Favoriten, Etappen, Buchmann: Alles Wichtige zur Tour de France 2021

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Favoriten, Etappen, Buchmann: Alles Wichtige zur Tour de France 2021
Favoriten, Etappen, Buchmann: Alles Wichtige zur Tour de France 2021

Die Tour rollt - schon wieder?

In der Tat war der Abstand zwischen zwei Frankreich-Rundfahrten noch nie so kurz. Die wegen der Pandemie um zwei Monate verschobene Tour 2020, die damit erstmals nicht wie gewohnt Ende Juni oder Anfang Juli begann, endete am 20. September in Paris. (Begriffe der Tour de France)

279 Tage später startet am Samstag in Brest die 108. Tour. Eigentlich sollte der Grand Depart in Kopenhagen stattfinden, doch aufgrund der Verschiebung der Fußball-EM um ein Jahr wollte die dänische Hauptstadt nicht zwei Großereignisse gleichzeitig (teil)ausrichten. Nun geht es erst 2022 in Kopenhagen los.

Unabhängig davon haben die Tour-Planer aber auch in diesem Jahr wieder eine attraktive Strecke geplant. Allerdings ist das Profil der Tour de France 2021 weniger auf Bergspezialisten ausgerichtet. Zudem müssen die Favoriten diesmal schon früh Farbe bekennen, wie stark die Beine sind. (Tour de France 2021: Alle Etappen)

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Gleich am ersten Tag geht es hügelig los und endet in einer drei Kilometer langen Bergankunft. Das ist nichts für Sprinter, aber auch nicht für Bergfahrer. Da kann die Favoritenriege um Primoz Roglic und Vorjahressieger Tadej Pogacar bereits das erste Mal die Muskeln spielen lassen.

Am zweiten Tag steht dann gleich die nächste Herausforderung auf dem Programm. Am Mur-de-Bretagne muss sich das Fahrerfeld gleich zweimal beweisen. Werden sich also die üblichen Verdächtigen wieder um den Sieg duellieren oder kann ein anderer Fahrer überraschen? Und wie schlagen sich Emmanuel Buchmann und die anderen deutschen Fahrer in diesem Jahr?

SPORT1 klärt alle wichtigen Fragen zur Tour de France 2021.

Kehrt die Tour de France 2021 zur Normalität zurück?

Sie nähert sich zumindest dem gewohnt unbeschwerten Radsport-Vergnügen an. Die Corona-Pandemie ist zwar noch nicht überwunden, Zuschauer-Beschränkungen gibt es 2021 aber nur noch wenige. So dürfen bei der Team-Präsentation lediglich 1000 Fans anwesend sein, auch im Start- und Zielraum gibt es Begrenzungen. Der Zugang zu den Bergpässen ist weitgehend frei - allerdings nur per Rad oder zu Fuß. Eine generelle Maskenpflicht oder Abstandsregeln sind Empfehlungen gewichen, vor allem in den Pyrenäen und am Mont Ventoux drohen damit enge Gassen durch die Menschenmengen.

Geblieben ist die strikte Abgrenzung der Fahrer und Teams, die wie im Vorjahr in einer "Bubble" unterwegs sind. Die harte Regel des Vorjahres gilt weiter: Zwei positive Coronafälle in einem Team binnen sieben Tagen - egal ob Fahrer, Busfahrer oder Masseur - führen zum Ausschluss.

TDF 2021: Emanuel Buchmann ist nun doch dabei. Fährt er um das Podest?

Ganz klar: Das ist nicht vorgesehen. Deutschlands bester Rundfahrer, 2019 Tour-Vierter, sollte nach seinem sturzbedingt enttäuschenden Auftritt 2020 eigentlich eine Frankreich-Pause einlegen, zumal die zeitfahrlastige Tour nicht ganz das ideale Terrain für ihn bietet. Weil "Emu" aber auch beim Giro stürzte und frühzeitig ausschied, soll er nun überschüssige Energie und Form in die Tour tragen - dies aber vor allem als Edelhelfer für den Niederländer Wilco Kelderman.

Andererseits: Die Grande Boucle hat schon die sonderbarsten Aschenputtel-Geschichten erlebt.

Wer sind die Favoriten bei der Tour de France 2021?

