Das Keeper-Dilemma des Jürgen Klopp

Robin Wigger
Sport1

Jürgen Klopp dürfte sich wie im falschen Film vorgekommen sein.

Wie schon im Champions-League-Finale 2018 war am Mittwoch sein Torhüter für das Scheitern in der Königsklasse mitverantwortlich.

Nach Loris Karius, der im damaligen Endspiel gegen Real Madrid doppelt patzte, war nun Adrián der Unglücksrabe.

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Adrián mit bösem Fehlpass

Im Rückspiel gegen Atlético Madrid war der FC Liverpool auf Kurs, nachdem Roberto Firmino in der 94. Minute das 2:0 für die Gastgeber erzielt und damit das 0:1 aus dem Hinspiel gedreht hatte.

Doch nur drei Minuten später nahm das Unheil seinen Lauf. Adrián wurde von Trent-Alexander Arnold angespielt und wollte das Spiel schnell machen.

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Doch aus seinem unbedrängten Versuch wurde ein schlimmer Fehlpass, der in den Füßen von Joao Félix landete. Der 20-Jährige schaltete schnell, leitete den Ball an Marcos Llorente weiter, der vom Strafraumrand ins rechte Eck zielte und traf.

Klopp: Ich liebe den Junge, aber ...

"Der Pass war nicht gut. Ich liebe ihn, aber das war die falsche Entscheidung", kritisierte Klopp Adrián, der nur wegen der Verletzung von Stammkeeper Alisson Becker in den Kasten gerückt war.

"Es war etwas zu einfach für sie, die Situation zu vollenden", sagte Klopp. Zwar fügte der 52-Jährige an, man werde ihm keine Schuld zuschieben und ihn nicht verurteilen, er habe das Team häufiger gerettet.

Dennoch wusste auch Klopp, dass Adrián zumindest eine Teilschuld am Aus traf, das durch Llorentes zweiten Treffer (105+1.) und den Schlusspunkt von Álvaro Morata endgültig besiegelt wurde.


Neben unzähligen Fans, die sich in den sozialen Medien teilweise im Ton vergriffen, ließen auch mehrere Experten kein gutes Haar am 33-Jährigen, der zuletzt auch beim Ausscheiden im FA Cup beim FC Chelsea im Tor stand und dabei einen Schuss durchflutschen ließ.

Experten kritisch

Rio Ferdinand zog im englischen Fernsehen eine Parallele zur Liverpool-Zeit vor Alisson.

"Es erinnert an das, worüber wir vor 18 Monaten, zwei Jahren gesprochen haben. Wenn du keinen Top-Goalkeeper hast, wirst du auf dem höchsten Level bestraft", sagte der frühere Verteidiger bei BT Sport.

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Im Anschluss an das verlorene Champions-League-Finale gab Liverpool im Sommer 2018 satte 62,5 Millionen Euro für Alisson aus, was sich seitdem als gut investiertes Geld herausgestellt hat.

Auch Ferdinands früherer Nationalmannschaftskollege Michael Owen befand: "Der Unterschied zwischen beiden Seiten waren die Torhüter."

Denn während Adrián einmal entscheidend patzte, lieferte Jan Oblak bei Atlético eine Weltklasse-Leistung ab.

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