Fackellauf: Präfektur Shimane droht mit Absage

SID
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Japans Präfektur Shimane hat mit der Absage des olympischen Fackellaufs gedroht, falls die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie nicht verbessert würden. Die westliche Präfektur auf der Insel Honshu ist eine der 47 Präfekturen, durch die der Fackellauf ab dem 25. März führen soll.

"Als Präfektur können wir nicht unsere volle Unterstützung für den Fackellauf zusagen, wenn die aktuelle Situation anhält", sagte Shimanes Gouverneur Tatsuya Maruyama laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo und kritisierte die Maßnahmen der Zentral- und Stadtregierung von Tokio.

Die Drohung wurde in Japan als jüngstes Anzeichen der weit verbreiteten Olympia-Skepsis gewertet, zuletzt hatten sich in Umfragen mehr als 80 Prozent der Japaner gegen die Austragung der Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) in diesem Sommer ausgesprochen.

Der Fackellauf, traditionelle Einstimmung auf Olympia, soll in Fukushima beginnen und Mitte Mai (15./16.) durch Shimane führen. In den 47 Präfekturen des Landes sind insgesamt 859 Gemeinden an dem Fackellauf beteiligt.

Fackelläufer Shinsuke Kayama (61) aus Matsue in Shimane, der 1976 als Schwimmer an den Olympischen Spielen in Montreal teilnahm, ist anderer Meinung als sein Gouverneur. "Mein Wunsch, mit der Fackel zu laufen, hat sich nicht geändert. Ich glaube, dass Olympia stattfinden wird", sagte Kayama.

Die Corona-Infektionen in Japan waren zuletzt rückläufig, nachdem für Tokio und andere Regionen der Ausnahmezustand ausgerufen worden war. Die Präfektur Shimane zählte mit rund 666.000 Einwohnern bislang etwa 280 Corona-Fälle, während die Zahl der Infektionen in Tokio am Mittwoch 108.337 betrug.