstaltung bringt große Herausforderungen mit sich.

"Wir gehen mit dem internationalen und dem deutschen Verband mit 24 Millionen Euro ins Risiko. Wir machen das aber gerne, weil wir an die Eishockey-WM glauben. Die bisherigen Verkäufe geben uns recht", sagte Löcher dem SID. Vier der sieben Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft sind nahezu ausverkauft. Mit Co-Ausrichter Paris liegt das 18.500 Zuschauer fassende "Henkelmännchen" derzeit bei mehr als einer halben Million verkauften Eintrittskarten.

Den Einnahmen gegenüber steht der enorme Aufwand, den die Arena im Vorfeld des Turniers unternimmt. Für rund 1500 akkreditierte Medienvertreter werden Arbeitsplätze teils komplett neu geschaffen, die acht Teams der Vorrundengruppe A erhalten je eigene Rückzugs- und Umkleideräume. Angesichts der hohen Investitionen sind die wirtschaftlichen Zielsetzungen für das Kufen-Festival sachlich gesteckt.

"Das Ziel ist natürlich, dass am Ende eine schwarze Null steht und wir möglichst wirtschaftlich positiv aus der WM hervorgehen", sagte Löcher, der seit 2001 in der Geschäftsführung sitzt und neun Jahre später zum alleinigen Chef der Arena Management GmbH aufstieg.

"Vergleiche die Arena mit einem Restaurant"

Dass die Lanxess Arena zu den Top-Hallen Europas gehört, hat sie seit der Eröffnung 1998 stetig bewiesen. Bis zu 1,8 Millionen Besucher strömen mittlerweile jährlich durch die Tore, im Vorjahr lag der Umsatz bei 45 Millionen Euro. "Ich vergleiche die Arena immer mit einem Restaurant, das zwar in die Jahre gekommen, aber immer super ausgelastet ist", sagte Löcher.

Im weltweiten Vergleich des Branchenmagazins Pollstar rangiert die Lanxess Arena in Sachen Auslastung bei Showveranstaltungen auf einem beeindruckenden sechsten Platz. Die nationale Konkurrenz führt die ehemalige Kölnarena souverän an. Laut des Magazins Stadionwelt lag die Besucherzahl 2016 bei 1,61 Millionen Gästen - absoluter Top-Wert.

Erst mit deutlichem Abstand folgt auf Rang zwei die Mercedes-Benz-Arena in Berlin (1,21 Millionen). Um die Spitzenposition zu wahren, denkt Löcher an weitere Innovationen: "Dazu gehören ganz neue LED-Konzepte und Lichteffekte, aber auch die Möglichkeit, die Kapazität noch einmal zu steigern."

Haie-Aus sorgt für Unmut

Für Unmut sorgte in diesem Jahr das frühe Aus der Kölner Haie im Playoff-Viertelfinale der DEL. Die fehlenden Einnahmen aus Halbfinal- oder Finalspielen machten sich bei zehn Millionen Euro Pacht im Jahr durchaus bemerkbar, 24 Termine hatte die Arena extra geblockt. "Das war absoluter Mist und aus unserer Sicht auch eine Katastrophe", so Löcher.

Die Rahmenbedingungen für die Zukunft sind geschaffen. Der Vertrag mit den Haien wurde jüngst verlängert, das Final Four der Handball-Champions-League findet bis 2020 am Rhein statt. Darüber hinaus trug Basketball-Zweitligist Rheinstars Köln seine Heimspiele der vergangenen Saison komplett in der Arena aus und darf auch für die kommende Spielzeit hoffen.

Die dritte Eishockey-WM soll nicht das letzte internationale Großevent bleiben. "Wir bewerben uns noch für andere Weltmeisterschaften, ganz konkret für die Handball-Weltmeisterschaft 2019", sagte Löcher: "Im Hinblick darauf wollen wir zeigen, dass wir ein solches Mammutprojekt stemmen können."

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