"Kann jetzt meinen Sohn erziehen": England-Star über Kniefall

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"Kann jetzt meinen Sohn erziehen": England-Star über Kniefall
"Kann jetzt meinen Sohn erziehen": England-Star über Kniefall

Bei den beiden Testspielen der englischen Nationalmannschaft gegen Österreich und Rumänien (beide 1:0) vor der EURO 2021 hat es vereinzelte Buhrufe von den Rängen gegeben, weil die Teams vor dem Anpfiff niederknieten.

Der englische Fußballverband FA will darauf nun reagieren: Vor Englands EM-Auftakt gegen Kroatien am Sonntag im Wembley-Stadion soll eine Videobotschaft über Rassismus und Gleichberechtigung ausgestrahlt werden. Auch der Missbrauch in den sozialen Medien soll thematisiert werden. (EM 2021: England - Kroatien ab 15 Uhr im SPORT1-Liveticker)

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Es wurden vor der Europameisterschaft auch Gespräche mit Fangruppen geführt, allerdings sind der FA die Hände gebunden, wenn es darum geht, gegen buhende Fans vorzugehen. Trotz der potenziell diskriminierenden Untertöne ist das Ausbuhen von Spielern keine Straftat.

Johnson-Sprecher mit Appell an Fans

Sogar ein Sprecher des britischen Premierministers Boris Johnson hat die englischen Fans aufgefordert, ihre Mannschaft bei der EM zu unterstützen und sich dabei respektvoll zu verhalten.

"Der Premierminister unterstützt die englische Fußball-Nationalmannschaft und will, dass sie erfolgreich ist. Und er will, dass das ganze Land hinter ihnen steht während dieses Turniers", sagte er. Gleichzeitig betonte der Sprecher, der Premier erwarte, "dass sich alle Fans in jedem Fußballspiel respektvoll verhalten".

Rückendeckung für die englische Auswahl gab es dagegen nicht: "In Bezug besonders auf die Kniefälle hat der Premierminister eher Taten als Gesten im Blick", erklärte der Sprecher von 10 Downing Street in London.

Nationalspieler Kyle Walker betonte derweil, für wie wichtig er den Kniefall zu Spielbeginn halte. "Mein Sohn hat mich gefragt: 'Dad, warum tust du das?' und ich war ehrlich gesagt sehr froh, dass er mich gefragt hat. Denn jetzt kann ich ihn erziehen und ihm sagen, was wir tun können."

Ich sei zwar bewusst, dass sich die Situation nie wirklich ändern würde - aber vor allem die Erziehung der nächsten Generation könne im Kampf gegen Diskriminierung für Fortschritte sorgen: "Es ist nicht wichtig, welche Herkunft, welche Hautfarbe, welche Religion, wir sind alle gleich."

Der kollektive Kniefall als Geste war in der englischen Premier League nach dem durch Polizeigewalt verschuldeten Tod von George Floyd in den USA als Zeichen der Solidarität mit der "Black Lives Matter"-Bewegung eingeführt worden.

Auch vor dem diesjährigen FA-Cup-Finale und dem Champions-League-Endspiel mit den englischen Teams FC Chelsea und Manchester City waren Spieler niedergekniet.

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