Vor 1000 Tagen! Das war los, als Klopp zuletzt zuhause verlor

Maximilian Schwoch
Sport1

Dieser Kopfball markierte den Beginn einer Ära.

Am 23. April 2017 brachte der Belgier Christian Benteke in der 74. Minute des Premier-League-Spiels zwischen dem FC Liverpool und Crystal Palace die Londoner mit 2:1 in Führung, es war sein zweiter Treffer an diesem Abend. Philippe Coutinho hatte den Reds an der heimischen Anfield Road zunächst einen Vorteil beschert.

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Doch mit seinem Doppelpack drehte Benteke die Partie - und sorgte somit für einen historischen Moment, dessen Ausmaß sich zum damaligen Zeitpunkt niemand klar sein konnte. Die Pleite der Reds gegen Palace war die bis heute letzte Heimniederlage des Teams von Jürgen Klopp in der Premier League.

Über zweieinhalb Jahre ist dieses Spiel her, fast 1000 Tage sind seither vergangen. Die Reds kassierten in dieser Zeit überhaupt nur drei Pflichtspielniederlagen vor heimischer Kulisse, im Januar 2018 im FA Cup gegen West Bromwich Albion, im September 2018 im Ligapokal gegen den FC Chelsea - und im August 2019, als Liverpool im Community Shield im Elfmeterschießen gegen Manchester City den Kürzeren zog.

Doch in der heimischen Liga entwickelte sich Anfield seitdem zu einer wahren Festung. 50 Liga-Heimspiele sind die Reds ungeschlagen. Der Rückblick auf die Zeit der letzten Liga-Niederlage vor eigenem Publikum hat fast schon etwas Historisches. Der April 2017 war nicht nur für den aktuellen Champions-League-Sieger ein besonderer Monat. Auch der BVB wird diesen Monat nie vergessen, gleiches gilt für Revierrivale Schalke 04.

Auch abseits des Fußballs hatte der April 2017 das eine oder andere geschichtsträchtige Ereignis parat. SPORT1 blickt zurück.

- Busanschlag erschüttert BVB

12 Tage vor Liverpools Niederlage wurde die Fußballwelt aus den Angeln gehoben. Auf dem Weg zum Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales im eigenen Stadion wurde der Mannschaftsbus des BVB Ziel eines Anschlags, bei dem Marc Bartra eine Verletzung an der Hand erlitt.

Die Partie gegen AS Monaco wurde um einen Tag verschoben, der geschockte BVB verlor mit 2:3 und schied nach dem Rückspiel aus. Matchwinner bei den Monegassen war der junge Kylian Mbappé, dessen Stern in jener Spielzeit aufging. Wenige Monate später wechselte der damals 18-Jährige zu Paris Saint-Germain.

- Bayern feiert 27. Titel - und setzt weiter auf Ancelotti

Mit einem furiosem 6:0-Erfolg beim VfL Wolfsburg sicherte sich der FC Bayern München Ende April vorzeitig die 27. Meisterschaft der Vereinsgeschichte - es war der einzige Titel in jener Spielzeit. Drei Tage zuvor verloren die Bayern das Halbfinale im DFB-Pokal gegen Dortmund, wiederum eine Woche vorher scheiterte die Elf von Trainer Carlo Ancelotti auf dramatische Weise im Champions-League-Viertelfinale an Real Madrid.

Trotz der für Bayern-Verhältnisse bescheidenen Titelausbeute sahen die Münchner zu diesem Zeitpunkt noch keinen Grund, Ancelotti das Vertrauen zu entziehen. Der Italiener genoss die Rückendeckung von Karl-Heinz Rummenigge. Im September 2017 änderte sich das, Ancelotti musste gehen.

- Huntelaar jubelt zum letzten Mal für Königsblau

Am Tag der bis dato letzten Heimniederlage Liverpools in der Premier League geschah auch bei Schalke 04 Historisches: Der "Hunter" erzielte sein letztes Tor für Königsblau. Gegen RB Leipzig markierte der Niederländer den 1:1-Endstand.

Es war sein 126. Pflichtspieltreffer für Schalke, was Platz zwei in der ewigen Torschützenliste des Revierklubs bedeutet. Nach der Spielzeit 2016/17 kehrte Huntelaar in die Heimat zu Ajax Amsterdam zurück.

- Messi erreicht nächsten Meilenstein

Auch Lionel Messi schrieb in diesen Zeiten - wieder einmal - Geschichte. Der argentinische Superstar erzielte im Clásico - der ebenfalls am 23. April stattfand - mit der letzten Aktion den 3:2-Siegtreffer des FC Barcelona bei Real Madrid. Es war zugleich der 500. Pflichtspieltreffer des mittlerweile sechsmaligen Weltfußballers für Barca.

Durch den Sieg sprangen die Katalanen wieder auf Platz eins in La Liga. Zum Titel reichte es am Saisonende trotzdem nicht, den sicherten sich die Königlichen.

- Joshua beendet Klitschkos Karriere

Nicht nur im Fußball geschah im April 2017 Denkwürdiges. Einer der größten Boxer aller Zeiten beendete nach einer krachenden Niederlage seine Karriere. Wladimir Klitschko wollte sich gegen Anthony Joshua seinen dritten Weltmeistertitel im Schwergewicht sichern, doch das misslang.

In der elften Runde brach der Ringrichter den Kampf im Londoner Wembley-Stadion ab, Klitschko verlor durch Technischen K.o. Es war die fünfte Niederlage des Ukrainers, der kurze Zeit später seine Boxhandschuhe endgültig an den Nagel hing.

- Vettel feiert Traumstart in die Formel-1-Saison

Der April 2017 ließ die Ferrari-Fans träumen: Sebastian Vettel und die Scuderia starteten stark in die neue Formel-1-Saison. Durch den Sieg in Bahrain Mitte April übernahm der Deutsche die alleinige WM-Führung, zwei Wochen später baute er sie mit einem zweiten Platz in Russland sogar noch aus.

Der Ferrari schien zu diesem Zeitpunkt das bessere Auto zu sein, die Tifosi sehnten den ersten Titel seit zehn Jahren herbei.

Zur Halbzeit der Saison war Vettel noch knapp vorn, doch dann drehte Lewis Hamilton auf. Der Brite legte mit fünf Siegen aus sieben Rennen den Grundstein für seinen vierten WM-Titel. Vettel blieb erneut das Nachsehen.

- Serena Williams verkündet Schwangerschaft

Auch Serena Williams schrieb im Frühjahr 2017 ein weiteres Mal Geschichte. Im April gab die 23-malige Grand-Slam-Siegerin ihre Schwangerschaft bekannt. Damit enthüllte sie auch, dass sie zum Zeitpunkt ihres Triumphes bei den Australian Open, mit dem sie Steffi Graf überflügelt hatte, bereits schwanger war - ein Novum in der Tennis-Welt.

Im Anschluss beendete die US-Amerikanerin ihre Saison, kehrte elf Monate später auf die Tour zurück. Auf einen Turniersieg als Mutter wartet sie allerdings noch.

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