Endspiel in Dresden - Im Süden (fast) alles klar

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Der letzte Spieltag der GFL-Punktrunde bringt in der Nord-Gruppe die Entscheidung über die Plätze zwei bis vier, im Süden ist theoretisch noch offen, wer Vierter wird. Doch angesichts der Ausgangslage, dass die Allgäu Comets in Schwäbisch Hall die Siegessträhne der unangefochtenen Unicorns nach 47 Erfolgen in Serie stoppen müssten, um noch eine Chance zu haben, dürften die Stuttgart Scorpions bereits für das Viertelfinale planen.

Im Norden kann es komplexer werden - Dresden Monarchs, Hildesheim Invaders und Berlin Rebels könnten am Ende allesamt mit 18:10 Punkten gleichauf landen. In dem Fall käme es auf den direkten Vergleich aller drei untereinander an: Die Invaders gewannen drei der vier Spiele gegen Dresden und Berlin, die beiden Konkurrenten vor ihrem Rückspiel am Samstag im Dresdener Heinz-Steyer-Stadion bisher jeweils nur eines.


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Können die Berlin Rebels also bei den Monarchs wie beim 16:13-Hinspielsieg in Berlin auftrumpfen, schieben sie sich noch auf Rang drei und verdrängen die Dresdener auf Platz vier. Die Monarchs wiederum sind mit einem eigenen Sieg sicher Zweiter, selbst wenn die Hildesheim Invaders ebenfalls ihr letztes Spiel gegen Potsdam gewinnen sollten. Denn im direkten Zweier-Vergleich zählen in der GFL auch die erzielten Punkte mit, und Dresden hat sein Heimspiel höher gewonnen als die Invaders ihres.

Hildesheim mit sich selbst beschäftigt

Hildesheims Teammanager Dominic Mai sagt: "Wir scheren uns nicht um Rechenspiele oder schauen auf andere Plätze. Wir konzentrieren uns nur auf uns. Wir haben es nicht selbst in Hand und fokussieren uns nur auf Potsdam." Dies kann er einerseits auch deswegen so formulieren, weil die Invaders anders als ihre beiden Konkurrenten bereits sicher sind, nicht schon im Viertelfinale zu den Schwäbisch Hall Unicorns zu müssen.

Und andererseits hat man derzeit in der Tat genug mit sich selbst zu tun. Nach drei Niederlagen in Folge trennten die Hildesheimer sich von der Spitze des Trainerstabs um den langjährigen Coach Matt LeFever. Die Interimstrainer Gerrit Meister, Jabari Johnson und Jens Heinecke haben nun das Sagen. Und im letzten Punktspiel wollen sie vorerst auf Quarterback Casey Therriault verzichten, die Fußverletzung des 30-Jährigen entpuppt sich als langwierig.

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Auf Seiten der Invaders fehlen außerdem weiterhin Jaleel Awini, Viktor Bürger, Semmie Raji und Adrian Jiménez. So könnte es für Ersatz-Quarterback Chris Andrews selbst gegen einen Gegner, der nach einer für ihn enttäuschenden Saison nur noch deren Ende herbeisehnt, schwer werden. Die Potsdamer bekamen dieses Jahr nie Kontinuität auf ihre Quarterback-Position, zuletzt schied wieder Paul Zimmermann verletzt aus.

Entscheidung in Dresden

Die Entscheidung fällt allerdings auch für die Hildesheimer dann doch beim Spiel in Dresden. Gewinnen die Monarchs, werden die Invaders Dritter; gewinnen die Berliner, darf Hildesheim mit einem Heimspiel in die Playoffs starten. Auch in Dresden steht die Quarterback-Situation im Mittelpunkt. Im Hinspiel in Berlin gelangen dem eigentlichen Starter Zack Greenlee keine Punkte in der ersten Hälfte, erst mit dem nominellen Ersatzmann Glen Cuiellette gab es nach der Pause noch eine Aufholjjagd.


Folgerichtig führte so Cuiellette beim wichtigen Sieg gegen Hildesheim Regie. Zur Verfügung steht ihm als Anspielstation mit KeVonn Mabon der augenblickliche Top-Scorer der Liga (18 Touchdowns nach Passfängen, einer nach einem Return), der allerdings befürchten muss, die Krone am letzten Spieltag noch zu verlieren. Einerseits steht Verfolger Tyler Rutenbeck (18 Touchdowns) mit den Schwäbisch Hall Unicorns gegen die Allgäu Comets womöglich vor einem erneuten Schützenfest (Hinspiel: 71:26 in Kempten).


Andererseits liegen die Qualitäten der Berlin Rebels traditionell in der Verteidigung, und besonders zum Ende der Saison hin wurden die Hauptstädter da auch immer bissiger. Viele Punkte sind da nicht unbedingt zu erwarten, zumal so viel auf dem Spiel steht. Auch die Dresdener sind in dieser Saison in der Defense hervorragend aufgestellt. Gut möglich also, dass hier nicht Receiver-Stars wie Mabon am Ende die Entscheidung liefern, sondern deren Gegenspieler aus den Defensive Backfields. Omari Williams (bereits acht Interceptions 2019) auf Dresdener Seite und Paul Morant (sechs) sind in der GFL Nord jedenfalls die Spieler mit den meisten abgefangenen Pässen.

Im Süden fast alles klar

In der GFL Süd stehen Schwäbisch Hall, Frankfurt und Marburg als Erster, Zweiter und Dritter fest, und da Ingolstadt nicht mehr Vierter werden kann, ist aus der Begegnung der Dukes mit den Stuttgart Scorpions ein wenig die Luft raus. Die Gastgeber werden zwar noch einmal zeigen wollen, dass sie mit etwas weniger Verletzungspech in der ersten Saisonhälfte jetzt eigentlich für die Playoffs qualifiziert gewesen wären. Die Stuttgarter Gäste werden zu Beginn der Partie aber mindestens den Halbzeitstand aus Schwäbisch Hall kennen, und in der Mehrzahl der Fälle haben die Unicorns ihre Pflichtaufgaben bis dahin bereits erledigt. Dann dürfte es für die Scorpions nur noch darum gehen, möglichst ohne Verletzungen wieder nach Hause zu kommen.

Auch in Frankfurt geht es nicht mehr um die Tabellensituation, doch steht das Hessen-Derby von Vizemeister Frankfurt Universe und Marburg Mercenaries ja vielleicht unter einem besonderen Stern. Frankfurt zog sich - nicht in Bestbesetzung - zuletzt in Stuttgart nur knapp aus der Affäre, Marburg war beim Hinspiel gegen Universe bis auf einen Touchdown dran. Gut möglich also, dass die Mercenaries sich hier etwas ausrechnen. Für sie wäre es etwas ganz Besonderes, das erste GFL-Süd-Team neben den Unicorns zu werden, das den Frankfurtern eine Niederlage zufügen kann. Selbst in einem Spiel, in dem es sonst um nichts mehr geht.

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