Emma Watson: Darum will die Schauspielerin kein "Single" sein

Alice TielichFreie Autorin

Schauspielerin Emma Watson wählt kurz vor ihrem 30. Geburtstag eine neue Bezeichnung für ihren Beziehungsstatus. “Self-partnered” sei sie, und nicht “Single”. Und tritt damit eine hitzige Diskussion los.

Emma Watson ist kein "Single". (Bild: Reuters)
Emma Watson ist kein "Single". (Bild: Reuters)

In einem Interview mit der britischen Vogue gesteht Emma Watson, erfolgreiche Schauspielerin, Stilikone und Aktivistin, dass ihr nahender 30. Geburtstag ihr eine Menge Druck mache. Schuld seien daran insbesondere die Erwartungen, die einer Frau von außen übergestülpt werden: Mit 30 soll man doch bitte ein Haus inklusive Ehemann und Kind vorweisen können und im Job bereits ein paar Stufen der Karriereleiter erklommen haben.

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Wenn dem nicht so ist, kann das laut Watson für eine Menge Angst und Verunsicherung sorgen. Früher habe sie nie verstanden, wie Menschen als Single glücklich sein könnten – bis sie sich selbst in diesem so besonderen Lebensabschnitt befand. Und bemerkte, dass sie sogar sehr glücklich sei, und zwar in einem Leben mit sich selbst an ihrer Seite.

Es erscheint geradezu absurd, dass eine so erfolgreiche junge Frau sich auch heutzutage noch von derart veralteten Rollenklischees und Erwartungen unter Druck setzen lässt. Bei all ihrem Engagement auf sozialer und beruflicher Ebene stellt sich doch auch die Frage, ob für eine Beziehung überhaupt Zeit sei. Aber abgesehen davon: Der Begriff “Single” hat wohl für viele einen zumindest negativen Beigeschmack und wirkt wie ein Makel im ansonsten ganz zufriedenen Dasein. “Self-partnered”, also mit sich selbst in einer Beziehung, klingt da gleich viel schöner. Und nicht mehr so nach “allein”, sondern nach ganz viel gesunder Selbstliebe.

Watsons Aussagen treten Kontroverse los

Erwartungsgemäß wurde ihre Aussage heftig diskutiert. Zunächst erhielt sie viel Zustimmung, eben weil sie den Fokus auf sich legt.

“Emma Watson’s #selfpartnered Zitat ist tatsächlich absolut fantastisch, weil es den Fokus darauf legt eine Beziehung mit sich selbst zu führen statt keine Beziehung mit jemand anderem zu haben. Das ist super motivierend und gesund.”

“Ich mag dieses #selfpartnered Konzept. Es ist einfacher und angenehmer, allein zu sein, dein eigenes Ding zu machen. Glück ist leichter zu erreichen. Es geht letztlich um Selbstliebe und allein mit dir selbst zufrieden zu sein, was ein wichtiger mentaler und emotionaler Zustand ist.”

Aber es wurden auch andere Stimmen laut, die das Konzept nicht so bejubeln konnten. Denn auch “self-partnered” bedeutet nunmal, dass man nicht in einer Beziehung mit jemandem ist – wenn man darunter leidet, bringt auch ein schöner neuer Begriff für diesen Zustand nichts. Das hatte ja schon Gwyneth Paltrow bewiesen, als sie die Trennung von Ehemann Chris Martin 2014 als “conscious uncoupling” bezeichnete. So “bewusst” sie ihre “Entpartnerung” auch betrieben, eine Scheidung war es dann eben doch.

“Dieses ganze #selfpartnered Ding hilft mir nicht viel bei meiner Einsamkeit und niederschmetternden sozialen Phobie. Es ist nur ein anderer Weg zu sagen ‘Es gibt da draußen jemanden für dich’, nur bist das in dem Fall eben du selbst. Das ist in keiner Weise tröstlich.”

Viele stören sich auch daran, dass es für alles ein Label zu brauchen scheint – statt einfach mit sich im Reinen zu sein. Ganz ohne Hashtag. Für seinen Beziehungsstatus sollte sich sowieso niemand rechtfertigen müssen, egal in welchem Alter:

“Das ist dumm! Warum kann man nicht einfach sagen ‘Ich bin im Moment Single weil ich mich dafür entscheide mich um mich und meine Bedürfnisse zu kümmern, und ich brauche kein Etikett um das zu rechtfertigen, und wenn die richtige Person in mein Leben tritt kann sich das ändern, anstatt dieses dumme #selfpartnered zu sein.”


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