Führungskrise beim HSV: Das will Investor Kühne

Daniel Jovanov
Sport1

Der Vorstandsstreit beim Hamburger SV geht in die nächste Runde.

Nachdem am vergangenen Donnerstag auf einer über sechsstündigen Krisensitzung über die Reibereien zwischen Bernd Hoffmann, Jonas Boldt und Frank Wettstein diskutiert wurde, hat sich nun der wichtigste Geldgeber des Klubs zu Wort gemeldet. 


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Kühne hofft auf personelle Konsequenzen

Gegenüber der Zeit bezeichnete Klaus-Michael Kühne die Führungskrise als "degoutant", was am Ehesten mit "widerlich" übersetzt werden kann.

In der augenblicklichen Situation stünde er zudem nicht für finanzielle Unterstützung bereit, um dem HSV bei der Bewältigung der Auswirkungen durch die Corona-Krise zu helfen.

Kühne hofft stattdessen auf personelle Konsequenzen und empfiehlt dem Vorstand bei einer möglichen Neubesetzung des Vorstandes die Berücksichtigung von Marcell Jansen. Der ehemalige Profi ist aktuell Präsident der Amateur- und Breitensportler des HSV und sitzt seit zwei Jahren im Aufsichtsrat der Profifußball-Abteilung.

Hinter den Kulissen heißt es, der 34-Jährige hätte es auf den Vorstandsposten von Bernd Hoffmann abgesehen. Der Vorsitzende steht intern in der Kritik. Seine beiden Kollegen Boldt und Finanzchef Wettstein werfen ihm Alleingänge und Kompetenzüberschreitungen vor.

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Jansen zählt zu Hoffmanns Gegnern

Der Streit zwischen den Vorständen ist in der vergangenen Woche auf der Sitzung eskaliert.

Auch Jansen soll mittlerweile zu Hoffmanns Gegnern gehören und sich der Einschätzung von Boldt und Wettstein angeschlossen haben. Zwischen den drei wichtigsten Männern bei den Rothosen hat es von Beginn an nicht gepasst.

Boldt beispielsweise hat es Hoffmann übelgenommen, dass er beim überlebenswichtigen Verkauf des Spielers Douglas Santos an Zenit Sankt Petersburg im letzten Sommer auf die Expertise eines Vermittlers vertraut hat.

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HSV streitet mit Rechtsanwalt Haase um Provision

Mit dem Berliner Rechtsanwalt Marcus Haase streitet der HSV seither um die Zahlung einer Provision in Höhe von 1,2 Millionen Euro, weil die Hamburger ihn nicht bezahlen wollen.

Hoffmann und Haase einigten sich kurz vor Weihnachten auf einen Vergleich, bei dem der HSV weit über 50 Prozent der Provision gespart hätte. Doch der Vorstandsvorsitzende wurde von seinen Kollegen ausgebremst, der Deal kam letztlich doch nicht zustande. Nachvollziehbare Gründe gab es dafür nicht. Stattdessen liegt der Fall nun beim Landgericht Hamburg.


Der Transfer von Santos ist nur einer von mehreren Vorgängen, die beim HSV intern für Irritationen gesorgt haben.

Köttgen will weitere Zusammenarbeit mit Hoffmann ausloten

Inzwischen hat sich gegen Hoffmann eine Fraktion im Club gebildet, die den 57-Jährigen loswerden will. Auch Jansen und weitere Mitglieder des Aufsichtsrates gehören dazu.

In den nächsten Tagen will der Vorsitzende der Kontrolleure, Max-Arnold Köttgen, in Einzelgesprächen mit den Vorständen ausloten, ob eine weitere Zusammenarbeit möglich ist. Köttgen gehört als einer der wenigen zu den Verbündeten Hoffmanns.

Doch schon jetzt scheint klar zu sein, dass das zerrüttete Verhältnis untereinander nicht mehr zu kitten ist. 

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