Felipe Massa: Härtester Teamkollege war Alonso, nicht Schumacher

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

In seinen acht Jahren bei Ferrari erlebte Felipe Massa drei verschiedene Teamkollegen: Michael Schumacher (2006), Kimi Räikkönen (2007-2009) und Fernando Alonso (2010-2013). Mit ihnen verbindet er jeweils sehr unterschiedliche Erinnerungen. So bezeichnet er Alonso als den "schwierigsten Teamkollegen" unter den dreien.

"Mir ist die Bedeutung Schumachers nicht unbekannt", sagt Massa im Instagram-Livechat mit dem brasilianischen Journalisten Reginaldo Leme, "aber Alonso hatte sicherlich das gleiche Talent, die gleiche Geschwindigkeit und Intelligenz wie der Deutsche."

Schumacher habe zwar sehr viel Macht innerhalb der Mannschaft gehabt, sei für Massa aber eher wie ein älterer Bruder gewesen. "Während bei Alonso der Streit auf Augenhöhe geführt wurde und er es schaffte, alles zu seinen Gunsten zu entscheiden", blickt der ehemalige Ferrari-Pilot auf das teaminterne Duell zurück.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Massa gibt zu: "Zweifellos habe ich sehr gelitten"

"Er hatte ein Talent dafür, Dinge zu Ende zu bringen, er war gut in Politik, was für mich schwieriger war. Um ihn zu schlagen, musste man die perfekte Runde drehen, und das habe ich oft getan. Aber selbst dann, wenn ich die beste Zeit und die beste Strategie hatte, um ihn im Rennen zu schlagen, ging es nicht selten zu seinen Gunsten aus."

Auch weil Massa das Gefühl hatte, dass das Team Alonso bevorzugte, sei es für ihn vor allem psychologisch schwierig gewesen. "Zweifellos habe ich sehr gelitten, es hat mich beeinflusst. Beim ersten Rennen 2010 in Bahrain startete ich vor ihm, aber er fuhr ein außergewöhnliches Rennen, und er schlug mich", erzählt Massa.

"Dann regnete es in Australien. Ich war Dritter und er Vierter, aber er hing die letzten 10 Runden an mir fest, und das Team sagte mir, ich solle es gut sein lassen - und es war erst das zweite Rennen des Jahres! Ich ließ nicht locker und missachtete die Teamorder."

Ferrari gab ihm das Gefühl, nur zweite Wahl zu sein

"So begann es, mich psychologisch zu beeinflussen", erinnert sich Massa, "und es wurde schlimmer in diesem Rennen in Deutschland, wo sie mir sagten, ich solle es sein lassen, und ich tat es, weil es das Richtige war. Danach litt ich noch viel mehr." Dabei sei die Arbeit mit Alonso im Team noch nicht einmal das Problem gewesen.

Massa betont: "Ich kam immer sehr gut mit ihm aus, aber er schaffte es, die Dinge zu seinen Gunsten zu verändern. Mit Kimi hatte ich nie solche Probleme, aber Alonso war der Kerl, mit dem ich am meisten gelitten habe." Aus dem Schatten des Spaniers trat er auch in seinen beiden letzten Jahren bei Ferrari nicht mehr heraus.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

Lesen Sie auch