Alles läuft auf ein slowenisches Duell hinaus: Wunderkind Tadej Pogacar, im Vorjahr zweitjüngster Tour-Sieger der Geschichte, muss seinen Titel gegen seinen erfahrenen Landsmann Primoz Roglic verteidigen - jener hatte den Sieg im Vorjahr am vorletzten Tag verspielt. In dieses Duell dürfte vor allem das Ineos-Team eingreifen können, das mit dem früheren Toursieger Geraint Thomas und den ehemaligen Giro-Champions Richard Carapaz und Tao Geoghegan Hart reichlich Qualität mitbringt.

Was machen die deutschen Sprinter?

Zumindest wenig Hoffnung. Vom Glanz früherer Tage ist wenig geblieben: Marcel Kittel ist längst zurückgetreten, John Degenkolb wurde nicht nominiert, Andre Greipel ist zwar dabei, aber mit knapp 39 Jahren kein Sieganwärter mehr. Der designierte Topsprinter Pascal Ackermann wurde von seinem Bora-hansgrohe-Team geräuschvoll ausgebootet, für Überraschungen ist lediglich 1,99-m-Hüne Max Walscheid gut. Etappensiege und das Grüne Trikot bleiben ein Wunschtraum.

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Und die übrigen Deutschen?

Der wohl derzeit beste deutsche Profi fehlt: Der frischgebackene Landesmeister Max Schachmann setzt ganz auf Olympia und erspart sich deshalb die Schinderei. Auch sein Bora-Kollege Lennard Kämna, im Vorjahr einziger deutscher Etappensieger, fehlt nach gesundheitlichen Problemen wegen Formschwäche. Die wichtigste Rolle könnte somit noch Tony Martin spielen, der unersetzlicher Helfer im Jumbo-Team von Tour-Mitfavorit Roglic ist. Klassiker-Ass Nils Politt (Bora) darf bei mittelschweren Etappen wahrscheinlich seine Chance als Solist suchen.

Welches sind die Schlüsseletappen?

Zwar steht mit der Mur de Bretagne zwar schon am zweiten Tag ein erster Härtetest an, auf dem knapp 3400 km langen Weg nach Paris geht es aber erst später richtig zur Sache: Einen ersten konkreten Hinweis auf die Kräfteverhältnisse wird die neunte Etappe mit der Alpen-Bergankunft in Tignes bieten. Ein brutales Highlight ist die doppelte Überquerung des Mont Ventoux (Etappe 11), ehe es dann mit den drei Pyrenäen-Etappen nach Andorra (15.), auf den Col du Portet (17.) und nach Luz-Ardiden (18.) ans Eingemachte geht. SPORT1 hat alle Etappen der Tour de France 2021 zusammengefasst.

Wie sieht es an der Doping-Front aus?

Ruhig. Die Anschuldigungen gegen den Kolumbianer Nairo Quintana und sein Arkea-Samsic-Team nach der Tour 2020 blieben folgenlos. Auch Gerüchte über die slowenischen Topstars Roglic und Pogacar kamen über den Status schierer Spekulation nicht hinaus. Dass sich der italienische Zweitdivisionär Vini Zabu nach zwei Doping-Affären phasenweise zurückzog, hat keine Auswirkungen auf die Tour. Ob der Spitzen-Radsport tatsächlich weitgehend sauber ist oder die in Pandemiezeiten nicht gerade fanatischen Kontrollen für trügerische Ruhe sorgen, ist eine pauschal nicht seriös zu beantwortende Frage.

Wo kann man die Tour de France 2021 im Fernsehen verfolgen?

Eurosport überträgt jede Etappe der Tour de France live und mit Start des internationalen Signals in voller Länge im Free-TV auf Eurosport 1 sowie im Livestream. Das Erste steigt zumeist am Nachmittag in die Live-Übertragung ein, lediglich die letzte Etappe wird nicht live übertragen. Auf sportschau.de und dem Sender One zeigt die ARD zudem das gesamte Rennen. SPORT1 bietet einen Liveticker zur Tour de France.

Tour de France 2021: Wie hoch ist das Preisgeld?

Im Vergleich zu Sportarten wie Tennis und Golf fallen die Preisgelder beim bedeutendsten Radrennen der Welt relativ gering aus, für Radsport-Verhältnisse sind die finanziellen Anreize aber enorm. Insgesamt geht es um ein Preisgeld von 2,3 Millionen Euro. Wer in Paris im Gelben Trikot auf dem Podium steht, erhält eine Siegprämie von stolzen 500.000 Euro. Die Gewinner des Grünen und Gepunkteten Trikots müssen sich mit jeweils 25.000 Euro begnügen. Der beste Jungprofi im Weißen Trikot erhält 20.000 Euro. Ein Etappensieg bringt 11.000 Euro.

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