Schwere Vorwürfe nach Eklat: "Er hätte ihn töten können!"

Patrick Hauser
Sport1

Einer der größten NFL-Skandale aller Zeiten hat das Thursday Night Game zwischen den Pittsburgh Steelers und den Cleveland Browns (7:21) überschattet.


Acht Sekunden vor Spielende brannten Defensive End Myles Garrett von den Browns komplett die Sicherungen durch.

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Clevelands Star riss Steelers-Quarterback Mason Rudolph während einer Rangelei den Helm vom Kopf und drosch ihm diesem mit Wucht gegen die Stirn.

Zuvor hatten beide am Boden liegend miteinander gerangelt. Maurkice Pouncey (Steelers) trat Garrett daraufhin mit dem Fuß in den Helm und wurde wie Garrett und Larry Ogunjobi (Browns) ausgeschlossen. Rudolph erlitt bei dem Schlag offenbar keine Verletzung.

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"Er hätte ihn töten können!"

"Das war nur zum Schutz", sagte Pouncey, der eine Sperre für den Rest der Saison forderte: "Er hätte ihn töten können. Was wäre, wenn er ihn an der Schläfe getroffen hätte?". Rudolph selbst attackierte Garrett ebenfalls scharf: "Es war einfach nur feige von ihm."

Rüpel Garrett erklärte: "Ich habe einen Fehler gemacht, ich habe die Beherrschung verloren. Was ich getan habe, war dumm, und ich hätte mir nicht erlauben dürfen, solche Dinge zu tun. Das hat keinen Charakter."


Auch von seinem Teamkollegen und Leader Baker Mayfield bekam der Defensive End eine deutliche Ansage. "Ich habe nicht gesehen, wie es angefangen hat, aber das ist unentschuldbar. Es ist mir egal, ob es eine Rivalität gibt oder nicht, wir können so etwas nicht machen", sagte der Browns-Quarterback bei Fox: "Wir schaden uns selbst und damit gefährden wir auch das andere Team. Es ist unentschuldbar, er (Garrett, Anm. d. Red.) weiß das auch. Ich hoffe, er weiß es jetzt. Es ist hart. Wir werden sehen, was jetzt passiert." Browns-Trainer Freddie Kitchens bezeichnete die Aktion als "beschämend".

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Garrett droht nach Helm-Schlag heftige Strafe

Garrett dürfte nach seinem Komplett-Ausraster eine der höchsten Strafen der NFL-Geschichte blühen. Bei noch sechs ausstehenden Spielen in dieser Saison steht eine Sperre für die restliche Spielzeit im Raum.

Bisland ist die längste Sperre für einen einzelnen On-Field-Vorfall fünf Spiele. Diese erhielt 2006 Albert Haynesworth (Defensive Lineman, Tennessee Titans), der Gegenspieler Andre Gurode (Dallas Cowboys) erst den Helm vom Kopf riss und ihm anschließend mit den Fuß aufs Gesicht stieg. Gurode musste mit 30 Stichen genäht werden.

2013 riss Antonio Smith Gegenspieler Richie Incognito ebenfalls den Helm vom Kopf und schlug nach ihm (ohne ihn zu treffen), was in drei Spielen Sperre resultierte. Wiederholungstäter Vontaze Burfict (Oakland Raiders) wurde dieses Jahr nach einem Helmet-to-Helmet-Hit sogar für 12 Spiele gesperrt.

Zahlreiche aktuelle und ehemalige NFL-Stars zeigten sich geschockt vom Eklat in Cleveland. JJ Watt von den Houston Texans, ebenfalls Defensive End, bezeichnete die Aktion als "Wahnsinn", Quarterback Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs meinte: "Ich kann garnicht glauben, dass das gerade passiert ist.

Auch Smith-Schuster! Fünf Verletzte bei Pittsburgh

Für die Steelers war der Eklat aber sogar nur das heftige Ende eines Abends zum Vergessen. Gleich fünf Spielern verlor Pittsburgh durch zum Teil heftige Verletzungen.

Receiver JuJu Smith-Schuster musste im 2. Viertel nach zwei harten Helmet-to-Helmet-Hits wegen einer Gehirnerschütterung aus dem Spiel genommen werden,

Den Superstar Smith-Schuster erwischte es heftig: Nach einem gefangenen Pass wurde er von Greedy Williams am Helm getroffen, weniger als eine Sekunde später traf sein Helm auch den von Safety Morgan Burnett.


Smith-Schuster ließ den Ball fallen und lag über eine Minute am Boden, ohne sich zu bewegen. Zahlreiche Browns-Spieler knieten sich neben ihn, auch Trainer rannten aufs Spielfeld.

Der 22-Jährige konnte das Spielfeld zwar später auf eigenen Füßen verlassen, erlitt bei seinen Hits aber eine Gehirnerschütterung.


Steelers-Receiver blutet aus dem Ohr

Ebenfalls im 2. Viertel erwischte es Running Back James Conner mit einer Schulterverletzung. Cornerback Artie Burns (Knie) und Linebacker Ola Adeniyi (Gehirnerschütterung) konnten ebenfalls nicht weitermachen.

Im 3. Viertel erwischte es außerdem noch Diontae Johnson, der von Browns-Safety Damarious Randall heftig getroffen wurde.

Randall wurde nach dem Hit gegen seinen wehrlosen Gegner für das restliche Spiel ausgeschlossen, Johnson blutete nach dem Zusammenstoß sogar aus dem Ohr.

Bei den Browns verletzte sich Safety Morgan Burnett an der Achillessehne.


Mayfield stellt Rudolph in den Schatten

Ohne die verletzten Stars konnten die Steelers den Browns nicht mehr viel entgegen setzen. Jaylen Samuels gelang zwar per Touchdown der Anschluss zum 7:14, Stephen Carlson machte mit seinem Catch in der Endzone neun Minuten vor dem Ende aber alles klar.

Rudolph lieferte mit vier Interceptions bei einem Touchdown-Pass eine schwache Leistung ab (23 von 44 Würfen angekommen) und stand klar im Schatten von Gegenüber Mayfield. Dieser warf zwei Touchdown-Pässe, keine Interception und lief einmal selbst zur 6:0-Führung in die Endzone.

Sorgen dürfte den Steelers nicht die schwache Leistung des Vertreters von Ben Roethlisberger (Ellbogen-OP) machen, sondern vielmehr die Verletzungsseuche.

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