Fernando Alonso: Möchte 2020 keine Formel-1-Rennen mehr fahren

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 3 Min.

Fernando Alonso ist zurück in der Formel 1. Zumindest ist der zweimalige Weltmeister am Wochenende in Imola als Gast von Renault wieder hautnah dabei. Eine Grand-Prix-Teilnahme noch in diesem Jahr aber strebt Alonso nicht an, wie er in seiner Presserunde erklärte.

Warum er keinen "Frühstart" hinlegen will? "Ich glaube, ich wäre dann noch nicht wieder bei einhundert Prozent. Und mir wäre es lieber, erst wieder Rennen zu fahren, wenn ich mich bereit fühle."

Abgesehen davon hoffe er nicht, kurzfristig doch zum Einsatz zu kommen. "Wenn ich 2020 Rennen fahren sollte, dann nur, weil den Stammfahrern etwas zugestoßen ist. Und das wünscht man niemandem", sagt Alonso.

Alonso: Deshalb musste der Bart ab

So oder so: Er brenne "wirklich" auf seine Rückkehr in die Formel 1. "Es war eine schöne Zeit abseits der Formel 1 mit unterschiedlichen Erfahrungen. Jetzt bin ich aber wieder motiviert, mit frischem Kopf und ausgeruhtem Körper."

18 Jahre im Grand-Prix-Sport seien "sehr fordernd" gewesen, meint Alonso. "Du musst immer einhundert Prozent geben." Die Auszeit habe ihn entspannen lassen. "Etwas frische Luft hat mir gutgetan, etwas Raum zum Atmen zu haben. Jetzt aber bin ich wieder bereit", so erklärt der Spanier.

Ferando Alonso, Renault, and Ciaron Pilbeam, Chief Race Engineer, Renault F1 Team, walk the track

Ferando Alonso, Renault, and Ciaron Pilbeam, Chief Race Engineer, Renault F1 Team, walk the track<span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
Ferando Alonso, Renault, and Ciaron Pilbeam, Chief Race Engineer, Renault F1 Team, walk the trackMark Sutton / Motorsport Images

Mark Sutton / Motorsport Images

Und Alonso wirkt in der Tat verjüngt, und aus gutem Grund: "Ich habe mich rasiert. Alle Welt beschwerte sich darüber, dass ich ein bisschen zu alt aussehen würde für ein Comeback. Also habe ich den Bart abrasiert, um die Leute davon zu überzeugen, dass ich noch jung genug bin."

Testtag im aktuellen Renault R.S.20

Die Leidenschaft am Rennfahren, so versichert er, sei jedenfalls ungebrochen. Das habe er bei seinem Formel-1-Test im aktuellen Renault R.S.20 wieder festgestellt.

"Ein Formel-1-Auto zu testen, das ist immer eine schöne Erfahrung. Du spürst den Grip, die Bremskraft und alles passiert so schnell", sagt Alonso.

"Es gab für mich wahrscheinlich nur einen Weg zurück in die Formel 1, nämlich mit Renault, das wie eine Familie für mich war. Einige Jungs waren schon damals mit dabei."

Alonso rechnet mit "Entrostungsphase"

Ob es ihm in diesem Umfeld gelingen wird, sofort auf Topniveau zu agieren? "Schwierig zu sagen", meint Alonso. "Es wird aber wohl schon ein paar Rennen brauchen." Ähnliches hatte zuvor schon Renault-Berater Alain Prost erklärt und Alonso eine "Schonfrist" zugestanden.

Fernando Alonso, Renault F1 Team R.S.20

Fernando Alonso, Renault F1 Team R.S.20<span class="copyright">Renault</span>
Fernando Alonso, Renault F1 Team R.S.20Renault

Renault

Und Alonso glaubt: Die aktuellen Formel-1-Regeln machen einen Wiedereinstieg nicht so einfach. "Das eingeschränkte Testen ist für alle eine Herausforderung, aber ein bisschen mehr für mich, weil ich jetzt zwei Jahre lang nicht gefahren bin."

"Und bei den Wintertests springen dann gerade mal eineinhalb Tage [pro Fahrer] heraus. Mit eineinhalb Tagen aber kannst du dich nicht auf eine Weltmeisterschaft vorbereiten. Es ist aber so, wie es ist."

"Ich werde versuchen, mich im Simulator vorzubereiten und ein Set-up zu finden, um Zeit zu sparen für das Fahren im echten Auto. Es gibt aber neue Knöpfe am Lenkrad, neue Abläufe, neue Ingenieure und viele Dinge, die Zeit brauchen", meint Alonso. "Ich werde versuchen, es so schnell wie möglich zu schaffen."

Mit Bildmaterial von Renault.