Europa League: Schalke: Die Wiedergeburt der Eurofighter

Schalke 04 hat sich trotz eines 0:2-Rückstands in Mönchengladbach ins Viertelfinale gekämpft und Erinnerungen an die "Eurofighter" von 1997 geweckt.

Schalke 04 hat sich trotz eines 0:2-Rückstands in Mönchengladbach ins Viertelfinale gekämpft und Erinnerungen an die "Eurofighter" von 1997 geweckt.

Das Bild zum Schalker Urschrei sagte mehr als alle Worte: Als der Jubel der Königsblauen durch den Kabinengang dröhnte, hielt Weltmeister Benedikt Höwedes für das Handy-Foto einen "Eurofighter"-Schal hoch.

"Wir haben genau diese Mentalität an den Tag gelegt", sagte der Kapitän nach dem Viertelfinaleinzug im deutschen Duell mit Borussia Mönchengladbach in der Europa League: "Deshalb gehörte der auch aufs Bild." 20 Jahre nach dem sensationellen UEFA-Cup-Triumph feierte Schalke die Wiedergeburt seiner "Eurofighter".

"Es ist ein großes Wort", meinte der überragende Mittelfeldspieler Leon Goretzka und erinnerte an den Europa-Siegeszug von Olaf Thon, Marc Wilmots und Co., der 1997 im Wunder von Mailand geendet hatte: "Es war eine große Leistung damals, aber auch wir haben ein großes Comeback gegeben und einen großen Fight abgeliefert."

"Ich muss mich jetzt zurückhalten"

Während die Königsblauen mit viel Lärm und dem Siegerfoto auf Twitter nach dem hart umkämpften 2:2 (0:2) ausgelassen feierten, waren die Gladbacher in ihrer Wut kaum leiser.

Max Eberl stieß im Kabinengang wüste Beschimpfungen Richtung UEFA und Schiedsrichter Mark Clattenberg aus. Der Sportdirektor, vom englischen Referee kurz vor Spielende von der Bank verwiesen, ereiferte sich vor allem über den äußerst umstrittenen Handelfmeter, den Nabil Bentaleb zum Schalker Ausgleich nutzte (68.) und der das Gladbacher Aus nach komfortabler 2:0-Führung besiegelte.

Während Eberl seinem Ärger freien Lauf ließ, biss sich Mittelfeldspieler Jonas Hofmann auf die Zunge: "Ich muss mich sehr zurückhalten, was ich jetzt sage."

Da half es wenig, dass auch Höwedes meinte: "Es war kein Elfmeter, so ehrlich sollte man sein." Dass zuvor bereits ein Platzfehler auf dem neu verlegten Rasen den Anschlusstreffer durch Goretzka begünstigt hatte (54.), machte den Gladbacher Frust nur noch größer.

Einstellung der Eurofighter

Die Schalker dagegen, die nach den Toren von Andreas Christensen (26.) und Mahmoud Dahoud (45.+2) zur Halbzeit schon am Boden schienen, beschworen die Einstellung der "Eurofighter". "Der Glaube versetzt manchmal Berge", sagte Höwedes.

In der Halbzeitpause hatte der Schalker Kapitän seine Teamkollegen allerdings nicht mit dem Blick 20 Jahre zurück, sondern mit einem viel aktuelleren Beispiel aus der Champions League aufgerichtet.

"Ich habe gesagt: Schaut euch Barcelona an! Die machen in fünf Minuten drei Tore, warum sollen wir das nicht können?", berichtete Höwedes, der in der zweiten Halbzeit mit großem Kampfgeist seine Mannschaft geführt hatte: "Jeder hat sich in alles reingeworfen."

"Der Traum lebt"

Noch ist Schalke drei Runden von einer Wiederholung des Triumphes von 1997 entfernt. Fünf Spiele müssten Höwedes und Co. noch überstehen, um am 24. Mai in Solna/Schweden den Pokal in den Händen zu halten, den ihre legendären Vorgänger als bislang letzte Bundesligaspieler gewannen. "Der Traum lebt", sagte Angreifer Eric Maxim Choupo-Moting, das Wort "Eurofighter" sei in den Köpfen, "weil es immer kursiert".

Auch Trainer Markus Weinzierl weiß, dass er mit jeder weiteren Europapokal-Runde das weitgehend unansehnliche Bundesliga-Bild in seinem ersten Schalke-Jahr verschönern kann. "Wir haben international noch etwas vor", sagte der Coach, dem die Erleichterung deutlich anzusehen war: Nach dem Schlusspfiff war er über das halbe Spielfeld gesprintet und hatte jeden der neuen "Eurofighter" geherzt.

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