Fernando Alonso vor Dakar-Abenteuer: "Mache das nicht für Marketing"

Gerald Dirnbeck

Fernando Alonso steht vor einer der größten Herausforderungen seiner Rennfahrerkarriere. Nach den Erfolgen in der Formel 1, bei den 24 Stunden von Le Mans und seinen Versuchen beim Indianapolis 500 stellt sich der Spanier nun der Challenge Rallye Dakar. Alonso sitzt in Saudi-Arabien in einem Toyota Hilux und hat Marc Coma als Co-Piloten.

"Die Erwartungen sind immer hoch, egal was ich tue", sagt Alonso vor dem Start ins Offroad-Abenteuer. "Wir werden versuchen Spaß zu haben. Man muss aber realistisch sein und die Grenzen kennen. Meine sind groß. Ich bin zwar Tests wie die Marokko-Rallye gefahren, aber dort waren nicht 180 Motorräder vor mir."

"Die Routen, die Strecken - alles verändert sich stark. Wir müssen das ernsthaft angehen, denn es gibt keinen Raum für Fehler", weiß der zweimalige Formel-1-Weltmeister. "Die Leute müssen auch verstehen, dass es in dieser Disziplin großartige Fahrer, Marken und Legenden gibt. Ich habe nichts zu beweisen. Ich mache das zum Spaß."

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Peterhansel: Alonso ist optimal vorbereitet

Dass Fahrer mit Formel-1-Wurzeln auch bei der Rallye Dakar erfolgreich sein können, hat Jacky Ickx bewiesen, der 1983 in Afrika gewonnen hat. In der Regel dominieren aber die Rallye-Spezialisten beziehungsweise die Cross-Country-Experten. Allen voran Stephane Peterhansel, der mit dem Motorrad und dem Auto auf 13 Gesamtsiege kommt.

"Er weiß, dass er viel lernen muss", sagt Peterhansel über Alonso. "Ich denke, er hat sich optimal vorbereitet und ist viele Kilometer gefahren. Jetzt beginnt das Rennen. Ich hoffe, dass er keine großen Fehler macht und es ins Ziel schaffen wird. Der größte Frust ist eine vorzeitige Aufgabe. Bei der Dakar lautet das erste Ziel, es bis zum Ende zu schaffen."

Und wie lautet Alonsos persönliches Ziel? "Es hängt davon ab, wie hart die Rallye wird", meint der 38-Jährige. "Wenn es um den puren Rhythmus geht, wäre zwischen Platz zehn und 15 logisch. Wenn die Dakar hart wird und ich durchkomme, wird es einfacher, Positionen zu gewinnen. Wir werden das aber erst nach einigen Etappen wissen."

"Ich muss die ersten beiden Etappen ohne Zwischenfälle überstehen. Dann wird es einfacher, sich Ziele zu setzen. Das Hauptanliegen ist es, das Ende zu erreichen. Ich möchte dieses Ziel erreichen und sagen können, dass ich eine Dakar beendet habe. Aber es besteht immer die Sorge, das etwas mit dem Auto passieren kann."

Der Toyota Hilux ist ein konkurrenzfähiges Fahrzeug. Nasser Al-Attiyah hat im Vorjahr in Peru den ersten Dakar-Sieg für die japanische Marke erobert. Neben Al-Attiyah fahren auch Giniel de Villiers und Bernhard ten Brinke für Toyota. Alle drei Fahrer sind potenzielle Anwärter auf Spitzenplätze und den Gesamtsieg.

Die mediale Aufmerksamkeit genießt aber Quereinsteiger Alonso. Er hält aber fest: "Ich mache das nicht für das Marketing. Das brauche ich nicht. In einer anderen Disziplin, wenn ich in meiner Komfortzone wäre, hätte ich mehr Spaß. Hier ist alles neu und es ist keine Show! Wenn die Startlichter erlöschen tritt man gegen die Besten in dieser Disziplin an."

Mit Bildmaterial von Toyota Racing.

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