Er nannte sie "Lilibet": Prinz Philips Liebe zu Queen Elizabeth

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 5 Min.
Das jung-verlobte Paar: Prinzessin Elizabeth und Philip Mountbatten, Prinz von Griechenland und Dänemark. (Bild: Getty)
Das jung-verlobte Paar: Prinzessin Elizabeth und Philip Mountbatten, Prinz von Griechenland und Dänemark. (Bild: Getty)

Er war bekannt für seinen Hang zum Witzeln und den gelegentlichen Fettnäpfchen-Tritt. Doch vor allem war Prinz Philip über 73 Jahre hinweg der liebende Mann an Königin Elizabeths Seite.

In der Geschichte des britischen Königshaus gab es noch nie einen Ehepartner, der so viele Jahre an der Seite eines Throninhabers verbrachte, wie Prinz Philip. Dabei begann das Leben des kleinen Philips keineswegs wie ein Märchentraum. Als Sohn des Prinzen Andreas von Griechenland und der Prinzessin Alice von Battenberg kam Philip am 10. Juni 1921 auf Schloss Mon Repos auf der griechischem Insel Korfu zur Welt.

Unvergessen! Mit diesen Sprüchen sorgte Prinz Philip für Lacher

Als kleiner Bruder von vier älteren Schwestern wuchs er allerdings in Frankreich und England auf, nachdem seine Familie aus Griechenland fliehen musste. Seine Kindheit war geprägt von der scheiternden Ehe der Eltern und der psychischen Erkrankung seiner Mutter, die an Schizophrenie litt. Nach der Trennung der Eltern lebte die Familie unter bescheidenen Bedingungen in Paris, angewiesen auf die Zuwendungen der Verwandtschaft. Nachdem seine Mutter in ein Sanatorium eingewiesen worden war, pendelte Philip zwischen verschiedenen Familienangehörigen.

Ingwerkekse und Limonade: Teenagerliebe

Schließlich wurde er auf das britische Internat Gordonstoun geschickt, wo er auch noch den tragischen Unfalltod seiner Schwester Cecile verkraften musste. Doch auf diese unruhigen Jugendjahre folgte eine folgenschwere Begegnung. Im Alter von 18 durfte der junge Marinekadett eine entfernte Cousine bei einem Empfang begleiten, die ihm gefiel. Es war die 13-jährige Prinzessin Elizabeth, die sein College Dartmouth im Juli 1939 mit ihren Eltern besuchte. Mit einem Hechtsprung über das Tennisnetz beeindruckte der junge Kadett die Teenagerin und servierte danach Ingwerbiskuits und Zitronenlimonade.

Aus der anschließenden Freundschaft entstand schließlich eine junge Liebe. Philip wurde des Öfteren mit seinem schwarzen MG Sportwagen auf dem Hof des Buckingham Palace gesichtet. Elizabeth hatte ein Foto des Prinzen neben ihrem Bett stehen. Doch die Beziehung der beiden wurde zunächst auf eine harte Probe gestellt, als Philip mit der Royal Navy in den Zweiten Weltkrieg ziehen musste. Er überlebte den Krieg und kehrte als ausgezeichneter Held zurück nach England, wo er sein Anrecht auf den griechischen und den dänischen Thron ablegte. Obwohl er in der Adelswelt Großbritanniens eher skeptisch betrachtet wurde und als ungehobelt galt, verlobte sich die hingerissene Elizabeth 1947 mit ihrem Philip. Trotz der Zweifel an der Eignung des gewählten Partners heiratete das Paar im November des gleichen Jahres.

