Ligenbetrieb statt EM im Sommer? "Kein einziger Antrag"

Patrick Berger
Sport1

Das Coronavirus wirbelt auch die Fußballwelt kräftig durcheinander!

In Italien sowie in der Schweiz wurde der komplette Spielbetrieb zunächst bis April gestoppt, in England stehen die Profis des FC Arsenal unter Quarantäne.

Hierzulande wird am Mittwoch mit der Partie Köln gegen Gladbach das erste Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte ausgetragen, am Wochenende wird es ebenfalls zu zahlreichen Spielen vor leeren Rängen kommen. Auch der FC Bayern München wird nicht um Geisterspiele herum kommen.

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Die italienische Zeitung Tuttosport berichtete indes, dass das Coronavirus auch die Fußball-EM im Sommer betreffen könnte. "Der Druck auf die Uefa nimmt zu: Bis jetzt bitten beinahe alle Verbände darum, die EURO 2020 zu verschieben, um die nationalen Meisterschaften mit einem Minimum an Planmäßigkeit zu Ende spielen zu können", schreibt die Zeitung.

Es würde sogar über die Idee diskutiert, das Turnier um ein Jahr in den Sommer 2021 zu verschieben.

SPORT1 fragte konkret bei der UEFA nach: Ist die EM wirklich in Gefahr?

UEFA: "Es gibt keinen Grund, am geplanten Zeitplan etwas zu ändern"

Die Antwort des Verbandes: "Die EURO 2020 wird am 12. Juni 2020 in Rom gestartet. Die UEFA steht in Kontakt mit den zuständigen internationalen und lokalen Behörden bezüglich des Coronavirus und seiner Entwicklung. Es gibt keinen Grund, am geplanten Zeitplan etwas zu ändern. ​Das Thema wird ständig überprüft werden.​"

Auch hätten sich Bundesliga, Premier League, Serie A und Co. noch nicht bei der UEFA gemeldet, um ihrerseits eine EM-Absage zu forcieren, beispielsweise um den eigenen Liga-Betrieb in den Sommer hinein zu verlegen. "Wir haben keinen einzigen Antrag der Nationalverbände auf Verschiebung des Turniers erhalten", teilte der Verband mit.

Stand jetzt gibt der Verband also grünes Licht für das kontinentale Turnier, das erstmals in zwölf Ländern ausgetragen wird. Das Eröffnungsspiel zwischen Italien und Türkei soll am 12. Juni im bislang am schwersten betroffenen Corona-Land ausgetragen werden.

UEFA beruft Corona-Arbeitsgruppe ein

Die UEFA hat aufgrund der Ausbreitung des Virus extra eine Arbeitsgruppe einberufen, an der die Europäischen Ligen (EPFL) teilnehmen. Damit sollen, so ein Sprecher zu SPORT1, "Fragen im Zusammenhang mit dem Spielkalender erörtert und geprüft werden, wie und wann Spiele, die abgesagt oder verschoben worden wären, ausgetragen werden könnten." Dabei gehe es auch um Spielkalender-Fragen.

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Die UEFA nehme die Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus sehr ernst, heißt es in der Stellungnahme weiter. "Wir beobachten die Situation genau und stehen in Kontakt mit der Weltgesundheitsorganisation und den nationalen Behörden bezüglich Covid-19 und seiner Entwicklung."

UEFA-Generalsekretär Theodore Theodoridis sagte auf dem UEFA-Kongress in Amsterdam Anfang März: "Ich kann versichern: Ja, es gibt Pläne für alles." Der Grieche sagte damals: "Wir haben jede Menge Spiele, die in ein paar Wochen beginnen. Erlauben Sie uns, dass wir uns darum zuerst kümmern. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Über die Details können wir jetzt nicht sprechen."

EM-Playoffs als Geisterspiele?

Man wolle nicht spekulieren. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin sprach von "Optimismus, den man sich erhalten wolle."

Für die anstehenden EM-Playoffs Ende März "gibt es Szenarien", so Theoridis. "Der Kalender ist voll, wenn Spiele ausgesetzt werden, stellt das Schwierigkeiten dar." Klingt eher nach weiteren Geisterspielen, als nach Komplett-Absagen.


Die Champions-League-Begegnungen zwischen Paris St. Germain und dem BVB sowie dem FC Valencia und Atalanta Bergamo finden ohne Fans statt, die Partie in Leipzig gegen Tottenham geht dagegen ganz normal mit Fans über die Bühne. Warum eigentlich?

Hierbei handelt es sich um eine Entscheidung, die nicht im Ermessen der UEFA liegt. Der Verband richtet sich nach den Direktiven der jeweiligen lokalen Gesundheitsbehörden.

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