So hoch sind in Deutschland die Schul-Kosten für Eltern

Ann-Catherin KargFreie Journalistin

Während die Sommerferien in einigen Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg gerader erst bevorstehen, geht es für Berliner Schüler am 5. August schon wieder los. Für die Erstklässler beginnt dann der Ernst des Lebens – und für die Eltern eine Zeit, in der neben dem täglichen Leben auch viele Ausgaben für die Schule dazukommen.

Arbeitsmaterialien wie Stifte und Blöcke gehören noch zu den günstigsten Investitionen. (Bild: Getty Images)
Arbeitsmaterialien wie Stifte und Blöcke gehören noch zu den günstigsten Investitionen. (Bild: Getty Images)

Wie viel Eltern im Durchschnitt für die Schullaufbahn ihrer Kinder berappen müssen, hängt vor allem von ihrem Wohnort ab. Wer für welche Kosten aufkommt, ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt und kann dazu führen, dass man in einem Bundesland fast doppelt so viele Ausgaben stemmen muss wie in einem anderen. Das Preisvergleichsportal „Idealo.de“ hat trotzdem versucht, zu vergleichbaren Zahlen zu kommen und dabei auch die deutschlandweiten Durchschnittskosten für ein Schulleben berechnet: 20.695,83 Euro.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Die teuersten und günstigsten Bundesländer

Für Eltern in Niedersachsen, Hamburg und Bremen stellt die Schulausbildung ihrer Kinder von der Einschulung bis zum möglichen Abitur die größte finanzielle Belastung dar. Vorreiter Niedersachsen kommt die Eltern mit 27.300 Euro am teuersten, in Hamburg sind es 26.700 Euro und in Bremen 24.500 Euro.

Fridays-for-Future-Demos: Mannheim hebt Bußgelder auf

Am günstigsten sind die Ausgaben für die Schule im Osten Deutschlands: In Sachsen und Thüringen werden rund 15.000 Euro fällig, in Mecklenburg-Vorpommern sind es noch einmal 100 Euro weniger. Somit bezahlen Eltern in Niedersachsen fast doppelt so viel Erziehungsberechtigte in Niedersachsen.

Das alles brauchen Schüler

Inbegriffen sind dabei Kosten, die bei der Einschulung zum Beispiel für Schultüte, Schulranzen und eine Feier anfallen, Kosten für das Essen in der Schule, Klassenausflüge und -fahrten, für Bücher, das Ticket für den öffentlichen Nahverkehr und zur Nachmittagsbetreuung im Hort. Dazu Arbeitsmaterialien wie Stifte, Taschenrechner, Zirkel. Und sonstige Ausgaben zum Beispiel für weitere Schulranzen oder -rucksäcke oder Sportsachen.

Die Nachmittagsbetreuung kommt Eltern am teuersten zu stehen. (Bild: Getty Images)
Die Nachmittagsbetreuung kommt Eltern am teuersten zu stehen. (Bild: Getty Images)

Der größte Brocken ist die Hortbetreuung

Der größte Kostenfaktor entsteht durch die Nachmittagsbetreuung im Hort, für die „Idealo.de“ von einer Betreuungszeit von vier bis sechs Stunden von der ersten bis zur sechsten Klasse ausgeht. Diese sorgen dafür, dass die ersten sechs Schuljahre mit Betreuungskosten von durchschnittlich 7.900 Euro am teuersten sind. Doch auch hier bestehen starke regionale Unterschiede. Niedersachsen liegt mit 13.900 Euro wieder vorne, gefolgt von Hamburg und Bremen, während Kinder in Thüringen für nur 2.700 Euro betreut werden.

Weitere Kostenfaktoren

Für zwölf Jahre in der Schule sollten Eltern gute 5.600 Euro für das mittägliche Essen und Klassenfahrten ihrer Kinder einkalkulieren. Immer noch 3.600 Euro fallen für Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr an, die in Rheinland-Pfalz auch einmal 6.000 Euro betragen können, während es in Potsdam nur 1.500 Euro sind.

Zentralabitur: Karliczek fordert Bundesländer zu raschen Schritten auf

Unabhängig vom Bundesland sind die Kosten, die für Dinge wie Ranzen, Rucksäcke, Sportklamotten und Schreibutensilien anfallen: durchschnittlich rund 2.400 Euro. Bei Büchern ist der Unterschied noch einmal enorm: Diese sind in Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen kostenlos.

Im Saarland müssen Eltern sie selbst bezahlen oder leihen, was sich auf 1500 Euro summiert und in Brandenburg auf 272 Euro. Wen diese Summen in leichte Panik versetzen, sollte sich wie immer bei Kindern vorsagen, dass alles nur eine Phase ist, die irgendwann vorübergeht.

VIDEO: Bundeskabinett beschließt Masern-Impfpflicht

Lesen Sie auch