Fahrer über Aus der Gewichtsregel: "Dachte, es ist ein Scherz!"

Die DTM-Fahrer freuen sich auf packende Zweikämpfe ohne Gewichtsnachteile


Die Gewichte sind Geschichte: Die Neuigkeit in der vergangenen Woche über die geplante Abschaffung der umstrittenen und viel diskutierten Performance-Gewichte in der DTM freute und überraschte die Fahrer und Experten zugleich. Nach dem langen Hick-Hack um die Abschaffung des Erfolgsballasts und die fehlende Einigung der drei Hersteller glaubte kaum jemand daran, dass es in der laufenden Saison 2017 noch Änderungen an der leidigen Gewichtsregel geben wird.

"Als ich die Nachricht bekam, war ich mir nicht sicher, ob sich jemand einen Scherz erlaubt, denn ich habe nicht gedacht, dass man das noch lösen wird", sagt Audi-Pilot Mattias Ekström, der von Anfang an ein Gegner der Performance-Gewichte war. "Ich kenne niemanden, den diese Nachricht nicht gefreut hat", schmunzelt "Ekis" Teamkollege Nico Müller auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'.

"Für mich war das die größte und positivste Überraschung der Saison", ergänzt der Tabellenführer. Man habe durch die Neuerungen in der DTM eine gute Basis gefunden und "die darf keinen schlechten Beigeschmack haben durch schlechte Nachrichten," wie die Diskussionen um den Ballast.

Hockenheim I: Drei Hersteller auf Podium mit gleichem Gewicht

Der Kampf um die Meisterschaft ist offen und spannend wie selten zuvor: Zehn Fahrer haben noch Chancen auf den Titelgewinn. Ekström liegt mit neuen Punkten Vorsprung vor Lucas Auer an der Spitze der Fahrerwertung und freut sich auf einen harten, aber fairen Kampf bis zum Schluss. "Ich freue mich auf zwei Wochenenden, so wie wir uns die DTM vorstellen", so der Schwede.

"Der Saisonstart in Hockenheim, als alle Autos mit gleichem Gewicht unterwegs waren, hat schon gezeigt, wie eng das Feld beieinanderliegt. Ich erwarte, dass es in Spielberg und beim Finale in Hockenheim ähnlich wird", erinnert Müller daran, dass beim Auftaktwochenende im badischen Motodrom alle drei Hersteller auf dem Siegerpodest vertreten waren.

Timo Glock ist ebenfalls erleichtert, dass sich die drei Hersteller auf die Abschaffung der Gewichte einigen konnten. "Für den Sport ist es die absolut richtige Entscheidung. Wir Fahrer haben uns gemeinschaftlich dafür ausgesprochen, dass man die Gewichte abschaffen sollte und sie bei uns nichts zu suchen haben", erklärt der BMW-Pilot, der seinem Gewichtsvorteil am Red-Bull-Ring am kommenden Wochenende doch ein wenig hinterhertrauert.

Wäre in Spielberg gerne 20 Kilo leichter, aber...

"Ich hätte mich natürlich gefreut, wenn ich in Spielberg mit 20 Kilo weniger als die Konkurrenz den Berg rauf und runter hätte fahren können", lacht er. Nach der alten Regelung wäre BMW mit 20 Kilo weniger Gewicht als Audi und Mercedes nach Spielberg gereist. Auf der Berg-und-Tal-Bahn in der Steiermark hätte dies den Münchnern einen Zeitvorteil von rund vier Zehntelsekunden pro Runde gebracht.

Doch der 35-Jährige weiß, dass die Entscheidung, im Sinne des Sports und der Fans, die richtige war. "Wir müssen im Ganzen denken, und es ist die absolut richtige Entscheidung", ergänzt er. Für viele Fans sei die Gewichtsregel unverständlich gewesen, deshalb ist es in seinen Augen bessern, die Regeln "so simpel wie möglich" zu halten.

Auch Mercedes-Mann Maro Engel ist im wahrsten Sinne des Wortes erleichtert. "Es ist eine fantastische Nachricht für die DTM, Fahrer, Fans, Teams und Hersteller. Es geht jetzt rein um den Wettbewerb und man muss sagen, dass die Änderungen seit Saisonbeginn ausnahmslos top waren", fasst er zusammen.

Der letzte Stein ist gefallen

Jeder Fahrer im Feld hatte die Chance, ein DTM-Rennen zu gewinnen, so der Moskau-Sieger. "Und der letzte Stein, der zum Umfallen gebracht werden musste, war das Thema Gewichte. Das haben wir jetzt erreicht. Glückwunsch an alle Beteiligten, das war die richtige Entscheidung", sagt Engel.

Die DTM-Kommission, der Vertreter des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB) angehören, muss der endgültigen Abschaffung der Performance-Gewichte noch zustimmen. Doch der DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck ist zuversichtlich, dass diese Formalie vor dem DTM-Wochenende am Red-Bull-Ring erledigt wird und die 18 DTM-Autos in Spielberg mit Gewichts-Gleichstand antreten.

© Motorsport-Total.com

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