England-Star Zaha: Kniefall vor Spiel "erniedrigend"

SPORT1
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Seit Monaten gehen in England kurz vor Anpfiff jeder Partie sämtliche Spieler, Trainer und Betreuer auf die Knie.

Ein gemeinsames Zeichen in Unterstützung von Black Lives Matter, gegen Rassismus und Diskriminierung. Aber womöglich auch nicht mehr als ein kraftloses Symbol?

Der Premier-League-Star Wilfried Zaha ist nun mit dem zum Ritual gewordenen Kniefall hart ins Gericht gegangen. "Warum muss ich für dich niederknien, um zu zeigen, dass wir etwas wert sind?", sagte der Offensivspieler von Crystal Palace nun im Podcast "On The Judy".

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Der 28-Jährige, der selbst schon mehrfach rassistisch beleidigt wurde, fragte weiter: "Warum muss ich überhaupt Black Lives Matter auf dem Rücken meines Trikots stehen haben, um dir zu zeigen, dass wir zählen? Das ist doch alles erniedrigend." Anti-Rassismus-Gesten seien ebenso wie in Stadien angebrachte Banner nichts als "bedeutungslose Scharade."

Anti-Rassismus-Kampagnen nur bloßer Aktionismus?

Weiter sagte der Stürmer von der Elfenbeinküste: "Ständig wollen die Leute, dass ich an Gesprächen zu Black Lives Matter oder Rassismusdebatten teilnehme. Und ich denke mir: Nein, ich mach das nicht für euch, nur damit ihr sagen könnt: 'Zaha hat für uns gesprochen.'" Im Prinzip gehe es nur darum, "einen Haken dranzumachen."

Einen ähnlichen Standpunkt wie Zaha vertritt auch der englische Zweitligist FC Brentford, der den Kniefall am Wochenende erstmals seit seiner Einführung im vergangenen Juni verweigerte. Beim Spiel gegen Barnsley blieben die Akteure stehen, während die Gegner wie gewohnt abknieten.

"Wie so viele Spieler anderer Klubs glauben wir nicht mehr, dass es Wirkung zeigt", schrieben die Brentford-Kicker in einem gemeinsamen Statement.