Eugene Laverty: Natürliches Talent eines Fahrers schwer einzuschätzen

Sebastian Fränzschky
motorsport.com

In seiner Karriere traf Eugene Laverty bereits auf einige prominente Namen. In der MotoGP teilte er sich mit Marc Marquez, Valentino Rossi, Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa die Strecke. In der Superbike-WM duellierte sich Laverty mit Jonathan Rea, Marco Melandri, Carlos Checa und Max Biaggi. Mit Blick auf das natürliche Talent fällt es Laverty aber schwer, eine Art Rangliste zu erstellen.

"Es ist immer merkwürdig, wenn über das natürliche Talent von Fahrern gesprochen wird. Ich bin mir manchmal unsicher, was damit gemeint ist. Manche Leute denken, dass ein besonders begabter Fahrer sehr natürlich agiert und einen sanften Stil hat. Aber das muss nicht zwingend was mit dem natürlichen Talent zu tun haben. Andere denken, dass ein Fahrer natürliches Talent hat, wenn er in der ersten Runde den Rundenrekord unterbietet", bemerkt Laverty.

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"Ich weiß wirklich nicht, wie man heutzutage das natürliche Talent misst. Wir müssen zur Hälfte Fahrer und zur Hälfte Ingenieur sein. In den 1990ern war das anders", vergleicht Laverty. "Heute ist alles anders. Man kann eine halbe Sekunde finden, wenn man sich Freitagnacht mit seinem Ingenieur hinsetzt und die Abstimmung von Kurve zu Kurve durchgeht. Es ist einfach anders heutzutage."

Die Gegner in der Superbike-WM kennt Laverty teilweise schon seit vielen Jahren. Die Karrieren der Briten verliefen oft parallel. Kann Laverty abschätzen, wie sich bestimmte Fahrer in den Zweikämpfen verhalten? "Man kann das schon ein bisschen abschätzen", kommentiert er und erklärt, wie es ist, gegen Tom Sykes zu fahren.

 

Michael van der Mark (60) geht laut Eugene Laverty bei den Duellen sehr entschlossen zur Sache

Michael van der Mark (60) geht laut Eugene Laverty bei den Duellen sehr entschlossen zur Sache <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Michael van der Mark (60) geht laut Eugene Laverty bei den Duellen sehr entschlossen zur Sache Motorsport Images

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"Tom und ich fuhren 2005 in der Britischen Supersport-Meisterschaft zusammen und kämpften auch 2006 gegeneinander. Seitdem sind bereits eineinhalb Dekaden vergangen. Wir kennen uns schon ziemlich gut. Tom ist ein sehr sicherer und vorsichtiger Fahrer", lobt Laverty.

"Man fühlt sich sicher, wenn man gegen ihn fährt. Es gibt andere Fahrer, bei denen das nicht so ist. Mit dem Alter und der Erfahrung wird man weiser und versteht die Risiken. In der Superbike-WM fahren viele Fahrer, die in der BSB zusammen aufgewachsen sind", so Laverty.

Apropos aggressive Fahrer. Wer ist in der WSBK der härteste Gegner in einem Duell? "Michael van der Mark ist sehr aggressiv. Es kann zeitweise frustrierend sein, gegen ihn zu fahren", gesteht Laverty. "Aber er ist sehr schnell und bremst sehr spät. Er ist ein schwieriger Gegner, zögert nicht im Zweikampf und hat keine Angst vor Berührungen."

Mit Bildmaterial von BMW Motorrad.

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