Özil vs. Arsenal: "Wie sehr schlechte Scheidung"

SPORT1
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Englands Fußball-Ikone Gary Lineker sieht in der unschönen Trennung von Mesut Özil und dem FC Arsenal die Schuld bei beiden Seiten.

"Aus meiner Erfahrung kommen Vereine mit so etwas davon, sie sehen am Ende oft wie das Opfer aus, besonders heutzutage, weil den Spielern so viel Geld hinterhergeworfen wird", sagte Lineker der Sport Bild: "Doch bei so einer Sache versucht der Klub, die Darstellung zu manipulieren, auch Mesut Özil wird versuchen, das zu manipulieren." (SERVICE: Tabelle der Premier League)

Özil und Arsenal "wie sehr schlechte Scheidung"

Letztlich stehen für den 60-Jährigen beide Seiten als Verlierer da. "Dies geht wie eine sehr schlechte Scheidung zu Ende. Das ist extrem schade, weil Özil so ein toller Fußballer ist, der unserem Sport viel gegeben hat", erklärte Lineker: "Es ist ziemlich traurig zu sehen, wie es endet. Viele Arsenal-Fans haben sich gegen ihn gewandt, ohne die Hintergründe zu kennen. Ich denke, dass man beiden Parteien Vorwürfe machen muss. Sonst endet es nicht so."

Özil und Arsenal einigten sich letztlich auf eine Vertragsauflösung, der Weltmeister von 2014 wechselt zu Fenerbahce Istanbul, wo er in der Rückrunde zunächst sogar ohne Gehalt spielen wird.

Bei den Gunners hatte der Regisseur seit März 2020 keine Partie mehr bestritten. "Er musste den Klub jetzt wirklich verlassen. Das ging nicht mehr anders", stellte Lineker klar.

Lineker glaubt an Werner und Havertz

Die England-Legende nimmt zudem die deutschen Nationalspieler Timo Werner und Kai Havertz nach ihrem schweren Start beim FC Chelsea in Schutz.

"Werner ist bisher okay, wenn auch noch nicht brillant", sagte Lineker: "Die Tore werden kommen. Havertz wirkt für mich wie ein Spieler, der etwas länger brauchen wird, um sich an das Tempo hier zu gewöhnen."

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Werner und Havertz kosten Chelsea 130 Millionen

Die beiden Deutschen waren im Sommer für zusammengerechnet rund 130 Millionen Euro nach London gewechselt.

Werner, der von RB Leipzig kam, legte in bislang 28 Pflichtspielen neun Tore und sechs Vorlagen auf.

Der frühere Leverkusener Havertz erzielte in 24 Spielen fünf Treffer und gab sechs Assists. Der 21 Jahre alte Spielmacher hatte Ende 2020 jedoch länger mit den Folgen einer Corona-Infektion zu kämpfen.

Lineker macht sich trotzdem keine Sorgen: "Ich glaube aber, dass sie sich noch durchsetzen werden. Ich habe bei beiden genug gute Ansätze gesehen. Alles wird gut werden. Man braucht nur Geduld, auch wenn die im Fußball nicht existiert."

Bringt Tuchel die Wende?

Helfen könnte dem deutschen Duo die Verpflichtung Thomas Tuchels als Teammanager, die am Dienstag öffentlich wurde.

Unter dessen Vorgänger Frank Lampard, der am Montag nach dem Absturz auf Tabellenplatz neun entlassen worden war, hatten die beiden Offensivspieler ihre beste Position noch nicht gefunden.

Werner wechselte oft zwischen Flügel und Angriffszentrum hin und her, während Havertz bereits fast überall im Mittelfeld gespielt hat.