Esteban Ocon: Entrostung hat länger gedauert als erhofft

Maria Reyer
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12:1 steht es im Renault- Qualifyingduell zwischen Daniel Ricciardo und Esteban Ocon. Auch in den Grands Prix hatte der Australier den Franzosen bislang deutlich im Griff 95:40 Punkte. Woran liegt es, dass die Nachwuchshoffnung gegen den zweifachen Podestfahrer in diesem Jahr kein Land sieht?

"Ich denke, er ist einfach schneller, ganz klar", muss Ocon einsehen und eingestehen: "Nach meinem Jahr Auszeit dachte ich, dass es nicht lange dauern wird, bis ich wieder in Form komme und wieder im Team integriert bin und dort weitermache, wo ich bei Force India aufgehört habe."

Doch ganz so einfach war die Rückkehr dann doch nicht: "Es hat mehr Zeit gebraucht, als ich gedacht hätte." Hinzukommt der dichte Rennkalender im untypischen Corona-Rennjahr. Da bleibe kaum Zeit, um Rennen zu reflektieren.

"So war das zumindest mit den Triple Header. Wir hatten kaum Zeit, um alles zu analysieren. Es blieben nur zwei Tage Zeit, um zurückzukehren und alles wieder gewohnt zu werden. Und dann war ich schon wieder mittendrin im Kampf."

Im Qualifying habe sich seine Leistung im Laufe der Saison verbessert, betont Ocon. Ein Blick in die Datenbank Forix zeigt: Bislang war er erst in einem Zeittraining schneller als Ricciardo - im Regen in Österreich. Im Durchschnitt verliert er auf einer schnellen Runde 0,288 Sekunden auf seinen Teamkollegen.

"Ich bin jetzt näher dran und bin eher dort, wo ich sein soll. Aber ich muss weiterhin einige Dinge verbessern. Generell bin ich nun gegen Ende des Jahres glücklicher als zu Beginn." Wie ist ihm dieser Schritt vorwärts im Qualifying gelungen?

"Ich denke, es geht hauptsächlich ums Selbstvertrauen", schildert der 24-Jährige. Er gibt außerdem Versäumnisse in der Vergangenheit zu: "Ich glaube, dass wir zu Beginn des Jahres ein Verständigungsproblem hatten zwischen meiner Seite der Garage und mir selbst. Wir haben nicht als Einheit zusammengearbeitet."

Mittlerweile hat sich die Crew eingespielt, jetzt verstehe man sich deutlich besser. "Das wirkt sich dann auch auf das Set-up des Autos aus, das ist ein großer Schritt. Ich fühle mich dadurch auch sehr viel wohler, dadurch wurde alles besser."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.