Rummenigge: Sané ist "ein Spezialfall" für Gerland

SPORT1
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Jetzt äußert sich auch der Bayern-Boss zu den Meinungsverschiedenheiten zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic. Er nimmt auch Stellung zur Lage bei Barcelona.

In die Debatte um das angeblich schwierige Verhältnis zwischen Bayern-Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic hat sich nun auch Karl-Heinz Rummenigge eingeschaltet.

"Ich glaube nicht, dass das Verhältnis zwischen den beiden angekratzt ist", sagte der Vorstandsvorsitzende des Rekordmeisters bei Sky. Sowohl Flick als auch Salihamidzic seien "Persönlichkeiten, die bei uns die große und wichtige Aufgabe haben, die Mannschaft so erfolgreich wie möglich zu gestalten, dass wir am Ende des Tages Titel gewinnen".

Dies sei ihnen im ersten Jahr auch glänzend gelungen. Beide hätten einen großen Beitrag zum Triple-Triumph der Bayern geleistet, so Rummenigge.

Rummenigge: Meinungsverschiedenheit mit Hoeneß

Dass es zwischen zwei Führungspersonen des FCB nicht immer harmonisch zugehe, wisse er aus eigener Erfahrung, betone der 65-Jährige: "Ich hatte auch mit Uli Hoeneß hin und wieder mal unterschiedliche Meinung. Aber deswegen habe ich nie ein großes Problem mit Uli gehabt."

Unterschiedliche Meinungen zu einem Thema oder einem Spieler müsse man aushalten können. "Das wird sich nicht verhindern lassen." Er aber arbeite lieber mit meinungsstarken als mit meinungsschwachen Persönlichkeiten zusammen.

Angst, dass die unterschiedlichen Meinungen zu einem Zerwürfnis zwischen Trainer und Sportvorstand führen, hat Rummenigge nicht: "Nein, wir sind mit beiden zufrieden. Hasan macht einen guten Job. Wir haben einen sehr guten Kader (…) Und an Hansi zweifelt sowieso keiner."

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Kahn spricht von Streitkultur

Am Sonntag hatte Oliver Kahn ebenfalls darauf verwiesen, dass man sich auch kritisch auseinandersetzen müsse, um voran zu kommen.

"Solange das Ganze, und das ist im Moment der Fall, zum Wohle des Klubs ist, ist ja dagegen nichts einzuwenden", sagte Kahn bei Sky90. Es gebe derzeit aus seiner Sicht nichts zu vermitteln.

"Man hört immer wieder, dass es so eine Art Streitkultur gibt. Das ist in der Tat so'', bestätigte der ehemalige Welttorhüter und ergänzte: ''Es ist Teil der Kultur und es gehört zur DNA des FC Bayern. Ich glaube, dass das ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, sich kritisch auseinanderzusetzen.''

Rummenigge erwartet Steigerung von Sané

Von Königstransfer Leroy Sané erhofft sich Rummenigge derweil weiter eine deutliche Leistungssteigerung: "Er hat Weltklasse-Niveau in sich drin, und das erwarten wir von ihm."

Sane habe "ein unglaubliches Talent", meinte Rummenigge weiter, aber: "Er muss trotzdem wissen, dass Bayern München ein besonderer Klub ist, in dem alle mitziehen müssen, um die großen Ziele, die wir von uns selbst erwarten und die von uns erwartet werden, zu erfüllen."

Der Neuzugang von Manchester City (25) sei in dieser Hinsicht "ein Spezialfall" für den gerne mal knurrigen Co-Trainer Hermann Gerland, meinte Rummenigge schmunzelnd. Er sei aber davon "überzeugt, dass wir noch viel Spaß mit ihm haben werden, da habe ich keine Sorge".

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Rummenigge über Barcelona: "Könnte nicht schlafen"

Eher besorgt schaut der Vorstandsboss der Bayern indes zum FC Barcelona, der immer größere finanzielle Sorgen haben soll.

"Wenn Bayern einen ähnlich hohen Schuldenstand hätte, würde ich nachts nicht schlafen können", sagte er angesichts von Berichten, Barca stehe mit einer Milliarde Euro in der Kreide.

Vereine wie Barca, die in ihren jeweiligen Regionen sehr bedeutend sind, würden politisch immer eine Lösung finden und nie untergehen, ist sich Rummenigge sicher. Aber: "Ich bedauere es ein Stück weit, dass man in dieser Preisklasse überhaupt Schulden haben kann. Das ist schon erstaunlich."

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