"Faulpelz" Werner auf den Spuren von Gerd Müller

Maximilian Lotz
Sport1

Für Timo Werner fühlte sich der Punktgewinn in Dortmund wie ein Sieg an.

"Im Endeffekt sind wir froh, dass wir gewonnen haben, so kann es weitergehen", sagte der Toptorjäger von RB Leipzig am Sky-Mikrofon - korrigierte sich aber sogleich: "Unentschieden!"

Aus dem spektakulären 3:3 (0:2) bei Borussia Dortmund ging der Tabellenführer RB Leipzig aber definitiv als moralischer Sieger hervor. Vor allem, weil Werner mit einem Doppelpack nach Patzern von Roman Bürki und Julian Brandt direkt nach der Pause zur Stelle war und aus einem 0:2 ein 2:2 machte.

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"Bis dahin war es mit das schlechteste Spiel, das ich für RB Leipzig gemacht habe. Ich glaube, ich habe 100 Prozent Fehlpässe gespielt", räumte Werner selbstkritisch ein. "Daher war es für mich und für die Mannschaft Gold wert, dass ich durch so einen Fehler zurück ins Spiel komme."

Werner auf den Spuren von Gerd Müller

Erst schob er einen von Bürki per Kopf unzureichend geklärten Ball ins leere Tor, dann stand er bei einem Rückpass von Brandt goldrichtig, umkurvte den Schweizer Keeper und erzielte sein 18. Saisontor. Und das am 16. Spieltag. Der letzte deutsche Stürmer mit einer derart starken Zwischenbilanz war Gerd Müller, der in der Saison 1976/77 nach 16 Spieltagen bei 19 Toren stand.

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Vor allem Werners schlitzohriges Lauern auf den Fehler des Gegners erinnert an die Stärken des legendären Bayern-Stürmers.

Beim zweiten Tor habe er darauf spekuliert, erklärte Werner, "da hat der Trainer schon gesagt: 'Zum Glück bist du manchmal so faul.'"


Nagelsmann lobt "Faulpelz" Werner

Trainer Julian Nagelsmann stimmte seinem Schützling zu: "Weil er nicht aus dem Abseits kommen wollte, stand er goldrichtig. In dem Fall war es sehr positiv für uns."

Auch sonst ist Werner enorm wertvoll für den Spitzenreiter. Mit seinem Doppelpack war der 23-Jährige nun in den vergangenen sieben Bundesligapartien an 17 Toren direkt beteiligt.

Und ganz nebenbei komplettierte er seine Sammlung: Im zehnten Anlauf traf er erstmals gegen den BVB und hat damit nun gegen alle aktuellen Bundesligisten getroffen. Werner hat damit schon jetzt zwei Saisontore mehr auf dem Konto als in der Vorsaison.


In der Torjägerliste schloss der Nationalspieler zu Bayern-Goalgetter Robert Lewandowski an der Spitze auf.

Werner: "Haben noch viel Potenzial"

Nach dem Remis in Dortmund haben die Leipziger auch weiterhin beste Chancen auf ihre erste Herbstmeisterschaft.

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Mit der Bezeichnung Spitzenmannschaft tat sich Werner aber noch schwer: "Natürlich haben wir viele Punkte geholt und in den letzten Wochen auch super gespielt, aber gerade in der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass wir noch Defizite haben. Aber wir sind Tabellenführer der Bundesliga und haben noch viel Potenzial. Das ist doch schön zu sehen, darauf können wir aufbauen."

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