Darum fehlt der deutsche Kapitän bei der EM

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Darum fehlt der deutsche Kapitän bei der EM
Darum fehlt der deutsche Kapitän bei der EM

Die deutschen Volleyballer um Bundestrainer Andrea Giani haben sich zwar für die EM (Volleyball-EM der Männer: 1. bis 19. September, LIVE im TV auf SPORT1+ und Highlights im Free-TV auf SPORT1) kein konkretes Ziel gesetzt, dennoch trauen sie sich eine Medaille zu.

Außenangreifer Christian Fromm und Giani betonten in einer Medienrunde vor dem EM-Start den Glauben an die eigene Stärke. “Wir haben die Erfahrung und das Potenzial, wir müssen es nur abrufen”, sagte der Coach auf SPORT1-Nachfrage.

Auch Rückkehrer Georg Grozer sagte vor dem Auftakt gegen Kroatien am heutigen Freitag, dass er Medaillenpotenzial im Team sieht - trotz eines prominenten Ausfalls. (Highlights der Partie am Freitag ab 22 Uhr im Free-TV auf SPORT1).

Kampa fehlt Deutschland verletzungsbedingt

Kapitän Lukas Kampa musste sich im Sommer am Knie operieren lassen und fehlt nun bei dem Turnier.

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“Ich wäre jetzt auch sehr gerne mit an Bord, aber ich habe mich im letzten Saisonspiel verletzt. Es war gar nicht so eine schwere Verletzung, der Außenmeniskus ist bisschen in Mitleidenschaft geraten und wir haben probiert das konservativ zu behandeln”, erklärte der 34-Jährige im SPORT1-Volleytalk.

Nach sechs Wochen Behandlung sei er sogar noch zur Nations League nachgeflogen, um sein Team zu unterstützen, so Kampa. Aber: “Dann habe ich genau eine Einheit mit der Mannschaft gemacht und konnte mein Bein danach gar nicht mehr schmerzfrei beugen oder strecken. Es hat gezeigt, dass das Knie der Belastung nicht Stand hält und dann bin ich nach zwei Tagen wieder abgereist, ohne ein Spiel gemacht zu haben.”

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Kampa: EM kam “einen Tick zu früh”

Es folgte eine OP, danach die Reha. Mittlerweile ist der Bochumer sogar wieder im Training, die EM kam allerdings “einen Tick zu früh.”

Kampa: “Schweren Herzens habe ich dann erst letzte Woche endgültig abgesagt. Wir haben davor immer gesagt, wir schauen von Woche zu Woche, aber ich würde meinen Ansprüchen auch selbst nicht gerecht werden und es wäre den anderen gegenüber auch nicht gerecht, wenn ich sage, ich komme und dann gucken wir mal, was geht.”

Auch seinem polnischen Klub gegenüber wäre das nicht fair gewesen, machte Kampa deutlich. “Man verpasst dann ja auch zwei bis drei Wochen der wichtigen Vorbereitung hier in Danzig. Jetzt müssen die jüngeren Spieler ran und ich feuere an und unterstütze, so wie es geht, und bin als ganz großer Fan dabei.”

EM-Absage: “Lebensunterhalt wird im Verein verdient”

Aber es habe noch einen weiteren Grund für die endgültige EM-Absage gegeben, verriet der Zuspieler. “Es ist auch einfach so, dass nun mal das Geld für unseren Lebensunterhalt im Verein verdient wird und da gehen wir eine vertragliche Verpflichtung ein.” Deshalb habe Kampa für den Verein da sein und zu Saisonbeginn fit sein wollen - gerade weil er neu im Verein ist.

“Ich muss mich einleben, die Mannschaft kennenlernen und dann hilft es, so viel es geht bei der Mannschaft zu sein”, verdeutlichte Kampa. Hätte er jedoch den Wunsch geäußert, bei der EM dabei zu sein, hätte ihm der Klub “keine Steine in den Weg gelegt.”

Heute sei Kampa froh über seine Entscheidung: “Ich bin entspannt, weil das, was ich von der Nationalmannschaft gehört und gesehen habe, mich positiv stimmt, dass es auch ohne mich funktioniert.”

Kampa freut sich über Grozer-Rückkehr

Auch über die Grozer-Rückkehr äußerte sich Kampa. Alle seien begeistert, wie fit der “Hammer-Schorsch” ist und Kampa ist sich sicher: “Er wird ernorm helfen.”

Für sein Comeback hat der einstige 100-Kilo-Mann Grozer seinen Körper noch einmal umgebaut. “Ich bin zehn Kilo leichter”, verriet er der dpa. Der Hintergrund nach eineinhalb Jahren Pause? “Das ist in meinem Alter besser für die Knie.”

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Die Nominierung Grozers habe Kampa die Entscheidung, nicht an der EM teilzunehmen, noch schwerer gemacht. Denn: “Mit Georg verbindet mich unheimlich viel in der Nationalmannschaft, aber er hat auch großes Verständnis dafür”, verriet er SPORT1.

Kampa sieht “großes Potenzial” bei Deutschland

Der XXL-EM, die in Polen, Tschechien, Finnland und Estland ausgetragen wird, blickt Kampa optimistisch entgegen: “Wir haben großes, großes Potenzial und ich glaube, es ist auch eine EM, wo nicht alle Mannschaften in Bestbesetzung antreten werden.”

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Und weiter: “Ich glaube, wir haben gute Möglichkeiten, gut aus der Gruppe rauszukommen und dann bist du in der K.o.-Phase und kannst von Spiel zu Spiel denken. Ich würde mich riesig über eine Wiederholung von 2017 (Silber; Anm. d. Red.) freuen.

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