F1-Kalender 2020 nimmt Formen an: Mugello fast fix, Hockenheim Ersatz

Norman Fischer
motorsport.com

Acht Rennen in Europa - und dann? Die Formel 1 arbeitet weiterhin fieberhaft an der Zusammenstellung des Kalenders der in der kommenden Woche beginnenden Saison 2020. Nun scheinen sich einige weitere Puzzleteile zusammenzufügen. Im Zentrum der Spekulationen: neue Strecken in Europa und Hockenheim.

Nach Informationen von 'auto motor und sport' soll ein anvisiertes Rennen in Mugello schon fix eingeplant sein. Ferrari hat bereits in dieser Woche auf der italienischen Strecke getestet und würde dort passenderweise sein 1.000. Formel-1-Rennen (je nach Zählweise) bestreiten. Als Termin ist das Wochenende nach Monza angedacht, sodass man mit Spa und Monza den dritten Triple-Header in Folge bilden würde.

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"Nach allem, was ich höre, ist Mugello ziemlich wahrscheinlich", sagt McLaren-Geschäftsführer Zak Brown und hält es für eine spektakuläre Strecke. "Alle sagen, dass es eine unglaubliche Strecke ist. Ich habe gelesen, was Mark Webber gesagt hat", so Brown gegenüber 'Sky Sports'. "Wie die Rennen dort sind, ist ein anderes Thema."

Sotschi oder Hockenheim?

Wie der Formel-1-Kalender danach aussehen wird, ist aktuell aber noch offen. Nach einer Woche Pause würde Sotschi regulär auf dem Programm stehen. Doch ob das Rennen in Russland stattfinden kann, ist unklar. Aufgrund der angespannten Coronasituation im Land ist man von der Idee mehrerer Rennen im Olympiapark abgerückt - möglicherweise findet sogar gar keines statt.

Als Ausweichmöglichkeit hätte man Hockenheim in der Hinterhand, das für die Formel-1-Verantwortlichen der ideale Ersatzkandidat ist - auch für weitere ausfallende Rennen. Daher würde man sich ein Rennen in Deutschland für den Notfall aufsparen, das aber unwahrscheinlicher wird, je weiter es in Richtung Herbst geht.

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H

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Sebastian Vettel, Ferrari SF71H Ferrari

Ferrari

Doch damit sind die Planungen in Europa noch nicht abgeschlossen: Portimao steht für den 4. Oktober für ein Rennen bereit. "Portimao in Portugal scheint auch weit oben auf der Liste zu stehen", bestätigt Brown. "Eine sehr wellige Strecke. Die Grand-Prix-Fahrer werden das lieben. Ich finde das aufregend."

Imola scheint hingegen aktuell keine Rolle in den Planungen zu spielen.

Asien nur durch China repräsentiert?

Noch größere Unklarheiten stehen danach über den geplanten Rennen in Asien und Amerika. Singapur, Baku und Suzuka wurden vor kurzem bereits fix abgesagt, Vietnam ist schon länger keine Option mehr. Für Asien bliebe damit nur China übrig, wo die Coronakrise ihren Anfang genommen hat.

"Das einzig fixe Rennen außerhalb von Europa findet skurrilerweise in China statt", deutet Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko bei der 'Wirtschaftskammer Österreich' bereits eine Einigung an. Im Gespräch sind gleich zwei Läufe in Schanghai, damit sich die Reise lohnt, laut 'auto motor und sport' soll es jedoch im Formel-1-Lager Vorbehalte gegen das Land geben.

Kanada ist ein weiteres Rennen, das noch nicht gänzlich abgesagt wurde. Im Raum steht ein Ersatztermin im Oktober, den man zeitlich zusammen mit Austin und Mexiko-Stadt legen könnte.

Allerdings erscheint ein Rennen in Mexiko aufgrund der Coronasituation unwahrscheinlich, zumal die Strecke mitten in der Stadt liegt und man die Formel 1 nicht von der Bevölkerung trennen kann. Das Gleiche gilt auch für den Brasilien-Grand-Prix in Sao Paulo, der ebenfalls stark auf der Kippe steht.

