F1-Auftakt: "Ohne Kasernierung geht es nicht!"

Ralf Bach
Sport1

Die Formel 1 hat Tatsachen geschaffen.

Am Montag kündigten die Verantwortlichen an, mit dem Großen Preis von Österreich in die neue Saison starten zu wollen. Jetzt nehmen auch die Rahmenbedingungen für den geplanten Saisonauftakt am 5. Juli auf dem Red Bull-Ring in Spielberg konkrete Formen an.

"Wir sind schon bereit", kündigt Red-Bull-Motorsport-Berater Helmut Marko (76) bei SPORT1 an, "obwohl wir auch noch die Möglichkeit hätten, bis drei Wochen vor dem ersten Rennwochenende zu reagieren."

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Vorlaufzeit dringend nötig

Soll heißen: Später als Mitte Juni kann Red Bull als Veranstalter des GP von Österreich das erste der beiden geplanten Auftaktrennen nicht mehr auf die Beine stellen. Marko: "Das würde sich dann mit der Organisation nicht mehr ausgehen. Alleine die Streckenposten brauchen diese Zeit des intensiven Trainings."


Fest steht jetzt: Nur das Fernsehteam von Rechteinhaber Liberty darf vor Ort berichten. RTL, die Sky-Gruppe und Co. müssen mit den Bildern leben, die von F1-TV geliefert werden. Training und Rennen kann jeder vom Studio aus kommentieren. VIPs, Zuschauer und Vertreter von Printmedien dürfen ebenfalls nicht an den Red Bull-Ring. Teammitglieder werden auf die Mindestanzahl von 60 bis 80 Personen reduziert. So schrumpft der F1-Tross auf rund 1000 Menschen.

Marko: "Es geht nicht anders, da Liberty die Anzahl der Personen vor Ort so gering wie möglich halten will. Das alles gehört zu jenem vernünftigen Mut dazu, der uns überhaupt veranlasst hat, die Doppelrennen trotz des Schockzustandes, in dem sich im Prinzip die ganze Welt wegen der Corona-Pandemie befindet, anzugehen."

Fahrer dürfen nicht nach Hause 

Dazu gehören auch: strenge Sicherheitsvorkehrungen an der Strecke. Das Tragen von Atemschutzmasken ist Pflicht, das Einhalten des Mindestabstands von zwei Metern ebenso. Jedes Team bekommt ein eigenes Hotel und eigene Autos (auch Kleinbusse) zugewiesen. Die jeweilige Unterkunft darf man nur zum Zweck der Hin- und Rückfahrt zu und von der Rennstrecke verlassen.

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Das eigene Reisebüro von Liberty (Formula One Travel) kümmert sich um die genauen Belegungspläne. Ein Teil der Hotels rund um den Red Bull-Ring gehört Red Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz selbst. Die Beschränkungen gelten auch für die Fahrer. Zwischen dem Auftaktrennen und dem zweiten Lauf am 12. Juli, der auch auf dem Red Bull-Ring stattfinden soll, dürfen Fahrer und Teammitglieder nicht nach Hause.

Marko: "Am Donnerstag nach dem Auftaktrennen geht es an der Strecke wieder mit Fernsehterminen und Teammeetings los. Den Montag, Dienstag und Mittwoch davor müssen sich die Menschen der einzelnen Teams mit sich selbst beschäftigen und in ihrem jeweiligen Hotel bleiben. Ganz ohne Kasernierung geht es eben nicht. Es wäre viel zu aufwändig und kompliziert, jedes Mal einen neuen Corona-Test machen zu lassen. Denn der ist bei der Anreise Pflicht. Nur wer ein negatives Ergebnis nachweisen kann, kommt überhaupt nach Österreich rein."


F1-Teams reisen getrennt an

Auch bei der Anreise sollen die verschieden Interessensgruppen unter sich bleiben. Geplant sind Chartermaschinen aus England (z.B. für Red Bull Racing, McLaren, Mercedes, Racing Point) und Italien (Alpha Tauri, Ferrari, Pirelli), die entweder auf dem vom Red Bull-Ring circa 50 Kilometer entfernten Flughafen von Graz landen können oder auf dem nur fünf Kilometer entfernten Militärflugplatz in Zeltweg.

Marko kümmert sich gerade um eine Sondergenehmigung, dass der Militärflughafen über den Zeitraum der beiden Rennwochenenden auch von zivilen Maschinen genutzt werden darf.

Allein: Der Red Bull-Motorsportchef ist guter Dinge, dass alles klappt. Nur eins könne die beiden Auftaktrennen noch verhindern. Marko: "Wenn die Zahl der Infizierten in den nächsten Wochen wieder drastisch ansteigen sollten, dann können wir nichts machen. Das liegt nicht in unserer Macht."

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