Fans machen NRW-Minister weiter Sorgen

SID
·Lesedauer: 2 Min.

NRW-Innenminister Herbert Reul will sich vom reduzierten Einsatzaufkommen für die Polizei im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in der vergangenen Fußball-Saison nicht blenden lassen.

"Auch wenn derzeit keine Zuschauer ins Stadion dürfen, treibt mich die Gewalt rund um den Fußball um. 660 verletzte Personen allein an den ersten 25 Spieltagen der vergangenen Saison, mehr als 4000 Strafverfahren - auch wenn die Zahlen etwas unter denen des Vorjahreszeitraums liegen, sind sie nach wie vor viel zu hoch", sagte der CDU-Politiker.

Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) hatte am Freitag ihren Jahresbericht für die Saison 2019/20 veröffentlicht. Rund ein Viertel aller Spieltage hatte aufgrund der Corona-Pandemie ohne Zuschauer stattgefunden, "was die polizeilichen Einsatzstunden an diesen Spieltagen um rund zehn Prozent reduzierte", hieß es in einer Pressemitteilung.

Tippkönig der Königsklasse gesucht! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden

Außerdem habe es anlässlich der bis zum März stattgefundenen Partien mit Zuschauern 4880 Fest- oder Ingewahrsamnahmen gegeben. Dies seien 3020 Maßnahmen (38 Prozent) weniger als im Vergleichszeitraum, bei dem ebenfalls nur die Spiele bis zum 25. Spieltag in der Bundesliga und 2. Bundesliga bzw. bis zum 27. Spieltag in der 3. Liga der Saison 2018/19 betrachtet wurden. Auch die Anzahl der Strafanzeigen von 4542 auf 4067 sei in diesem Zeitraum zurückgegangen.

Pyrotechnik weiter ein "Riesenproblem"

Allerdings betonte die ZIS, dass ein Vergleich zwischen beiden Saisonzeiträumen "keine zuverlässigen Bewertungen" zulasse. "Bei einer verkürzten Betrachtung einer Spielzeit ist es schlicht dem Zufall überlassen, welche Begegnungen einbezogen werden.

Gerade die besonders sicherheitsrelevanten Begegnungen wie Derbys und die am Ende der Spielzeiten ausgetragenen Begegnungen um Meistertitel, Auf- und Abstiege und Relegationsspiele fanden unter Ausschluss von Publikum statt", sagte der ZIS-Leiter Torsten Juds.

Für Reul bleibt vor allem Pyrotechnik "ein Riesenproblem. Diese gefährliche Zündelei ist keine Spielerei. Dieses Zeug gehört nicht ins Stadion, wo Familien mit Kindern auf der Tribüne sind", sagte er. Strafanzeigen im Zusammenhang mit Pyrotechnik wuchsen von 468 auf 520 an. Dies werde von der ZIS mit Sorge betrachtet, betonte Juds.