Ex-MotoGP-Teammanager Paul Denning: Superbike-WM bietet pureren Motorsport

Sebastian Fränzschky
motorsport.com

Seit der werksseitigen Rückkehr von Yamaha leitet Paul Denning das Team in der Superbike-WM. Zuvor setzte Denning jahrelang auf Suzuki und arbeitete bereits in der MotoGP mit dem Hersteller aus Hamamatsu zusammen. Der Brite kann die beiden Meisterschaften gut miteinander vergleichen und ist überzeugt, dass beide Serien nach wie vor ihre Daseinsberechtigung besitzen.

"Es gibt Raum für zwei Meisterschaften. Die MotoGP ist in jederlei Hinsicht die Königsklasse. Das steht außer Frage. Doch es gibt Platz für eine seriennahe Meisterschaft, in der die Zuschauer näher herankommen und alles günstiger ist", bemerkt Denning im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

"Über die Jahre gab es zwischen den Fans und Medien immer eine Art Wettbewerb zwischen den Serien. Ich habe jahrelang in der MotoGP gearbeitet und bin seit einigen Jahren hier. Es gibt in beiden Serien positive und negative Aspekte", schildert Denning. "Ich persönlich genieße die positiven Aspekte der Superbike-WM. Die Serie ist menschlicher und weniger politisch. Es gibt weniger falsche Leute. Es wird purerer Motorsport geboten."

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Nach der Dorna-Übernahme in der Saison 2013 erlebte die Superbike-WM einige schwierige Jahre. Doch das Tief ist überwunden."Es ist jetzt an der Zeit, eine positive Nachricht nach außen zu tragen. Wir haben zwei oder drei Jahre durchgemacht, in denen es überall hieß, dass es beschissen läuft. Doch das ist nicht mehr der Fall. Das Niveau ist sehr hoch", kommentiert Denning.

MotoGP 2011: Paul Denning (links) traf bei Suzuki auf Alvaro Bautista

MotoGP 2011: Paul Denning (links) traf bei Suzuki auf Alvaro Bautista <span class="copyright">Suzuki</span>
MotoGP 2011: Paul Denning (links) traf bei Suzuki auf Alvaro Bautista Suzuki

Suzuki

"Mit der Übernahme der Dorna gab es einige Übergangsschwierigkeiten, um die sich die Verantwortlichen kümmern mussten. Doch ich würde meinen, dass sich die Serie in eine positive Richtung entwickelt hat", analysiert der Yamaha-Teammanager. "Es ist aber eine große Herausforderung, Sponsoren zu finden. Gut ist aber, dass die Zuschauerzahlen und die TV-Quoten wieder ansteigen."

"Die Dorna hat mit dem offenen Fahrerlager und der Paddock-Show genau den Nerv getroffen. Es ist gut, dass das Podium im Fahrerlager steht und die Fans sehr nah an die Fahrer herankommen. Sie können sich wie ein Teil der Show fühlen. Es ist anders als in der MotoGP. Wenn man in der MotoGP kein passendes Ticket hat, dann bekommt man das alles nicht mit. Die Superbike-WM erinnert mich aus Sicht der Fans an die NASCAR-Serie", so Denning.

Mit Bildmaterial von Kawasaki.

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