Fünf-Jahres-Plan: Budgetgrenze soll stufenweise sinken

Norman Fischer
motorsport.com

Die neue Budgetgrenze der Formel 1 soll in den kommenden Jahren weiter sinken. Ein entsprechender Fünf-Jahres-Plan soll den zehn Teams zum Abstimmen vorgelegt werden, und es sieht danach aus, als würde dieser neue Vorschlag angenommen werden. Das Modell sieht vor, die festgesetzte Obergrenze stufenweise nach unten zu verschieben.

Ursprünglich waren 175 Millionen US-Dollar für 2021 festgelegt. Im Zuge der Coronakrise hat man sich jedoch darauf geeinigt, die Budgetgrenze auf 145 Millionen Dollar zu senken. 2022 soll sie bei 140 Millionen Dollar liegen, 2023 bei 135 Millionen Dollar. Diese Grenze soll dann auch 2024 und 2025 gelten - mit Möglichkeiten zur inflationsbedingten Korrektur.

Dieser Punkt ist auch im ursprünglichen Plan bereits festgehalten. Nach 2024 will die Formel 1 die Zahlen auswerten und gegebenenfalls für die Zukunft reagieren.

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Den Teams wurde in dieser Woche das neueste Dokument zugeschickt. Eine Zustimmung gilt als wahrscheinlich. Denn unter den neuen Regeln zur Entscheidungsfindung müssen nur sechs von zehn Teams dafür stimmen, bevor der Beschluss vom Motorsport-Weltrat der FIA angenommen werden kann.

Das bedeutet: Selbst wenn die drei Topteams Mercedes, Ferrari und Red Bull dagegen stimmen, würde der Vorschlag trotzdem angenommen werden. Fraglich ist, ob die Teams ihre Kundenteams mit einspannen, die eigentlich für eine niedrige Budgetgrenze sind, um die Abstimmung zu gewinnen.

Haas-Teamchef Günther Steiner hatte zuletzt jedoch betont, dass man kein Sklave von Ferrari sei: "Wenn wir uns an ihnen orientieren, dann gehen wir unter", meint der Südtiroler und will daher eine eigene Meinung vertreten. Haas spricht sich für eine niedrige Budgetgrenze aus. "Ich muss die Zukunft unseres Teams beschützen", betont Steiner.

Bei den Topteams fürchtet man jedoch, dass man mit zu großen Einsparungen viele Arbeitskräfte entlassen müsste. Christian Horner hatte in einer Kolumne auf 'www.redbull.com' gesagt, dass die Diskussionen um die Budgetgrenze am Ziel vorbeigehen würden. "Es ist unmöglich, die Ausgaben von Ferrari mit Haas zu vergleichen", so der Teamchef.

Zwar plädiert er dafür, die Kosten zu senken, aber eine niedrige Budgetgrenze sei nicht der einzige Weg. Man solle darauf schauen, was die Kosten nach oben treibt, und darauf reagieren. Ein Vorschlag von ihm: Kundenautos. "Das könnte kurzfristig helfen und sollte ernsthaft in Erwägung gezogen werden."

"Wir sollten weniger besessen von der Budgetgrenze sein und uns mehr darauf fokussieren, den Sport konkurrenzfähiger zu machen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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