Familienleben: Fast normal wirkt diese Szene mit den Kindern Prinz Charles und Prinzessin Anne aus dem Jahr 1951. (Bild NCJ Archive/Mirrorpix/Mirrorpix via Getty Images)
Familienleben: Fast normal wirkt diese Szene mit den Kindern Prinz Charles und Prinzessin Anne aus dem Jahr 1951. (Bild NCJ Archive/Mirrorpix/Mirrorpix via Getty Images)

Seine Rolle war in ihrem Schatten

Die ersten unbeschwerten Ehejahre verbrachten die beiden auf Malta, wo Prinz Philip stationiert war. Er stieg in der Royal Navy auf, wurde zum zweiten Kommandanten des Flottenzerstörers "HMS Whelp" ernannt. Die Jungvermählten wurden händchenhaltend im Kino gesichtet oder beim Tanzen in einem Jazz Club. Doch am 6. Februar 1952 änderte sich ihr Leben drastisch. Auf einer Reise durch Kenia erfuhren sie vom Tod Georg VI., Elizabeth musste unverzüglich nach England zurückkehren und die Thronfolge antreten.

Philip blieb fortan die Rolle als königlicher Ehemann. Er arrangierte sich mit dem neuen Leben im Schatten seiner Frau, konzentrierte sich auf Wissenschaftsförderung und wohltätige Projekte. Zumeist aber stand er Elizabeth unterstützend zur Seite. Wie das Eheleben der beiden wirklich aussah, weiß wohl niemand, außer ihnen. Doch Lord Charteris, der ehemalige Privatsekretär der Queen, gab in einem Interview einen kleinen Blick hinter die royalen Kulissen: "Prinz Philip ist der einzige Mann auf der Welt, der die Queen einfach wie einen normalen Menschen behandelt. So seltsam das wirken mag, aber ich glaube sie weiß das zu schätzen."

Selbst den manchmal unangebrachten Humor ihres Ehemanns mochte die Königin, wie sie 2017 in ihrer Weihnachtsansprache erwähnte. Schon bei einer Reise 1951 jagte Philip seine Frau mit falschen Zähnen durch einen Zug, bei der Krönungs-Zeremonie fragte der Witzbold sie: "Woher hast du denn diesen Hut?" Sie hätten sich gegenseitig zum Lachen gebracht, sagte die Schwiegertochter Sophie einmal. Und fragte rhetorisch: "Ist das nicht die halbe Miete?"

Sie brachten sich gegenseitig zum Lachen, wie auf diesem Foto aus dem Jahr 2014 deutlich zu erkennen ist. (Bild: REUTERS/Leon Neal/Pool)
Sie brachten sich gegenseitig zum Lachen, wie auf diesem Foto aus dem Jahr 2014 deutlich zu erkennen ist. (Bild: REUTERS/Leon Neal/Pool)

"Er war meine Hauptstütze"

Auch wenn die öffentliche Wahrnehmung des Duke of Edinburgh nicht immer vorteilhaft war, war er für die Queen stets ein absolut verlässlicher Partner. Im Jahr 2002 äußerte sich Elizabeth beim Goldenen Thronjubiläum über ihren Ehemann. "Er ist jemand, der nicht gerne Komplimente bekommt," sagte die damals 76-Jährige. Aber er sei ihre Hauptstütze in all diesen Jahren gewesen. "Ich schulde ihm mehr, als er jemals verlangen würde oder wir alle je wissen werden," fügte die britische Königin hinzu.

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Das bestätigte sein ehemalige Privatsekretär Michael Parker. "Er erzählte mir an dem Tag, als er mir den Job anbot, dass sein erster, zweiter und letzter Job sei, sie niemals zu enttäuschen", verriet der Freund aus Navy-Tagen. Prinz Philip kümmerte sich unter anderem um die Betreuung der königlichen Grundstücke und Gebäude, um ihr den Rücken frei zu halten. Bis ins hohe Alter nutzte er ihren Spitznamen "Lilibet", manchmal rief er sie auch "sausage"- "Würstchen".

Nach seinem Rückzug aus dem öffentlichen Leben im August 2017 lebte er auf dem Gelände des Sandringham House in Norfolk. Doch in der Corona-Pandemie zog es ihn zurück an die Seite seiner Frau im Schloss Windsor, zusammen feierten sie dort seinen 99. Geburtstag und ihren 73. Jahrestag im vergangenen Jahr. Der Buckingham-Palast in London teilte nun am Freitagvormittag mit, dass Prinz Philip, der Ehemann der britischen Königin Elizabeth II., im Alter von 99 Jahren verstorben ist.

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