Esteban Ocon: Mein bester Start in der Saison - bis Kurve 1 ...

André Wiegold
·Lesedauer: 2 Min.

"Es war vermutlich mein bester Start in diesem Jahr", sagt Esteban Ocon nach dem Formel-1-Rennen in Istanbul am vergangenen Wochenende. Der Franzose startete von Platz sieben aus in den Grand Prix der Türkei und machte auf den ersten Metern gleich mehrere Positionen gut. Die Euphorie verwandelte sich dann schnell in Frustration, denn Ocon geriet mit seinem Renault-Teamkollegen Daniel Ricciardo aneinander.

Der Australier musste nach rechts ziehen, um eine Kollision mit Lewis Hamilton im Mercedes zu vermeiden. Da war aber Ocon, der sich nach der Berührung mit seinem Teamkollegen drehte. Der Franzose schaffte es zwar, die Fahrt wieder aufzunehmen, musste aber wegen eines Reifenschadens an die Box.

Ocon sagt, er sei zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen: "Ich bin bis auf Platz drei nach vorne gefahren und dann gab es diesen unglücklichen Zwischenfall in Kurve 1. Lewis war innen von Daniel, der dann die Lenkung geöffnet hat. Die folgende Berührung hat mich in einen Dreher geschickt."

Das war aber noch nicht das Ende der Pechsträhne: "Ich konnte weiterfahren und eigentlich war alles in guter Verfassung, aber dann wurde ich noch einmal von Valtteri [Bottas] in Kurve 9 getroffen. Er hat den Bremspunkt verpasst, ich wurde also gleich zweimal erwischt. Dann musste ich wegen eines Reifenschadens an die Box."

So platzte der Traum für Renault, in der Türkei wichtige Punkte für die Konstrukteurswertung zu sammeln. Während Ricciardo auf Platz zehn immerhin noch einen mageren Zähler mit nach Hause nahm, ging Ocon auf Rang elf leer aus. Renault liegt drei Rennen vor dem Saisonende mit 136 Punkten auf Platz fünf der Gesamtwertung - 13 Punkte hinter McLaren und sechs Zähler vor Ferrari.

Ocon glaubt, dass Renault in Istanbul gute Chancen gehabt hätte, wichtige Punkte auf die Konkurrenz gut zu machen. Er sagt: "Obwohl es kein Safety-Car gab, bin ich bis auf Platz elf vorgefahren. Wir lagen weit zurück, also war die Pace wirklich solide. Da lagen sehr viele Punkte für uns auf den Tisch, aber leider habe ich aktuell einfach eine Menge Pech. Ich hoffe, dass wird sich wieder ändern."

Doch was wäre für den Franzosen drin gewesen, wenn er in der ersten Runde nicht gleich zweimal abgeräumt worden wäre? Er glaubt, dass sein Auto gut genug gewesen ist, um in die Top 5 zu fahren. An einen Platz auf dem Podium hat der 24-Jährige aber niemals geglaubt, da es dafür "an Pace gefehlt" habe. "Platz fünf oder sechs wäre ein realistisches Ziel gewesen", so die Einschätzung von Ocon, der in der Türkei nichts Zählbares geholt hat.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.