FC Bayern: Kaderplaner Reschke in der Kritik – Hoeneß fordert Talente statt teure Stars

Matti Kaufmann
90Min

Foto: Getty Images

Hinter der großen Bühne ist beim FC Bayern vor allem einer für das operative Geschäft zuständig: Kaderplaner Michael Reschke. Die Münchner stehen im kommenden Sommer vor einem größeren Umbruch. Der Manager steht bei künftigen Transfers mehr denn je unter Beobachtung. Indes schlägt Uli Hoeneß in die Kerbe, in Zukunft mehr auf junge Talente aus der eigenen Schmiede zu setzen, anstatt Millionenbeträge für Stars auszugeben.


Der Sport Bild zufolge ist Michael Reschkes Transferphilosophie der Hoffnungsträger nicht mehr unumstritten an der Säbener Straße. Für die Verpflichtung von Renato Sanches investierte der FC Bayern beispielsweise einen Sockelbetrag von 35 Millionen Euro. Der Portugiese schaffte genauso wenig den Durchbruch wie die zuvor verpflichteten Kingsley Coman (Noch-Leihspieler), Douglas Costa und Joshua Kimmich.

FBL-GER-BUNDESLIGA-BAYERN-MUNICH-HAMBURG


Foto: Getty Images

„Ich glaube, das sind alles Spieler mit hochgradigem Talent“, sagte Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge, der vor allem auf Kimmich setzt: „Er spielt immerhin in der Nationalmannschaft auf der Position von Philipp (Lahm; Anm.). Wir haben Vertrauen zu ihm.“ Ein weiterer Reschke-Flop war der Einkauf von Medhi Benatia, der für 28 Millionen Euro erstanden wurde. Die Bayern stehen vor einer Grundsatzentscheidung.

Die Verpflichtungen gestandener Stars wie Mats Hummels, Robert Lewandowski und Xabi Alonso zeigten auf, dass Reschkes Politik, auf junge hoffnungsvolle Talente zu setzen, bisher meist auf der Strecke blieb. Geht es nach dem Gusto von Vereinspräsident Uli Hoeneß, wird in Zukunft vielmehr auf die eigene Jugend gesetzt und der Kauf von millionenschweren Akteuren vermieden.

Real Madrid CF v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League Quarter Final: Second Leg

Foto: Getty Images

„Der FC Bayern wird selbstverständlich weiterhin in Stars investieren, wenn wir auf einer Position Bedarf sehen“, lenkt Hoeneß in der Sport Bild ein, stellt aber auch klar: „Doch vorher müssen wir schauen, ob wir dafür nicht in den eigenen Reihen jemanden haben.“ Mit 17 Jahren war es David Alaba, der letztmalig den Durchbruch im Profikader der Bayern schaffte.

In den vergangenen Jahren investierte der Münchner Vorzeigeverein über 400 Millionen Euro in den Spielerkader. Dem geschuldet sei es, dass die Bayern wirtschaftlich auf kraftvollen Beinen stehen, so Hoeneß: „Das Ergebnis ist nun, dass wir seit David Alaba keinen eigenen Jugendspieler mehr herausgebracht haben, und das ist auch schon sieben Jahre her.“

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen