Extra-Gebühr: Netflix schränkt Account-Sharing ein

Nach einigen Testläufen führt Netflix nun auch in Deutschland eine Zusatzgebühr für Account-Sharing ein. (Bild: Marvin Samuel Tolentino Pineda)
Nach einigen Testläufen führt Netflix nun auch in Deutschland eine Zusatzgebühr für Account-Sharing ein. (Bild: Marvin Samuel Tolentino Pineda)

Netflix geht künftig auch hierzulande gegen Account-Trittbrettfahrer vor: Für das Teilen von Passwörtern soll demnächst eine Zusatzgebühr erhoben werden. Zuvor hatte der Streamingdienst die umstrittene Neuerung bereits in anderen Ländern eingeführt.

Netflix macht Ernst: Wie der Streamingriese am Dienstag ankündigte, sollen Zuschauer künftig 4,99 Euro pro Monat extra zahlen, wenn sie weiter einen fremden Account nutzen wollen. Die gemeinsame Nutzung ohne Zusatzkosten sei somit in Kürze nur noch unter einem Dach möglich. Wann genau das neue System starten soll, ist bislang nicht bekannt.

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Laut den AGB von Netflix ist es verboten, das Netflix-Konto mit Personen zu teilen, die nicht Teil des eigenen Haushalts sind. Die verschiedenen Benutzerprofile dürfen demnach nur von Mitgliedern eines Haushalts benutzt werden. Bereits im März 2022 testete Netflix in Chile, Costa Rica, Peru und anderen südamerikanischen Staaten eine Zusatzgebühr in Höhe von drei US-Dollar, die das Teilen des eigenen Kontos über Haushaltsgrenzen hinweg erlaubt.

Testlauf in Spanien

Ein Vorreiter ist Spanien, wo das Hinzufügen weiterer Nutzer seit Februar 5,99 Euro pro Profil kostet. Die Einführung des neuen Modells zeigt bereits Auswirkungen: Dem Marktforschungsunternehmens Kantar zufolge hat Netflix in Spanien im ersten Quartal 2023 schätzungsweise eine Million Nutzerinnen und Nutzer verloren. Die Abwanderung dürfte der US-Konzern allerdings verschmerzen können: Laut Kantar handelt es sich beim Großteil der ausgeschiedenen Zuschauerinnen und Zuschauer um Trittbrettfahrer und somit nicht um zahlende Abonnenten.