Fahrerkleidung in der Formel 1: So überlebte Grosjean den Bahrain-Crash

André Wiegold
·Lesedauer: 2 Min.

Das gesamte Fahrerlager atmete auf, als Romain Grosjean nach seinem heftigen Unfall in Bahrain den havarierten Haas-Boliden aus eigener Kraft verließ. Der Franzose erlitt nur leichte Verletzungen und ist bereits auf dem Weg der Besserung. Dazu beigetragen haben die Sicherheitsstandards in der Formel 1, die in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert wurden.

Ein wichtiger Punkt war Halo, der Cockpitschutz der Formel 1. Beim Einschlag in die Leitplanke hat die Vorrichtung in Form eines Heiligenscheins den Kopf des Franzosen geschützt. Anschließend war Grosjean in den Flammen gefangen, doch auch denen entkam er mit nur leichten Verbrennungen an den Händen.

Die feuerfeste Kleidung - also der Overall, die Unterwäsche, die Socken, die Sturmhaube und die Handschuhe - haben ihren Zweck erfüllt. Noch vor der Saison 2020 wurden die Sicherheitsstandards der Kleidung angehoben. Viele Hersteller bieten sogar eine höhere Sicherheit als eigentlich gefordert.

Längere und intensivere Tests

Vor der Saison 2020 mussten die Kleidungsstücke rund 20 Prozent mehr Belastung aushalten als noch in der Vorsaison. Die Sicherheit der verschiedenen Produkte wird im Vorfeld durch Tests sichergestellt.

Die Kleidung wird bis zu zwölf Sekunden einer 1000 Grad heißen Flamme ausgesetzt. In diese Zeitspanne darf das Material nicht länger als zwei Sekunden brennen. Außerdem dürfen keine Rückstände, geschmolzene Teile oder Löcher zurückbleiben.

Trotz der hohen Standards hat sich Grosjean Verbrennungen an den Händen zugezogen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Überraschend waren diese Verletzungen aber nicht, da das Gesicht hinter dem Visier und die Handgelenke am wenigsten geschützt sind.

Die Hände werden nur durch eine Lage feuerfestes Material bedeckt, während die Arme und Beine aufgrund der Unterwäsche durch zwei Lagen geschützt werden. Die Handschuhe haben dennoch ihre Arbeit gemacht und Grosjean vor schweren Verletzungen bewahrt.

Fotos zeigen, dass Grosjean bei seiner Flucht aus den Flammen einen Schuh verloren hat. Er musste sein Bein befreien, wobei der Schuh vom Fuß glitt. Obwohl sein Fuß anschließend weniger geschützt war, schaffte es der Haas-Pilot, das Cockpit ohne schweren Verletzungen zu verlassen. All das, weil das Material funktioniert und die Haut des Franzosen geschützt hat.

Entwicklung nicht beendet

Die Entwicklung seitens der Hersteller ist noch nicht beendet. Grosjeans Ausrüster Alpinestars hat bereits angekündigt, Lehren aus dem Unfall in Bahrain zu ziehen und die Sicherheit weiter zu verbessern. Dafür wurden die Kleidungsstücke in das Unternehmenslabor gebracht. Dort soll geschaut werden, ob es Schwachpunkte gibt und wie die einzelnen Stücke weiter optimiert werden können.

Christopher Hillard von Alpinestars sagt: "Ich weiß, dass auch Haas daran arbeitet und das Team gibt uns deshalb jedes Detail weiter. Es geht darum, so viel wie möglich aus dem Vorfall zu lernen und sich die einzelnen Stücke genau anzuschauen." Das Unternehmen sei mit den ersten Ergebnissen zufrieden, da die Ausrüstung ihren Zweck erfüllt hat.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.