Austin wartet ab

Auch die USA werden hart von der Coronakrise getroffen und haben vor Brasilien und Russland aktuell die meisten Fallzahlen. Daher ist auch ein Rennen in Austin gefährdet. "Wir haben aktuell kein klares Bild", sagt Bobby Epstein, Geschäftsführer des Circuit of The Americas, gegenüber 'Autoweek'. Und das könnte auch noch eine Zeit lang so bleiben.

"Sie haben in Europa gelernt, dass sie bis zur letzten Minute mit einer Entscheidung warten können, und wir sind noch nicht bei der letzten Minute angekommen", sagt er. Aktuell plane man noch mit der Formel 1, doch ob mit oder ohne Fans und ob die Serie überhaupt kommt, steht nicht fest.

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Steiermark-Grand-Prix
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Bald: Mexiko-Stadt-Grand-Prix Jerry Andre / Motorsport Images

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Indianapolis 500 IndyCar Series

IndyCar Series

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Caesars-Palace-Grand-Prix

Caesars-Palace-Grand-Prix <span class="copyright">Ercole Colombo</span>
Caesars-Palace-Grand-Prix Ercole Colombo

Ercole Colombo

... Las Vegas dem "Nudeltopf" in Indianapolis immerhin voraus - und mehr: Die beiden Rennen 1981 und 1982 heißen offiziell "Caesars Palace Grand Prix" - benannt nach dem Hotel, auf dessen Parkplatz die nicht permanente Rennstrecke entstanden ist. Und mehr Abweichen von der Norm geht nicht!

Sollten nur 10.000 bis 20.000 Fans kommen, könnte man das problemlos zwei Wochen vor dem Event hinbekommen. Was man nicht wolle: Jetzt alles für eine größere Anzahl an Fans aufbauen und dann absagen müssen. Doch das übliche Drei-Tages-Festival mit Konzerten & Co. sei 2020 ohnehin keine Option.

Ob die Formel 1 überhaupt in die USA komme, hänge aber von anderen Faktoren ab - ob die Teams zur Ein- und Ausreise in Quarantäne müssten beispielsweise. Denn das ist bei dem engen Terminkalender nicht drin. Eines möchte Epstein aber betonen: "Nur weil sie nicht kommt, heißt es nicht, dass sich die Formel 1 nicht für Amerika interessiert. Es geht da um Logistik."

Brown wettet auf 16 Rennen

Und eben jene Logistik hat für das Saisonfinale Rennen im Nahen Osten vorgesehen: Bahrain hält möglicherweise zwei Rennen ab, wovon eines auf dem kurzen Außenkurs stattfinden könnte. Ein solches Szenario hatte Formel-1-Sportchef Ross Brawn zuletzt in den Raum geworfen. Abschließen wird man die Saison in Abu Dhabi, die das Finalrennen vertraglich zugesichert bekommen haben.

Und damit hätte man trotz der Situation einen runden Formel-1-Kalender hinbekommen, der auch die nötige Anzahl Grands Prix für die vollen TV-Einnahmen umfasst. "Ich kann 16 Rennen schon sehen", meint Zak Brown. "18 wird schwierig. Aber wenn ich heute nach Vegas fliegen und wetten würde, dann würde ich auf 16 Grands Prix setzen. Was toll ist. Es ist noch nicht lange her, da war das noch eine komplette Formel-1-Saison."

So könnte der Formel-1-Kalender 2020 aussehen:

5. Juli: Spielberg (Österreich)

12. Juli: Spielberg (Österreich)

19. Juli: Budapest (Ungarn)

2. August: Silverstone (Großbritannien)

9. August: Silverstone (Großbritannien)

16. August: Barcelona (Spanien)

30. August: Spa-Francorchamps (Belgien)

6. September: Monza (Italien)

13. September: Mugello (Italien)

27. September: Sotschi (Russland)/Hockenheim (Deutschland)

4. Oktober: Portimao (Portugal)

18. Oktober: Montreal (Kanada)

25. Oktober: Austin (USA)

8. November: Schanghai (China)

15. November: Schanghai (China)

29. November: Sachir (Bahrain)

6. Dezember: Sachir (Bahrain)

13. Dezember: Abu Dhabi (VAE)

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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