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Doping bei Nadal? Was ein Experte dazu sagt

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Doping bei Nadal? Was ein Experte dazu sagt
Doping bei Nadal? Was ein Experte dazu sagt

Fitspritzen im Profi-Sport: In vielen Sportarten wird offen über diese Praxis gesprochen.

Jüngstes Beispiel: Tennis-Star Rafael Nadal, der offen zugab, jedes seiner sieben Spiele auf dem Weg zum Titel bei den French Open unter Einwirkung von Schmerzmitteln bestritten zu haben.

„Ich habe ohne Gefühl im Fuß und mit einer Spritze in den Nerv gespielt. Der Fuß war dann wie taub“, berichtete Nadal nach dem Finalsieg in Paris gegen Casper Ruud aus Norwegen. (BERICHT: Nadals Syndrom: „Der Knochen stirbt“)

Nur mit betäubtem Nerv sei er spielfähig gewesen. Zudem nahm Nadal entzündungshemmende Mittel, um die Strapazen auszuhalten.

Nadal: Rad-Profis ziehen Doping-Vergleich

Für viele Fans es eine Heldentat - für Athleten aus anderen Sportarten dagegen eher eine Art Doping. Die französischen Radprofis Guillaume Martin (28, Team Cofidis) und Thibaut Pinot (32, Team Groupama-FDJ) jedenfalls können den Einsatz von Spritzen gar nicht verstehen, sind mehr als irritiert.

Beim Radsport-Weltverband (UCI) gibt es nämlich seit einigen Jahren die „No Needle Policy“ (Keine-Nadel-Richtlinie). Spritzen dürfen demnach nur in äußersten medizinischen Notfällen eingesetzt werden.

Martin sagte im Interview mit L´Equipe, Injektionen wie bei Nadal „beeinflussen auch die Performance oder können dafür genutzt werden, um die Leistung zu verbessern.“ Im Radsport seien solche Methoden „verboten“. Und wenn ein Radprofi sich vor einem Rennen spritzen lassen würde, „würde ihn jeder als gedopt bezeichnen“, erklärte Martin weiter.

Doping-Experte Sörgel kritisiert Nadal

Dem Einsatz von Schmerzmitteln im Profisport steht auch Doping-Experte Prof. Dr. Fritz Sörgel kritisch gegenüber.

„Durch die immer normaler werdende Methode der Schmerzmittel-Einnahme entsteht ein Bild, welches gerade für die Jugend gefährlich werden kann“, warnt Sörgel im Gespräch mit SPORT1: „Es entsteht ein Eindruck, dass es das Normalste der Welt ist, unter Schmerzmittel-Einnahme Sport auszuüben. Gerade wenn Vorbilder wie Rafael Nadal dies öffentlich zugeben.“ (BERICHT: Jetzt brennt Nadal sogar Nerven an)

Anhand von Fällen wie Ex-Bundesligafußballer Ivan Klasnic, welcher mehrere Nierenschäden durch Schmerzmittel erlitten hat, könne man sehen „wie gefährlich eine regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln werden kann“, erläutert Sörgel. Dennoch sei es „unmöglich, den Gebrauch von Schmerzmitteln zu verbieten“.

Den Vorwurf Martins, die Injektionen hätten Nadals Spiel positiv und leistungssteigernd beeinflusst, weist Sörgel zurück.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Profi wie Rafael Nadal auf schmerzhemmende und zeitgleich leistungsfördernde Substanzen wie beispielsweise Tramadol zurückgegriffen hat. Tramadol ist eine Substanz, die aktuell auf der Beobachtungsliste der NADA (Nationale Anti-Doping Agentur) steht“, erläutert Sörgel, der meint: „Nadal wird lediglich entzündungshemmende Substanzen eingenommen haben.“

Nadal in Spanien: „Am Ende wirst du dafür gefeiert“

Was beim Fall Nadal nicht außer Acht gelassen werden darf: Der Umgang mit Schmerzmitteln ist von Land zu Land verschieden, wird in Deutschland oftmals kritischer gesehen als in anderen Ländern.

„In Spanien beschäftigt man sich nicht mit dieser Thematik“, erklärt Sörgel: „Die Sportler genießen dort einen höheren Stellenwert, als es in Deutschland der Fall ist.“

Es werde daher auch häufiger „mit allen Mitteln versucht, den größtmöglichen Erfolg zu generieren, und wenn es auf dem Weg dorthin nur mit Schmerzmitteln funktioniert. Am Ende wirst du dafür gefeiert.“

Genau darin, sagt Sörgel abschließend, „sehe ich ein großes Problem“.

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