Ex-Honda-Manager stellt klar: Marquez legte kein Veto gegen Stoner ein

Sebastian Fränzschky
motorsport.com

Mit provokanten Aussagen sorgte Ex-MotoGP-Weltmeister Casey Stoner vor Kurzem für Aufsehen. Der Australier machte Marc Marquez für die Auflösung des Testfahrer-Vertrags bei Honda verantwortlich (zur Story). "Ich wurde vom jungen Wilden herausgedrängt", berichtete Stoner. Nun reagierte Livio Suppo, der damals bei Honda die Geschicke leitete, auf Stoners Anschuldigungen und erklärt seine Sicht der Dinge.

"Wenn man Casey kennt und mit ihm redet, dann sagt er binnen zehn Minuten mindestens zwei Mal 'glaub mir'. Er weiß immer alles. In der Realität war Marquez nicht in diese Entscheidung involviert. Das kann ich sagen", schildert Suppo beim 'MotoGP RoundTable'.

"Wir informierten ihn, aber er kommentierte die Sache nicht. Ich kenne Marc und denke nicht, dass er etwas dagegen gehabt hätte, gegen Casey zu fahren. Vermutlich hätte er es sogar geliebt", kommentiert Suppo, der die Zusammenarbeit mit Honda Ende der MotoGP-Saison 2017 beendete und später zum Elektro-Rad-Hersteller Thok wechselte.

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Livio Suppo erinnert an Austin 2015

Laut Suppo sollten Stoners Äußerungen nicht allzu ernst genommen werden. Der Italiener machte selbst eine nachhaltige Erfahrung, als er zusammen mit den HRC-Verantwortlichen entschied, Stoner einen Renneinsatz zu verwehren.

Als Honda-Stammpilot Dani Pedrosa zu Beginn der Saison 2015 für einige Rennen ausfiel, bot sich Stoner an und wollte beim Rennen in Austin antreten. "Wir hatten damals ernsthaft mit dem Gedanken gespielt", bemerkt Suppo rückblickend.

Livio Suppo und Shuhei Nakamoto entschieden sich gegen Casey Stoners Renn-Comeback

Livio Suppo und Shuhei Nakamoto entschieden sich gegen Casey Stoners Renn-Comeback <span class="copyright">Repsol</span>
Livio Suppo und Shuhei Nakamoto entschieden sich gegen Casey Stoners Renn-Comeback Repsol

Repsol

"Schlussendlich waren wir der Meinung, dass es besser ist, es nicht zu tun. Dafür gab es verschiedene Gründe", blickt der ehemalige HRC-Teammanager zurück und erklärt: "Zuerst einmal hatte (Shuhei) Nakamoto (ehemaliger HRC-Vize-Präsident; Ann. d. Red.) einen riesigen Respekt vor Casey. Man darf nicht vergessen, dass Casey der Fahrer war, der HRC nach einigen Jahren wieder einen Titel bescherte."

Casey Stoner redet nicht mehr mit Livio Suppo

"Nakamoto wollte nicht, dass Casey etwas macht, das sein Ansehen in ein schlechtes Licht rückt. Zudem war es eine schwierige Phase in der Saison für Marc. Er hatte damals zwei Titel in Folge geholt, doch 2015 hatte er bis Barcelona mit dem Motorrad zu kämpfen. Der Saisonstart war nicht einfach für ihn", nennt Suppo einen weiteren Grund, der gegen einen Renneinsatz von Stoner sprach.

"Alles in allem waren wir der Meinung, dass es besser ist, es nicht zu machen. Casey denkt noch immer, dass ich derjenige war, der dagegen war. Deshalb spricht er nicht mehr mit mir. Aber so ist Casey", bemerkt Suppo.

Mit Bildmaterial von Repsol.

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