Ferdinand: Darum darf Liverpool nicht zum Meister erklärt werden

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Diese Worte wird Jürgen Klopp gar nicht gerne hören.

Englands Ex-Nationalspieler Rio Ferdinand hat im Mirror gefordert, dass die Premier-League-Saison im Falle eines Abbruchs besser annulliert werden solle, anstatt den FC Liverpool vorzeitig zum englischen Meister zu erklären. Und das trotz überragender 25 Punkte Vorsprung der Reds auf das zweitplatzierte Manchester City.

"Ich denke, die Premier League sollte annulliert werden", erklärte Ferdinand, der viele Jahre für Liverpools Erzrivalen Manchester United spielte. Er sei sich durchaus bewusst, dass viele Liverpool-Fans ihm nun vorwerfen werden, dass er diesen Vorschlag nur mache, weil er mit den Red Devils sympathisiere und es um Liverpool gehe. Das sei jedoch nicht ausschlaggebend. Er sehe vielmehr keine andere Möglichkeit, die nicht ein erhöhtes Risiko für die Gesundheit vieler Menschen sei.

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Ferdinand sorgt sich um die Gesundheit der Spieler und Fans

Liverpool Manager Jürgen Klopp (Photo by John Walton/PA Images via Getty Images)
Liverpool Manager Jürgen Klopp (Photo by John Walton/PA Images via Getty Images)

"Glaubt irgendwer, dass die Fans nach 30 Jahren voller Schmerz (Anm. d. Red: seit Liverpools letztem Meister-Titel) daheim bei einer Tasse Tee sitzen werden und sagen: 'Gut gemacht, Männer'? Sie würden rausgehen. Ich würde rausgehen wollen. Und nicht jeder ist vernünftig in Situationen wie dieser. Die Menschen würden versuchen, draußen zu feiern und durchzudrehen. So ist Fußball."

Laut Ferdinand würde man die Anhänger so nur in eine Situation bringen, in der sie Dinge tun, die in dieser schweren Zeit nicht gut für die Gesellschaft sind. Daher sei er dafür, die aktuell wegen der Coronapandemie unterbrochene Premier-League-Saison besser zu annullieren.

Geisterspiele lösen das Problem nicht

Seiner Meinung nach würde auch eine Fortsetzung mit Geisterspielen das hiesige Problem nicht lösen, erklärte Ferdinand. Denn die Gefahr, dass die Spieler das Coronavirus untereinander weiter verbreiten, sei viel zu groß. "Sind die Spieler etwa nicht Teil der Gesellschaft?", fragte der ehemalige Innenverteidiger.

Für die ManUnited-Legende sei es nicht wichtig, wer was gewinnt, wer absteigt oder wer aufsteigt. Derzeit gehe es um Leben und Tod. "Ich liebe Fußball, wir alle lieben Fußball. Aber es ist nicht Leben oder Tod", urteilte Ferdinand abschließend.

Man kann gespannt sein, was Liverpool-Trainer Klopp darauf entgegnen wird.

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