Eugene Laverty: Warum Luigi Dall'Igna bei den Fahrern so beliebt ist

Sebastian Fränzschky
motorsport.com

Eugene Laverty fuhr in seiner WM-Karriere bereits für Yamaha, Aprilia, Suzuki, Ducati und BMW. Über die Jahre begegnete der Nordire einigen Teamchefs. Luigi Dall'Igna sticht laut Laverty heraus, nicht nur weil er technisch sehr versiert ist. Auch beim Umgang mit den Fahrern kann Dall'Igna überzeugen.

"Ich war es gewohnt, dass mich die Teammanager anzweifeln und hinterfragen. Wenn man am Ende eines Rennens nachlässt, dann dachten diese Leute, man würde nicht hart genug trainieren oder sich falsch ernähren. Dall'Igna vertraute den Fahrern und und zweifelte sie nicht an. Deshalb war er ein toller Anführer", erklärt Laverty.

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"Gigi Dall'Igna war einer der Besten, mit denen ich arbeiten durfte", schwärmt Laverty, der in der vergangenen WSBK-Saison bei GoEleven-Ducati erneut auf Dall'Igna traf. Zuvor kreuzten sich die Wege der beiden bereits in der gemeinsamen Zeit bei Aprilia und später bei Ducati in der MotoGP.

 

Eugene Laverty erklärt, warum auch faule Fahrer schnell sein können

Eugene Laverty erklärt, warum auch faule Fahrer schnell sein können <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Eugene Laverty erklärt, warum auch faule Fahrer schnell sein können Motorsport Images

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Die genaue Beurteilung der Fahrer ist eine knifflige Angelegenheit. Ergebnisse werden durch die Konkurrenzfähigkeit der Technik verwässert. Zudem spielen das Personal, der Charakter des jeweiligen Motorrads und Verletzungen eine Rolle.

Aber auch die Arbeitsweisen der einzelnen Fahrer unterscheiden sich. Laut Laverty sollte sich jeder Fahrer frei entfalten können. "Es ist nicht so, dass ein Fahrer, der nicht hart arbeitet, sofort bessere Ergebnisse einfährt, sobald er seine Arbeitseinstellung ändert", erklärt er.

Mit der Aprilia RSV4 scheiterte Laverty nur knapp am WM-Titel

Mit der Aprilia RSV4 scheiterte Laverty nur knapp am WM-Titel <span class="copyright">Aprilia</span>
Mit der Aprilia RSV4 scheiterte Laverty nur knapp am WM-Titel Aprilia

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"Einige Fahrer verfügen über eine Art automatisches Gehirn und stellen sich sofort auf andere Bedingungen ein. Diese Art Fahrer brauchen sich nicht mit den kleinen Details befassen, um schnell zu sein. Andere Fahrer sind eher analytisch und gehen tief durch die Daten, um schnell zu sein. Jeder Mensch ist anders, aber auch jeder Fahrer ist anders", schildert der BMW-Pilot.

Laverty wünscht sich, dass die Verantwortlichen der Teams das berücksichtigen: "Die Teammanager müssen das verstehen und dürfen nicht denken, dass manche Fahrer faul sind, während andere harte Arbeiter sind. Manchmal funktioniert es für gewisse Fahrer einfach besser so."

Mit Bildmaterial von Aprilia.

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