Ex-Honda-Manager: Jonathan Rea "hätte Platz in der MotoGP verdient"

Sebastian Fränzschky
motorsport.com

Laut den Statistiken ist Jonathan Rea der mit Abstand erfolgreichste Fahrer der WSBK-Geschichte. Mit fünf Titeln und 89 Laufsiegen führt er die beiden wichtigsten Statistiken an. Das Thema MotoGP dürfte für den Nordiren erledigt sein, denn zu Beginn der Saison 2021 wäre Rea bereits 34 Jahre alt. Zudem gibt es kaum noch gute Plätze für die kommende Saison.

Vor knapp acht Jahren ermöglichte Honda Rea zwei MotoGP-Einsätze. Bei denen schlug sich Rea beachtlich und fuhr beide Male in die Top 8. Als Ersatz von Casey Stoner musste sich Rea binnen kürzester Zeit an die Honda RC213V, die Carbon-Bremsen und die Bridgestone-Reifen gewöhnen.

Damals saß Livio Suppo bei HRC am Kommandostand. Der Italiener erinnert sich an Reas Einsätze: "Er leistete unglaublich gute Arbeit, vor allem wenn man bedenkt, dass er an vier Wochenenden in Folge in der MotoGP, dann in der Superbike-WM und wieder in der MotoGP und wieder in der Superbike-WM fuhr, wenn ich mich richtig erinnere."

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Jonathan Rea bekam viel Lob von den HRC-Ingenieuren

"Das bedeutet, dass er sich Woche für Woche umgewöhnen musste und sich auf verschiedene Reifen, verschiedene Bremsen und so weiter gewöhnen musste. Wenn man sich vor Augen führt, dass er zuvor nie testete, dann leistete er wirklich gute Arbeit", lobt Suppo im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

"Wir waren von seinen Leistungen beeindruckt. Ich erinnere mich, dass auch die Ingenieure, mit denen er arbeitete, richtig beeindruckt waren, wie er sich anpasste und wie er lernte", berichtet Suppo.

Jonathan Rea beim ersten Test mit Casey Stoners Honda RC213V in Brünn

Jonathan Rea beim ersten Test mit Casey Stoners Honda RC213V in Brünn <span class="copyright">Repsol</span>
Jonathan Rea beim ersten Test mit Casey Stoners Honda RC213V in Brünn Repsol

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Für Rea war es beim ersten MotoGP-Einsatz in Misano umso schwieriger, weil die drei Freien Trainings am Freitag und am Samstag verregnet waren. Im Qualifying fuhr Rea erstmals auf trockener Strecke und qualifizierte sich mit 1,5 Sekunden Rückstand für Startplatz neun. Im Rennen kam er 43 Sekunden hinter Sieger Jorge Lorenzo (Yamaha) ins Ziel und wurde Achter.

Am Wochenende nach dem MotoGP-Event in Misano ging es für Rea nach Portimao (Portugal). Beim WSBK-Wochenende fuhr er mit der Honda Fireblade auf das Podium. Eine Woche danach ging es nach Aragon (Spanien) zum zweiten MotoGP-Einsatz.

Deutliche Steigerung beim zweiten MotoGP-Einsatz

Im Qualifying lag Rea nur noch 1,006 Sekunden zurück und stand in Reihe drei auf Platz sieben. im Renen konnte Rea diese Platzierung halten und kam mit 32 Sekunden Rückstand ins Ziel. Es sollte Reas letzter Auftritt in der MotoGP gewesen sein.

"Ich denke, dass er vom Talent her einen Platz in der MotoGP verdient hätte", bemerkt Suppo. "Doch so ist das Leben und aus irgendeinem Grund bekam er nie die richtige Chance, als er jung war. Dann fühlte er sich zu alt, um zu wechseln und bevorzugte es, bei Kawasaki zu bleiben, denn er bekam einen sehr guten Vertrag."

"In unserem Sport gibt es Helden, wie zum Beispiel Troy Bayliss, die Helden sind wegen dem, was sie in der Superbike-WM erreicht haben und nicht wegen dem, was in der MotoGP passiert ist. Ich denke nicht, dass Jonathan in der MotoGP fünf Titel geholt hätte, wie er es in der Superbike-WM machte", grübelt Suppo.

"Ich kann mir schwer vorstellen, dass Jonathan einen Kerl wie Marc (Marquez) fünf Mal besiegt hätte. Er hätte in der MotoGP ein Spitzenfahrer sein können, doch jetzt ist er eine Legende, weil er so viel in der Superbike-WM gewonnen hat", so Suppo.

Mit Bildmaterial von Repsol.

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