Entdeckung der Saison? Habsburg: "Bin einfach nur dankbar"

Rachit Thukral
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Ferdinand Habsburg ist "dankbar" dafür, sich in der DTM-Saison 2020 den Respekt seiner Audi-Werksfahrerkollegen verdient zu haben, unter anderem vom erneuten Meister Rene Rast.

Habsburg debütierte 2019 in der DTM mit R-Motorsport. Nach deren Rückzug stieß er für die Saison 2020 zum Team WRT und fuhr an der Seite der Rookies Fabio Scherer und Harrison Newey.

Ein unverschuldeter Crash im Training durchkreuzte seinen Saisonauftakt in Spa, doch der Österreicher meldete sich mit einem sechsten Platz auf dem Lausitzring zurück, womit er die ersten Punkte für sein neues Team sammelte.

Beim "Doubleheader" auf dem Nürburgring folgten vier Punkteankünfte in Folge. Der Höhepunkt war schließlich Zolder, wo er mit seiner ersten Pole-Position und dem ersten Podium für ein DTM-Privatteam in der Class-1-Ära für Aufsehen sorgte. Letztlich landete er in den Top 10 der Gesamtwertung vor drei BMW-Werksfahrern inklusive seines Landsmanns Lucas Auer.

Den Respekt vom Meister verdient

Auf die Frage, wie seine Kollegen reagierten, nachdem sie von einem Privatfahrer geschlagen wurden, antwortet Habsburg, dass er sich geschmeichelt gefühlt habe, als mehrere Audi-Werksfahrer ihm zu seinem Erfolg gratulierten.

"Wir haben in der DTM eine Art Podiumszeremonie für die Qualifyings", sagt Habsburg gegenüber 'Motorsport.com'. "Gegen Ende der Saison war ich relativ häufig dabei. Als ich [in Zolder] auf Platz 2 gefahren bin, stand Rene auf Pole. Er kam aus dem Auto heraus auf mich zu und meinte: 'Respekt!' Nicht schlecht, denn mir fehlten ja nur drei Hundertstel oder so."

"Am nächsten Tag fuhr ich auf die Pole und schlug diesmal ihn um drei Hundertstelsekunden. Er kam wieder auf mich zu und sagte: 'Respekt, noch mehr Respekt!'"

"Am Ende der Saison kamen sie alle während der Interviews zu mir und meinten, dass ich mich dieses Jahr gut geschlagen hätte. Da fühle ich mich schon ein bisschen geschmeichelt, weil das die großen Jungs sind: Rocky ist Meister, Rene mehrfacher Meister, Jamie [Green] beinahe ein Meister. Sie machen das seit so vielen Jahren, auch Loic [Duval]."

"Das war schon ein bisschen verrückt. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich wünsche mir, ich hätte es öfter machen können oder für noch ein Jahr mehr. Denn ich habe das Gefühl, dass ich etwas noch Spezielleres hätte erreichen. Wobei das, was wir dieses Jahr rausgeholt haben, schon sehr besonders ist."

Und dann ist alles vorbei

Die Class-1-Ära der DTM ging mit dem Saisonfinale auf dem Hockenheimring zu Ende. Nach dem werksseitigen Ausstieg von Audi werden ab der kommenden Saison GT3-Fahrzeuge zum Einsatz kommen.

Habsburg ist sich sicher, dass er und WRT deutlich mehr hätten erreichen können, wären die DTM-Regularien ein weiteres Jahr stabil geblieben: "Wir waren in Hockenheim sehr melancholisch, dass die Meisterschaft mit diesen Autos zu Ende ist. Auch, weil wir verglichen mit den anderen so wenig Erfahrung hatten."

"Wir hätten mindestens ein weiteres Jahr gebraucht, weil wir uns eigentlich erst gegenseitig kennengelernt haben. Wir sind erst richtig zusammengewachsen, als es in Zolder passiert ist. Der Glaube an uns selbst hat sich ab da wirklich aufgebaut."

"Jetzt ist das alles abgeschnitten worden. Ich bin dankbar für alles, was wir dieses Jahr erreicht haben. Und gleichzeitig so unglücklich, dass es vorbei ist. Ich hoffe, dass ich erneut mit WRT zusammenarbeiten kann, weil wir uns jetzt erst jetzt richtig gut kennen."

Mit Bildmaterial von ITR.